Lucie-Mörder wird nicht lebenslang verwahrt

Das Bezirksgericht Baden AG hat Daniel H. (28) wegen Mordes am Au-pair Lucie zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Das fünfköpfige Gericht ordnete eine Verwahrung an, allerdings keine lebenslängliche.

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Das Gericht hat entschieden: keine lebenslängliche Verwahrung. (Bild: Keystone / Illustration Linda Graedel)

Das Gericht hat entschieden: keine lebenslängliche Verwahrung. (Bild: Keystone / Illustration Linda Graedel)

«Sie haben Lucie getötet und dabei besonders skrupellos, krass egoistisch und auch heimtückisch gehandelt», sagte Gerichtspräsident Peter Rüegg am Mittwochabend bei der mündlichen Urteilseröffnung.

Ein noch schlimmeres Verschulden sei für das Gericht kaum vorstellbar. Das Gericht habe auch eine lebenslängliche Verwahrung geprüft. Die beiden psychiatrischen Gutachter würden jedoch im Punkt der Therapierbarkeit nicht ausschliessen, dass eine Therapie auf sehr lange Zeit möglich sei.

Voraussetzung sei jedoch, dass der Verurteilte das Motiv der Tat eröffne. Da dies nicht gegeben sei, komme nur eine ordentliche Verwahrung gemäss Artikel 64.1 des Strafgesetzbuches in Frage.

Urteil regungslos hingenommen

Die Gericht blieb unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Sie hatte eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren und eine lebenslängliche Verwahrung gefordert. Die Verteidigung hatte auf 18 Jahre und auf eine stationäre therapeutische Massnahme plädiert.

Der Verurteilte nahm den Richterspruch regungslos hin. Er hatte in den zwei vergangenen Prozesstagen mehrmals betont, dass es ihm leid tue. Die Staatsanwaltschaft glaubte ihm dies allerdings nicht und sah die gezeigte Reue als Prozesstaktik.

Der vorbestrafte Gewalttäter hatte am 4. März 2009 das 16-jährige Au-pair-Mädchen Lucie in seiner Wohnung in Rieden bei Baden AG brutal getötet.

Regelmässige Prüfung

Bei einer ordentlichen Verwahrung besteht im Gegensatz zur lebenslänglichen Verwahrung grundsätzlich eine Chance, wieder auf freien Fuss zu kommen. Die zuständige Behörde muss jährlich prüfen, ob der Verwahrte bedingt entlassen werden könnte.

Es kommt jedoch nur zu einer bedingten Entlassung, wenn der Verwahrte keine Gefahr für die Gesellschaft mehr darstellt. Zudem wird alle zwei Jahre geprüft, ob der Verwahrte in eine stationäre therapeutische Einrichtung entlassen werden kann. Dies müsste ein Gericht entscheiden.

sda