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MADRID: Spaniens König Felipe wird 50

Mit Felipe VI. ist ein Mann auf Spaniens Thron, der nach den Skandalen seines Vaters das Ansehen des Königshauses wiederherstellen will. Heute feiert der königliche Staatschef einen runden Geburtstag.
Ralph Schulze, Madrid
Seit fast 14 Jahren ein Paar: Spaniens König Felipe VI. und seine Ehefrau Königin Letizia (45). (Bild: Emilio Naranjo/EPA (Madrid, 6. Januar 2017))

Seit fast 14 Jahren ein Paar: Spaniens König Felipe VI. und seine Ehefrau Königin Letizia (45). (Bild: Emilio Naranjo/EPA (Madrid, 6. Januar 2017))

Ralph Schulze, Madrid

Er ist der jüngste König Europas. Und er muss wie kein anderer Monarch in Europa um sein Königreich kämpfen. Heute wird Spaniens König Felipe VI., der mit der fünf Jahre jüngeren Journalistin Letizia verheiratet ist, 50 Jahre alt. Doch viel Grund zum Feiern hat Felipe, der im Juni 2014 seinem abgetretenen Vater Juan Carlos I. nachfolgte, nicht.

Die erste Hürde seiner Amtszeit nahm Felipe mit Bravour: Er schaffte es, das Ansehen der spanischen Monarchie wieder aufzupolieren. Deren Ruf war unter dem zuletzt wenig beispielhaften Juan Carlos, der über aussereheliche Affären und Jagdskandale stolperte, ziemlich abgestürzt. Auch eine Korruptionsaffäre, in die Felipes Schwester Cristina verwickelt war, hatte dem Image der Königsfamilie geschadet.

Er wolle eine «modernisierte Monarchie für eine neue Zeit», hatte Felipe zum Amtsantritt 2014 gesagt. Seitdem sind Vorbildlichkeit und mehr Transparenz in den Palast eingezogen. Felipe kürzte gleich im ersten Amtsjahr sein Gehalt, das freilich mit jährlich knapp 240 000 Euro immer noch fürstlich ist. Und er verordnete dem ganzen Palast einen Sparkurs. Felipes Leitsatz: «Man muss mit den Füssen fest auf dem Boden stehen und immer wieder mit Demut dazulernen.»

Der König zeigt Stärke in der Krise

Ein zweites grosses Problem hat Felipe noch nicht gelöst: den Unabhängigkeitskonflikt in Katalonien, an dem sein Königreich zerbrechen könnte. Diese Krise ist zur grössten Bewährungsprobe für den königlichen Staatschef geworden, der zugleich oberster Befehlshaber der Streitkräfte ist. Eine Nagelprobe, in welcher Felipe bereits bewies, dass er Stärke zeigen kann. Kurz nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum, das Kataloniens Separatisten am 1. Oktober durchzogen, hielt Felipe eine aufsehenerregende TV-Ansprache: Er beschuldigte die damalige katalanische Separatistenregierung unter Carles Puigdemont der Rebellion. Und er warf Puigdemont vor, «systematisch gegen die demokratischen Prinzipien des Rechtsstaates zu verstossen». Felipe verlangte mit geballter Faust, «die verfassungsmässige Ordnung» in Katalonien wiederherzustellen. Was umgehend geschah: Spaniens Zentralregierung setzte Puigdemont ab.

Ein dramatischer Moment, der an jene historische Rede erinnerte, mit der Felipes Vater, König Juan Carlos, im Februar 1981 einen Putsch des Militärs niederschlug und den aufständischen Einheiten befahl, in die Kasernen zurückzukehren.

Felipes Eingreifen in den Katalonien-Konflikt und seine Verteidigung der Rechtsstaatlichkeit brachten ihm in Spanien überwiegend Beifall ein. Auch wenn Kritiker eine versöhnliche Geste Richtung Katalonien vermissten.

In der rebellischen Region, in der 16 Prozent der spanischen Bevölkerung leben und die in zwei politische Lager gespalten ist, hat der König schon länger einen schweren Stand. Bei Besuchen in Katalonien wird er oft mit Pfiffen begrüsst. Und mit Schmährufen wie: «Wir haben keinen König!»

Privat geht es derweil in Felipes Leben recht ruhig zu: Er ist seit fast 14 Jahren mit Letizia Ortiz verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter: Thronerbin Leonor (12) und Sofía (10). Die vier leben in einer grosszügigen Villa vor den Toren der spanischen Hauptstadt Madrid. Der alte Königspalast in der City wird nur noch für repräsentative Anlässe genutzt.

Bisher wurden alle Einzelheiten über das Familienleben Felipes wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Doch nun, zum 50. Geburtstag, veröffentlichte der Hof private Bilder und Videos der Königsfamilie. Man sieht Felipe, Letizia, Leonor und Sofía in trauter Runde zu Hause beim Frühstück. Oder im Auto, mit Felipe hinterm Steuer, auf dem Weg zur Schule der beiden Töchter. Bilder, auf denen Spaniens Royals wie eine ganz normale Familie wirken.

Offiziell nicht bekanntgegeben wurde, wie Felipe seinen Geburtstag feiern wird. Doch man hört, dass keine grosse Party geplant ist. Spaniens wichtigstes Klatschmagazin, die in Sachen Adel gut informierte Zeitschrift «¡Hola!», schrieb: «Mit Hilfe Letizias wird Felipe in der Residenz ein kleines Fest organisieren, zu dem die Familie und seine besten Freunde kommen werden.»

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