MEDIENBALL IN ZÜRICH: Cecilia Bartolis lieblicher Blick

Trotz Krise – in der Schweizer Presselandschaft darf immer noch gefeiert werden. Das zeigte sich am Samstagabend am festlichen Medienball 2009 im edlen Dolder Grand Hotel in Zürich.

Drucken
Teilen
Cecilia Bartoli mit ihrem Lebenspartner. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Cecilia Bartoli mit ihrem Lebenspartner. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Wie lange wird denn die Medienwelt von dieser Wirtschaftskrise noch geschüttelt? Hanspeter Lebrument, der Bündner Präsident der Berufsverbandes «Schweizer Presse», ist sehr optimistisch: «In zehn Monaten ist alles vorbei. Aber fragen sie bitte nicht, warum – und wie wir das schaffen?» Jürg Marquard ist verhaltener. «Es wird schon noch dauern. Denn neben der Wirtschaftskrise haben wir zusätzlich eine Strukturkrise zu bewältigen», erklärte der Zürcher Verleger mit Geschäftssitz in Zug. SRG-Generaldirektor Armin Walpen spricht gar von «drei bis vier Jahren» Durststrecke: «Auch in unserem TV-Bereich gilt es daher jetzt, sich prägnant zu verändern, sich an die neuen Mediengewohnheiten der Menschen anzupassen.»

Bartoli liest Bücher
Welches sind solche Gewohnheiten unter den prominenten Ballgästen? «Ich blättere Zeitungen mehr aus Interesse einfach etwas neugierig durch», erklärte Opernstar Cecila Bartoli mit ihrem so lieblichen Blick. «Richtig lesen tue ich nur Bücher. Am liebsten Fachbücher über Projekte, mit denen ich mich gerade beschäftige.» Gastland dieses Jahr am Medienball war Liechtenstein. Aussenministerin Aurelia Frick liest neben ihren Landeszeitungen auch täglich die NZZ, Regierungschef Klaus Tschürtscher outete sich als «Fernseh-Zapper». Die Schwyzer Entertainerin und ihr Lebenspartner, Fussballlegende Fritz Künzli, ackern die Presselandschaft nach gemeinsamen Kriterien durch: «Medial wirklich interessieren tut uns eigentlich nur die Show- und die Sportszene.»

Schwaller liest am Abend
Migros-Chef Herbert Bolliger legt beim Zeitungslesen hauptsächlich wert auf «informative Artikel aus Politik und Wirtschaft». Im Fernsehen ist dann vorwiegend der Sport am Zug: «Vor allem Fussball und Eishockey.» CVP-Ständerat Urs Schwaller hat die Gewohnheit angenommen, «erst am Abend» Zeitungen zu lesen: «Das hat einen klaren Vorteil. Wenn ich mich nämlich über etwas ärgere in der Zeitung, dann geschieht das nicht den ganzen Tag. Zudem kann ich am Abend schneller sagen, dass das ja alles nur 'Schnee von gestern' ist?»

André Häfliger