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MEDIZIN: Krebs durch zufällige Fehler im Erbgut

Die Ursachen einer Krebserkrankung sind oft schwer zu verstehen. Nun zeigt eine Studie, dass der Zufall seine Hände stärker im Spiel hat, als man bisher dachte.
Ein Arzt untersucht das Mammografie-Ergebnis auf Brustkrebs. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Ein Arzt untersucht das Mammografie-Ergebnis auf Brustkrebs. (Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone)

Rauchen, Grillfleisch, zu viel Sonne – ständig werden wir vor Dingen gewarnt, die Krebs auslösen können. Für dessen Entstehung ist womöglich aber noch ein weiterer wichtiger Faktor verantwortlich: pures Pech. Das zeigt eine Studie des amerikanischen Krebsforschers Bert Vogelstein von der Johns Hopkins University.

Der Wissenschafter untersuchte mit seinem Team in 69 Ländern, was die Entstehung von Krebs in bestimmten Körperregionen beeinflusst. Die Forscher fanden eine mögliche Ursache in der Geschwindigkeit, mit der sich sogenannte Stammzellen teilen. Das tun sie je nach Organ unterschiedlich schnell. Und je schneller sich die Zellen in einem Gewebe teilen, desto eher wurde das entsprechende Organ von Krebs befallen, zeigte die Untersuchung.

Beispielsweise teilen sich die Stammzellen des Dickdarms, in dem sehr häufig Krebs entsteht, um ein Vielfaches schneller als jene des Dünndarms. So erkranken 4,8 Prozent der Bevölkerung an Dickdarmkrebs, bei Dünndarmkrebs hingegen sind es bloss 0,2 Prozent. Die Erklärung der Wissenschafter: Je öfter eine Zelle sich teilt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dabei Fehler im Erbgut entstehen. Fehler, die zu Krebs führen können.

Nicht jeder Fehler führt zu Krebs

In jedem von uns passieren jedes Jahr Millionen von Fehlern bei Zellteilungen, sagt der Schweizer Onkologe Roger von Moos. Er ist Chefarzt am Kantonsspital Graubünden und Präsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Krebsforschung (Sakk). Aber die wenigsten dieser Fehler hätten böse ­Folgen. «Der Körper ist Veränderungen im Erbgut nicht hilflos ausgeliefert», sagt der Onkologe. Denn viele falsch kopierte Zellen sind nicht überlebensfähig und sterben sofort ab. Oder sie werden vom Immunsystem erkannt und beseitigt, noch bevor sie Schaden anrichten können. Wie gut allerdings dieses Aufräumen funktioniert, ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Die neue Studie erklärt auch, warum mit zunehmendem Alter das Krebsrisiko ansteigt. Dies liegt daran, dass die Fehlerrate im Alter zunimmt – und umgekehrt das Immunsystem falsch kopierte Zellen nicht mehr so effizient bekämpfen kann.

Rauchen, Alkohol, zu langes Sonnenbaden

Aber Roger von Moos betont, dass es auch Faktoren gibt, welche die Entstehung von Krebs wahrscheinlicher machen: allen voran Rauchen, aber auch Alkohol oder zu langes Sonnenbaden. Deswegen gleich auf jegliche Genüsse zu verzichten, hält selbst der Onkologe von Moos für übertrieben. «Aber jeder Mensch muss entscheiden, wie vielen schädlichen Einflüssen er sich aussetzen will.»

Anna Herbst

wissen@luzernerzeitung.ch

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