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MEGHAN MARKLE: Sie weiss um die Fettnäpfchen

Am kommenden Samstag wird die amerikanische Schauspielerin Meghan Markle (36) Prinz Harry das Ja-Wort geben. Ihre Vergangenheit dürfte der zukünftigen Herzogin so einiges leichter machen.
Sebastian Borger, London
Meghan Markle wird in Kürze offizielles Mitglied des britischen Königshauses sein. (Bild: AP)

Meghan Markle wird in Kürze offizielles Mitglied des britischen Königshauses sein. (Bild: AP)

Sebastian Borger, London

Sie sei «eine aus einer Handvoll herausragender Schülerinnen» in einer langen Berufskarriere gewesen, erinnert sich die frühere Lehrerin. «Oberflächlich» findet sie die Stiefschwester. Da komme «eine Abenteurerin» à la Frida Kahlo oder Marlene Dietrich auf die Insel, jubelt die Kolumnistin. «Berechnend und kalt», urteilt die Freundin aus Kindheitstagen.

Es wird, so viel darf man vorhersagen, den Briten nicht langweilig werden mit dem neuesten Mitglied ihres Königshauses. Wenn Rachel Meghan Markle am kommenden Samstag Henry Charles Albert David Windsor, von aller Welt nur Harry genannt, das Ja-Wort gibt, beginnt in gewisser Weise eine neue Zeitrechnung.

Natürlich hat auch schon Harrys älterer – und als zukünftiger König viel wichtigerer – Bruder William eine kluge, gut ausgebildete, selbstbewusste Frau des 21. Jahrhunderts aus bürgerlicher Familie geheiratet. Aber gegen Kate Middleton, die heutige Herzogin von Cambridge, wirkt Markle, 36, wie ein Exot. Nicht nur ist sie Amerikanerin und geschieden. Sie stammt auch aus der früh gescheiterten Ehe zwischen einem von Holländern und Iren abstammenden Vater und einer Afroamerikanerin und gehört damit zu der am schnellsten wachsenden Gruppe der ethnischen Minderheiten auf der Insel.

Wie wichtig das ist im Grossbritannien 2018, lässt sich an den Reaktionen vieler Briten ablesen. Mit echter Wärme, so empfanden es professionelle Beobachter, wurde Markle im überwiegend von Schwarzen bewohnten Londoner Stadtteil Brixton aufgenommen, als sie dort zu Jahresbeginn einen Besuch mit Harry absolvierte. «Sie hat mit Stolz über ihre Herkunft gesprochen», weiss Trevor Phillips, der frühere Leiter der Gleichstellungsbehörde. «Das ist sehr wichtig und extrem willkommen.»

Natürlich teilen längst nicht alle Bewohner der kühlen Insel diese Einschätzung. Als ein Palastsprecher im Herbst 2016 erste Presseberichte über das damalige «girlfriend» bestätigte, war dies Teil einer wütenden Denunziation: Die Tochter einer schwarzen Mutter und eines weissen Vaters sei «einer Welle von Schmähungen und Belästigungen», ja «offenem Sexismus und Rassismus» ausgesetzt, hiess es im offiziellen Statement des Kensington-Palastes.

Tradition vor dem Traualtar

Ein Schuss Abenteuerlust, auch ein Stück Berechnung wird schon im Spiel gewesen sein, als Markle sich überlegte, ob sie und der einst als Party-Prinz verschriene jüngere Sohn der Ikone Diana zusammenpassen. Gewiss hilft es Markle, dass sie im Umgang mit modernen Massenmedien geschult ist und online mit ihren Fans interagierte. Wenn sie auch bis zur Verlobung keine weltweite Celebrity war – in den USA kannte man sie durch ihre Rolle in der Serie «Suits». Sie engagierte sich zudem für die Wohltätigkeitsorganisation World Vision und sprach auf einer UN-Konferenz über ihren Stolz, «Frau und Feministin» zu sein.

Inzwischen hat Markle ihren Blog eingestellt, ihre Instagram- und Twitter-Accounts geschlossen. Markle muss man nicht erklären, welche Fettnäpfchen auf Angehörige des Königshauses bei öffentlichen Auftritten warten. Anders als bei ihrer ersten Hochzeit wird Markle diesmal beide Eltern bei sich haben. Ganz altmodisch lässt sie sich vom Vater an ihren Bräutigam übergeben. Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen: Die zukünftige Herzogin wird ihren eigenen Weg gehen – klug, abenteuerlustig, gelegentlich oberflächlich, was sich schwer vermeiden lässt in einem Beruf, in dem kleinstmöglicher Smalltalk zählt. Und gewiss auch ein wenig berechnend.

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