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«Mein Name ist James ... James Taggart»

Der Amerikaner James Taggart (50) sieht Bond-Darsteller Daniel Craig (47) zum Verwechseln ähnlich.
James Bond alais James Taggart. (Bild: PD)

James Bond alais James Taggart. (Bild: PD)

Im Rahmen einer «Bond Night» von Bang & Olufsen Luzern, einem Fernseh- und Audiofachgeschäft, hatte er vorletzte Woche einen Auftritt im Hotel National in Luzern. Taggart ist im «richtigen» Leben Kreditberater und lebt in Orlando (Florida). Er sieht nicht nur so aus, sondern hat auch dieselbe Körpergrösse wie Craig (1,81 Meter), dasselbe Gewicht (78 Kilogramm) und dasselbe Sternzeichen (Fisch). Wir haben die Gelegenheit genutzt, um dem Bond-Double jene Fragen zu stellen, die bei seinem Aussehen eben auf der Hand liegen.

James Taggart, Ihr Vorname passt ja bestens zum Programm. Ein Zufall? Oder ist Ihre Mutter ein Bond-Fan?

James Taggart: Ein Zufall. Ich bin eigentlich nach einem befreundeten Pfarrer benannt. Ich muss aber sagen: Der Vorname ist für mich sicher nicht hinderlich.

Haben Sie sich schon mal einer Frau vorgestellt mit: «Mein Name ist Bond, James Bond»?

Taggart: Nun, ich sage den Frauen meist: «Hi, ich heisse James ...», sie fügen dann selber das «Bond» an. Das ist eigentlich noch besser.

Und, funktionierts?

Taggart: Ich müsste lügen, wenn ich Nein sagen würde.

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie Daniel Craig so ähnlich sehen?

Taggart: Das war 2006, kurz nach dem Start des Bond-Films «Casino Royale», dem ersten mit Daniel Craig. Plötzlich reagierten die Leute überall auf mich, auf der Strasse, unter Freunden. Es war verrückt.

Haben Sie selber Ihre Ähnlichkeit mit Craig nicht entdeckt?

Taggart: Ich wäre kaum draufgekommen. Man betrachtet sich selber ja anders. Ich sah mich ja fast nur frontal im Spiegel, nicht auf Fotos in Anzug. Deshalb machte ich mir anfangs auch nichts aus den Reaktionen. Doch als der zweite Film mit Craig, «Quantum of Solace», rauskam, spielten die Leute wieder verrückt. Also recherchierte ich und bemerkte, dass für Leute wie mich ein richtiger Markt besteht. So stieg ich dann 2011 in dieses Geschäft ein. Seither läuft es ganz gut.

Glauben Sie, Daniel Craig hat Freude an dem, was Sie tun?

Taggart: Ich bin mir sicher, dass es ihm vollkommen egal ist. Doch ihm ist sicher bewusst, dass es Leute wie mich gibt. Deshalb glaube ich kaum, dass er ein Problem damit hat, solange ich seinen Ruf nicht beschädige.

Ihr grosses Ziel muss wohl sein, einmal in einem Bond-Film mitwirken zu können. Arbeiten Sie darauf hin?

Taggart: Ganz ehrlich: Mein grosses Ziel ist es nicht, ich lebe schon so ganz gut. Aber natürlich würde mir das auf geschäftlicher Ebene sicher viel Schwung geben. Und ich würde wirklich sehr gerne einmal Daniel Craig kennen lernen.

Ihr Job als Craig-Double ist es hauptsächlich, im Massanzug gut auszusehen, mit Spielzeugwaffen zu hantieren und vor gemieteten Aston Martins zu posieren. Fühlt man sich da nicht auch etwas lächerlich?

Taggart: Im Gegenteil: Schauen Sie, ich fliege gratis um die Welt, mir werden alle Spesen und Hotelzimmer bezahlt, dazu eine schöne Gage. Und: Ich komme in Kontakt mit vielen schönen «Bond-Girls».Was will ich mehr?

Jetzt sind Sie ja gerade wieder in Europa. Wie gefällt Ihnen Luzern?

Taggart: Wegen des Nebels sehe ich leider nicht die ganze Landschaft. Aber nur schon anhand von dem, was ich gesehen habe, muss ich, ohne zu übertreiben, sagen: Es ist eine der schönsten Städte, die ich je gesehen habe.

Viel davon werden Sie ja kaum sehen. Vor kurzem war die Premiere des neusten Bond-Streifens «Spectre». Wie sieht derzeit Ihr Terminkalender aus?

Taggart: Im Moment ist es extrem, morgen Dienstag bin ich in Manhattan in einem italienischen Restaurant, am Mittwoch wird in Miami ein Werbespot gedreht, danach habe ich wöchentlich zwei bis drei Auftritte in den USA. Die letzten zehn Tage hatte ich mehrere Auftritte in Europa.

Ein schöner Nebenverdienst ...

Taggart: Gesamthaft gesehen verdiene ich über die Jahre hinweg als Kreditberater zwar mehr. Doch wenn man den Stundenansatz betrachtet, sieht es ganz anders aus. Meine erste Gage 2011 betrug 1500 Dollar. Seither ging es aufwärts. Das Beste daran sind aber die Gratisreisen.

Das entschädigt für viel. Sie müssen aber auch schon viel erlebt haben. Was war das Verrückteste?

Taggart: Ich wurde einmal von einer steinreichen Familie für eine sogenannte Bond-Mizwa gebucht (in Anlehnung an das Wort Bar-Mizwa, die Feier, an der jüdische Knaben mit 13 Jahren ihre Religionsmündigkeit erreichen, Anm. d. Red.). Ich war auf einem riesigen Anwesen und wurde von einer Horde 12- und 13-Jähriger bestürmt, die mich alle fotografieren und anfassen wollten. Ich glaube, sie hielten mich wirklich für Daniel Craig. Da war auch ein Junge, der sich an mein Bein klammerte und sagte: «Ich liebe dich.» Das war schon ziemlich bizarr.

Apropos, was halten Ihre Kinder von Ihrem Nebenjob?

Taggart: Ich habe einen 12-jährigen Sohn, der die halbe Woche bei mir lebt, die andere Hälfte bei seiner Mutter. Er ist total begeistert (Taggart zeigt auf seinem Smartphone ein Bild von sich und seinem Sohn – beide in schwarzem Bond-Anzug mit Fliege). Es ist das beste Bild von uns, wir lieben es. Manche Freunde in der Schule glauben es ihm gar nicht, bis er ihnen Fotos von mir zeigt. Als Nächstes gehe ich mit ihm «Spectre» schauen.

Zum Schluss die Königin aller Fragen: Für welches Bond-Girl würden Sie alles stehen lassen?

Taggart: Kein Zweifel: Naomi Harris in «Skyfall». Ich war noch nie spät für einen Termin. Aber wenn sie anrufen würde, dann würde ich alles andere vergessen.

Interview Guy Studer

mit James Taggart (50), Bond-Double

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