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MEISTERWERK: Die Nackte im Himmelbett

Tizian feiert in seiner «Venus von Urbino» die Schönheit des weiblichen Körpers. Der Künstler malt keine mythische Figur, sondern eine sinnliche, junge Frau. Sie steht für das neue Genre des weiblichen Aktes, das in der Renaissance entsteht.
Christina Genova
Tizian malte seine «Venus von Urbino» als selbstbewusste junge Frau, die sich ihrer Attraktivität bewusst ist. (Bild: Galleria degli Uffizi, Florenz)

Tizian malte seine «Venus von Urbino» als selbstbewusste junge Frau, die sich ihrer Attraktivität bewusst ist. (Bild: Galleria degli Uffizi, Florenz)

Christina Genova

Ist sie eine Kurtisane, eine Braut, die Geliebte? Wir wissen es nicht. Die schöne junge Frau, die später unter dem Namen «Venus von Urbino» berühmt wird, bleibt eine Unbekannte. Was sie bestimmt nicht ist, ist eine Göttin. Das wichtigste Attribut der Venus, der Liebesgott Amor, fehlt. Der Titel, den das Gemälde erst Jahrzehnte später erhält, verschleiert, worum es darin im Kern geht: um Sinnlichkeit und Schönheit. Tizians Venus steht für das neue Genre des weiblichen Aktes, das in der Renaissance entsteht. Das Werk inspirierte zahlreiche Künstler, etwa Édouard Manet zu seiner «Olympia».

Gemalt hat Tizian die schöne Unbekannte 1538. Es war eine Auftragsarbeit für den Herzog von Urbino, Guidobaldo della Rovere, und wurde in dessen Sommerresidenz in der Nähe von Pesaro aufgehängt. Guidobaldo war damals 25, Tizian etwa doppelt so alt und der meistgeschätzte Maler des südlichen Europa.

Die schöne Nackte befindet sich in einem eleganten Renaissance-Innenraum. Ein schwerer dunkelgrüner Vorhang hängt hinter ihr. Die Wände sind mit prächtigen Wandteppichen ausgestattet. Meisterhaft gelingt es Tizian, ihre weiche, leuchtende Haut darzustellen. Dafür malte er zehn bis fünfzehn dünne Schichten Ölfarbe übereinander.

Tizian orientiert sich bei der «Venus von Urbino» an Giorgiones schlafender Venus von 1510, der ersten liegenden Venus überhaupt. Im Gegensatz zu Giorgiones Venus sprüht jedoch die Dar­stellung Tizians vor Erotik. Das 119 mal 165 Zentimeter messende Gemälde hängt heute in den Uffizien in Florenz.

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