METEOROLOGIE: Unter dem Nebel herrschte trockener Winter im Kaltluftsee

Oben wärmer, unten kälter: So war der zu Ende gehende Winter im Langzeitvergleich. Auf dem Pilatus, oberhalb der Nebeldecke, schien in drei Monaten während 472 Stunden die Sonne.

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Abendrot am Pilatus. Der Kampf zwischen der Sonne und dem Nebel geht zu Ende. (Bild: Peter Schnellmann)

Abendrot am Pilatus. Der Kampf zwischen der Sonne und dem Nebel geht zu Ende. (Bild: Peter Schnellmann)

Der erste Wintermonat zeigte sich auf der Alpennordseite grösstenteils hochdruckbestimmt und geprägt von Inversionswetterlagen. Während es auf den Bergen oft sonnig war, verblieb das Flachland an zahlreichen Tagen in einem Kaltluftsee, über dem meist eine Nebel- oder Hochnebeldecke verharrte, welche die Temperaturen in den tiefen Lagen im Tagesverlauf jeweils nur geringfügig ansteigen liessen.

Während der Winter in den Bergen zu mild ausfiel, war es in Zürich verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 (offizielle Referenzperiode der Weltorganisation für Meteorologie WMO) mit einem Temperaturdefizit von -0.6 Grad leicht zu kalt. Ausserdem fiel deutlich zu wenig Niederschlag. Ausgeprägt war die Niederschlagsarmut im Dezember 2016. Einzelne Messstationen in der Schweiz registrierten gar einen Monat lang keinen einzigen Millimeter Niederschlag.

Sonnentage auf dem Pilatus

Gemeinsam mit einer Kältewelle im Januar sind die Inversionswetterlagen dafür verantwortlich, dass der vergangene Winter im Flachland der Alpennordseite verbreitet leicht zu kalt ausfiel. Oberhalb der Nebeldecke wurde die Luft hingegen jeweils kräftig erwärmt, sodass beispielsweise auf dem Pilatus gar ein Temperaturüberschuss vom 1,6 Grad verzeichnet wurde. Mit mehr als 472 Stunden in den letzten drei Monaten schien die Sonne auf dem Luzerner Hausberg 85 Stunden mehr als im Durchschnitt.

Insgesamt stieg das Thermometer in Zürich-Affoltern an 18 Tagen dieses Winters nicht über null Grad an. Diese Anzahl an sogenannten Eistagen entspricht praktisch dem langjährigen Mittel. Auf der Alpensüdseite gestaltete sich der Winter zu warm und deutlich zu trocken, sodass zeitweise erhebliche Waldbrandgefahr herrschte.

pd/cv