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Mini-Lösung für ein grosses Problem

Getestet

Wer schlecht hört, braucht auf Dauer ein Hörgerät. Damit es gar nicht erst soweit kommt, kann man vorbeugen. Dienlich ist ein ordentlicher Lärmschutz, wobei es zuweilen mehr das Nervenkostüm als die Ohren zu schützen gilt: In einem Grossraumbüro fällt die Konzentration mitunter schwer. Ergo brauche ich (auch) dringend Schutz vor Bürolärm.

So einfach lässt sich das auf den ersten Blick banale Problem aber nicht lösen. Die kleinen, meist gelben Stöpsel, bekannt unter ihrem Markennamen Ohropax, passen schlicht nicht in meine extrem engen Gehörgänge. Ich hab es zigmal versucht. Erfolglos. Deshalb habe ich ungeschützt etwelche Konzerte und Motorsportveranstaltungen hinter mir, bei denen ein Gehörschutz angebracht gewesen wäre. Die Folge: Mit gerade mal 50 höre ich nicht mehr besonders gut.

Ein möglicher Ausweg heisst Pamir. Der den meisten Schweizer Soldaten bekannte Gehörschutz schützt zweifelsohne wirksam vor Lärm, ist jedoch konzertuntauglich. Grad gar nichts mitbekommen vom Sound meiner Lieblingsbands, will ich dann doch nicht. Im Büro sind Pamir ein akzeptables Accessoire, obwohl sie fast schon zu viel Lärm schlucken. Doch sie sind hässlich. Und wer will schon als gänzlich an den Mitmenschen uninteressierter Eigenbrötler abgestempelt werden?

Was bleibt, sind individuell angepasste Gehörschütze. Die sind zwar nicht ganz billig, aber im Vergleich zu den Pamir-Monstern richtig ästhetisch. Beim Hörgerätehersteller Neuroth konnte ich einen neuartigen Gehörschutz testen. Verblüffend: Die unter dem Namen «Earwear» vertriebenen Stöpsel dämpfen nicht nur lästiges Bürogewusel, sondern schützen dank eines auswechselbaren Filters auch vor Konzertlärm. Etwas gewöhnungsbedürftig ist einzig das Einsetzen der Stöpsel. Ich schaffe es noch immer nur vor dem Spiegel. «Earwear» gibt’s in allen Farben – hier abgebildet sind die Modelle «Design Line» (oben) und «Jäger» –, aber auch fast unsichtbar, wie bei mir.

Produziert wird der exakt auf jedes Ohr und jeden noch so engen Gehörgang adaptierbare Gehörschutz mit einem 3-D-Drucker in Österreich – dort, wo das Familienunternehmen Neuroth seinen Stammsitz hat. Darum waren zwei Besuche in der Luzerner Hörcenter-Filiale nötig: Beim ersten wird das Ohr ausgemessen, beim zweiten geübt, wie der Gehörschutz richtig eingesetzt wird.

Die Preise für «Earwear» bewegen sich je nach Ausführung (in Titan oder Acrylat) um die 200 bis 300 Franken. Das ist im Vergleich zu 5 Franken für sechs «Ohropax» viel Geld. Auch einen fast ewig haltbaren Pamir-Gehörschutz gibts in der Landi für unter 20 Franken. Andererseits sind 200 oder 300 Franken eine kleine Summe für das Vorbeugen von irreversiblen Hörschäden. Es ist eine gute Investition – auch vom ästhetischen Gesichtspunkt aus betrachtet.

Lukas Nussbaumer

Hinweis

Neuroth beschäftigt in der Schweiz am Hauptsitz in Steinhausen ZG und in 67 Filialen 230 Mitarbeiter. www.neuroth.ch

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