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MOBILTELEFON: Zum 40. Geburtstag des Natels

Während an der CES in Las Vegas die neusten Gadgets gezeigt werden, jährt sich die Geburt des Natels zum vierzigsten Mal. Ein Natel A hat damals 16'000 Franken gekostet und war 15 Kilogramm schwer.
Bruno Knellwolf
Eine Messehostess stellt das Mobiltelefon Natel-D des Schweizer Telekommunikationsunternehmens Ascom vor. (Bild: Patrick Aviolat/Keystone (9. Oktober 1991))

Eine Messehostess stellt das Mobiltelefon Natel-D des Schweizer Telekommunikationsunternehmens Ascom vor. (Bild: Patrick Aviolat/Keystone (9. Oktober 1991))

Bruno Knellwolf

Der Begriff ist nicht totzukriegen. Versuchen Sie es: Geben Sie im Suchfenster Ihrer E-Mails «Natel» ein. Wetten, dass die Suche nach dem Begriff erfolgreich sein wird, weil einige ihre Handynummer noch als Natelnummer bezeichnen? Die Erfindung des Natels ist nun 40 Jahre her und der Computer-Experte Robert Weiss, der zu Hause in Männedorf ein eigenes Computer-Museum führt, spricht von einem «Super-Marketing-Erfolg», welches der damaligen PTT und heutigen Swisscom gelungen ist. Denn vor allem Menschen gehobenen Alters sprechen heute noch vom Natel und nicht vom Handy oder Smartphone.

Im Frühling 1978 lässt die PTT das Natel A erstmals klingeln. Natel steht für «Nationales Autotelefon» und das auffällige Gerät ist in der Regel im Auto eingebaut. «Es gab schon auch Kofferversionen des Natels, aber die konnte man kaum rumtragen, weil sie viel zu schwer waren.» Etwa 15 Kilogramm wog ein solcher Koffer. Robert Weiss war 1980 schon stolzer Besitzer eines Natels A. «Das war extrem teuer. Es kostete 16'000 Franken», erzählt der Telekom-Historiker.

Höchstens drei Minuten waren möglich

Mit dem Natel A konnte man allerdings höchstens drei Minuten telefonieren, «dann wurde man aus der Leitung geschmissen», sagt Weiss. Als Natel wurde nicht nur das Gerät, sondern der gesamte Dienst bezeichnet, der im April 1978 aufgeschaltet wurde. Ein Natel-Telefon-Netz, an dem anfänglich lediglich 3000 Empfänger angeschlossen waren. «Interessant war aber, dass die PTT damals viermal mehr solcher Natel-Garnituren verkauft hat», erzählt der Telekom-Historiker. «Das bedeutete, dass nur jeder Dritte damit telefonieren konnte, die anderen hatten das Gerät nur im Auto, um Eindruck zu schinden. Bei Rot vor der Ampel nahmen viele das Telefon ab, obwohl gar niemand in der Leitung sein konnte», erzählt Weiss.

Solche Telefon-Installationen im Auto, die an dessen Batterie angeschlossen waren, gab es in den USA schon länger und auch die PTT hatte schon 1952 in der Region Zürich ein erstes Mobiltelefonnetz gestartet, allerdings nur in der Region Zürich. Bis 1975 wurden weitere regionale Netze eröffnet, der Durchbruch der Mobiltelefonie startet allerdings erst 1978 mit der Lancierung des portablen Nationalen Autotelefons.

Noch ist das schwere Natel A also mehr Statussymbol und zudem ist das Telefonieren teuer. Drei Minuten kosten fünf Franken, hinzu kommt eine monatliche Grundgebühr von 130 Franken. Das System entspricht einer analogen Kleinfunkanlage, via Funk wählt sich das Natel A bei der nächsten Funkantenne ins Telefonnetz ein. In dieser Pionierzeit der Mobiltelefonie dauert es bis zu zwei Minuten bis die Verbindung steht.

Dicker Strich auf dem Faxpapier

«Mit dem Natel A und C hatte ich noch einen Akustik-Koppler und einen Fax im Auto. Wenn ich während des Faxens durch einen Tunnel gefahren bin, entstand auf dem Faxpapier ein schwarzer Strich. Der Empfänger konnte aufgrund der Strichbreite erahnen, durch welchen Tunnel ich gerade gefahren bin», erzählt Weiss. Jahre später verkauft er sein 16'000 Franken teures Natel A immerhin noch für 2500 Franken an einen Förster. Dieser schätzt, dass das «Funktelefon» auch in entfernten Bergtälern noch funktioniert, während moderne Netze dort versagen. 1983 kommt das Natel-B-Netz hinzu. Leistungsfähiger und handlicher werden die Natel C, die ab 1987 in Betrieb genommen werden. Der nächste grosse technologische Schritt ist der Wechsel von analoger zu digitaler Telefonie mit dem Natel D im Jahr 1993. Damit einher geht auch die Einführung des GSM, des Mobilfunkstandards der zweiten Generation (2G), welches auch in heutigen Smartphones noch läuft. Später folgt der UMTS-Standard (3G), der die Internet-Verbindungen herstellt.

Der Begriff Natel, seit 1999 markenrechtlich geschützt, hat in den Köpfen der Schweizer überlebt, auch wenn er von Deutschland her vom Handy bedrängt worden ist. Die Marke Natel selbst wurde aber vor einem Jahr von der Swisscom endgültig zu Grabe getragen.

Mehr als nur Flatscreens und Smartphones

ElektronikmesseDie Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas im riesigen Convention Center ist die grösste Elektronik-Messe der Welt. Im Gegensatz zur Cebit, die sich an ein Fachpublikum richtet, geht es hier noch bis am Freitag um Konsumenten, die sich an Gadgets, Flatscreens und Smartphones sattsehen wollen. «Inzwischen sind aber vor allem Elektroautos das grosse Thema an dieser Messe», sagt der Computer-Experte Robert Weiss. Dabei geht es vor allem um Vernetzung und autonomes Fahren.

«Zu reden geben aber auch die Home-Vernetzungen, Lautsprecher-Systeme und Gadgets für die Gesundheitsvorsorge», sagt Weiss. Allerdings werde nicht alles, was an einer solch trendigen Messe vorgestellt werde, ein Renner. Weiss erinnert an das vor fünf Jahren vorgestellte 3D-Fernsehen, von dem heute niemand mehr spricht.

Dafür sprechen die Computer heute selbst, Alexa, Siri und Co. lassen grüssen. Amazons Alexa spricht an der Messe aus Fernsehern und Lautsprechern, Kühlschränken und Öfen, Lichtschaltern, Rauchmeldern, Windows-Computern und einem Badezimmerspiegel.

Herausgefordert wird Alexa von «Hey Google», der Weckruf des Google-Assistenten. Und Bang & Olufsen zeigt, wie Lautsprecher und TV-Geräte der Marke via Google Assistant mit Sprachsteuerung bedient werden.

Der Gadgets sind viele. Interessant ist, was Polaroid an der CES zeigt. Eine neue digitale Sofortbildkamera, die drahtlose Technologie mit dem traditionellen 3×4-Zoll-Polaroid-Fotoformat kombiniert. Wie früher, also wohl schon bei der Gründung der Firma vor 80 Jahren, hat man nach dem Fotografieren tatsächlich ein reales Bild aus dem integrierten Drucker in der Hand.

Der Elektronik-Riese Sony zeigt neue Fernseher, kabellose Kopfhörer und Lautsprecher. Auf ein grösseres Echo stösst der Projektor LifeSpace UX, in den mehrere Lautsprecher eingebaut sind. Das Gehäuse in der Form eines kleineren Schranks richtet sich an Anwender, die in ihrer Wohnung wenig Platz für einen grösseren Fernseher und mehrere im Raum verteilte Lautsprecher haben. Ein Format.

Wieder ein Thema ist auch die Virtual Reality. Der Anbieter Lenovo zeigt sein Mirage Solo VR-Headset mit Kamera. Ein autarkes Headset, das keine Kabel, PC oder Telefone benötigt und mit dem man in die Virtual-Reality-Plattform von Google Daydream eintauchen kann. Mit der Kamera lassen sich zudem eigene VR-Inhalte erstellen.

Bevor Intel seine neusten Chips vorstellen konnte, musste Konzernchef Brian Krzanich eine Erklärung zur jüngst bekannt gewordenen Chip-Schwachstelle beginnen. Er entschuldigte sich nicht, erklärte aber, Intel wolle binnen einer Woche Schutzmassnahmen gegen die Sicherheitslücke in Computerchips für 90 Prozent seiner Prozessoren veröffentlichen. Lieber sprach Krzanich über Intels neue Technologie für dreidimensionale Videoaufnahmen.

Bei «True VR» werden Szenen mit Dutzenden Kameras aus unterschiedlichen Richtungen aufgenommen, sodass man die Videos aus allen möglichen Blickwinkeln und Perspektiven einzelner Teilnehmer betrachten kann.

Bruno Knellwolf

Im September des Jahres 1987 soll das erste Teilnetz des leistungsfaehigeren, handlicheren und auch kostenguenstigeren Natel-C der PTT-Betriebe in der Region Zuerich in Betrieb genommen werden. Die Anschlusskapazitaet betraegt fuer den Anfang 8500 Teilnehmer und kann bis Ende 1987 aber auf 25'000 mobile Telephonabonnenten ausgedehnt werden. (KEYSTONE/Str) (Bild: Keystone (Zürich, 23. Februar 1987))

Im September des Jahres 1987 soll das erste Teilnetz des leistungsfaehigeren, handlicheren und auch kostenguenstigeren Natel-C der PTT-Betriebe in der Region Zuerich in Betrieb genommen werden. Die Anschlusskapazitaet betraegt fuer den Anfang 8500 Teilnehmer und kann bis Ende 1987 aber auf 25'000 mobile Telephonabonnenten ausgedehnt werden. (KEYSTONE/Str) (Bild: Keystone (Zürich, 23. Februar 1987))

Ein Mann mit einem der neuen schurlosen Telefone, Natel-C, undatierte Aufnahme aufgenommen um 1993. (KEYSTONE/Str) (Bild: Keystone)

Ein Mann mit einem der neuen schurlosen Telefone, Natel-C, undatierte Aufnahme aufgenommen um 1993. (KEYSTONE/Str) (Bild: Keystone)

Walter Heutschi, Chef Mobilcom bei der Telecom PTT und "Vater des Natel C" in der Schweiz, haelt sich ein solches ans Ohr. Was am Freitag, 4. Juli 1997, ueber sein Kind zu vernehmen ist, ist nicht erfreulich. Der Betreib des Natel-C-Netzes in der Schweiz wird ab 1. Oktober 1998 massiv eingeschraenkt. 100'000 bis 150'000 Benuetzer werden bis da auf Natel-D umsteigen muessen. Die Natel-C Telefone landen nach Heutschi auf dem Schrott. Vgl. SDA bsd014. (Keystone/Archivbild) (Bild: Keystone (3. Juli 1997))

Walter Heutschi, Chef Mobilcom bei der Telecom PTT und "Vater des Natel C" in der Schweiz, haelt sich ein solches ans Ohr. Was am Freitag, 4. Juli 1997, ueber sein Kind zu vernehmen ist, ist nicht erfreulich. Der Betreib des Natel-C-Netzes in der Schweiz wird ab 1. Oktober 1998 massiv eingeschraenkt. 100'000 bis 150'000 Benuetzer werden bis da auf Natel-D umsteigen muessen. Die Natel-C Telefone landen nach Heutschi auf dem Schrott. Vgl. SDA bsd014. (Keystone/Archivbild) (Bild: Keystone (3. Juli 1997))

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