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MURI/BOZEN: Benediktiner mit Herz und Seele

Unerwartet ist Abt Benno Malfèr im Alter von 70 Jahren verstorben. Leben und Wirken des volksnahen und tiefsinnigen Geistlichen waren eng mit der Schweiz verbunden.
Andreas Faessler
Abt Benno Malfèr (1946–2017)

Abt Benno Malfèr (1946–2017)

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

«Ein Mann mit grossem Herzen ist nicht mehr ...»

Es ist der berührende Facebook-Kommentar eines Muria­ner Firmlings auf die Nachricht über den unerwarteten Tod von Abt Benno Malfèr (1946–2017) von Muri-Gries. Der Vorsteher der Benediktinerabtei ist am vergangenen Montag nach kurzem Aufenthalt in einem Bozener Krankenhaus einem Herzinfarkt erlegen. Nicht mal zwei Wochen ist es her, dass Abt Benno noch in Muri weilte, um an der Präsentation des neuen Klosterführers der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte teilzunehmen.

Heute Freitag findet im Kloster Muri-Gries in Bozen die Beisetzung statt, an der auch mehrere Vertreter aus der Schweiz, unter anderem aus Muri, teilnehmen werden. Unter ihnen Georges Schwickerath, Pfarrer von Muri und Präsident des Vereins Freunde der Klosterkirche. Tief betroffen vom plötzlichen Tod des Abtes bleibt ihm die Erinnerung an einen besonnenen, reflektierten Menschen, der ihm stets ein väterlicher Freund war, wie er sagt. «Abt Benno stach nicht nur mit seinem fundierten philosophisch-theologischen Wissen hervor, sondern insbesondere auch mit seinem ausgeprägten geschichtlichen Interesse.» Das schlug sich unter anderem in Abt Bennos jahrelangem intensiven Engagement im Vorstand des Vereins Freunde der Klosterkirche Muri nieder, zu dessen Gründungsmitgliedern er vor 25 Jahren gehörte.

Starke Beziehung zu den Stammorten

Abt Benno war seit jeher stark, ja heimatlich verbunden mit den Schweizer Stammorten der Abtei (siehe Infobox), regelmässig pendelte er von Bozen nach Muri und Sarnen. «Er verstand diese Orte stets als Teil seiner eigenen Biografie», sagt Pfarrer Schwickerath. Wiederholt besuchte der Abt auch die Benediktinerinnen in Hermetschwil, deren Kloster historisch ebenfalls eng mit dem Stammort Muri verbunden ist. Abt Benno identifizierte sich seit Anbeginn mit der Benediktinerabtei und deren bewegter Geschichte, hat sich erklärt und deutlich in der Tradition der Äbte von Muri verstanden, treu nach der Benediktusregel gelebt.

Die Nähe zu den Menschen

Seine häufige Präsenz in der Schweiz wirkte auch prägend auf das Verhältnis zu der Bevölkerung, zu welcher Abt Benno stets den Kontakt suchte und pflegte – sei es als Privatperson, als Abt oder Firmspender. «Die Menschen hier kannten ihn gut, schätzten sein angenehmes, geselliges Wesen, seine Herzlichkeit und seine Würde, die wohlbemerkt nie Unnahbarkeit ausstrahlte», weiss Pfarrer Georges Schwickerath. Und auch sein trefflicher Humor, der oft nicht einer gewissen Trockenheit entbehrte, habe seinen einnehmenden Charakter ausgemacht.

Ein Leben für die Kirche

Abt Benno (Taufname Christian) Malfèr, geboren am 20. Dezember 1946, ist in Bozen-Gries aufgewachsen und trat nach seiner Matura bei den Franziskanern 1965 in die Benediktinerabtei Muri-Gries ein, zu welcher er in Jugendjahren bereits als Ministrant eine enge Verbindung aufgebaut hatte. Am Bruderklausentag 1966 legte er in Gries seine Profess ab, 1971 folgte die Priesterweihe. Nach seinem Philosophie- und Theologiestudium in Rom und München promovierte Malfèr am päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo in Rom, wo er in der Folge zehn Jahre lang als Professor für Moral- und Pastoraltheologie lehrte. Am 5. Februar 1991 wurde Pater Benno zum 59. Abt von Muri und zum 10. Prior von Gries gewählt. Ab 1997 bis 2015 war Malfèr Abtpräses der Schweizerischen Benediktinerkongregation und von 2003 bis 2012 Vorsitzender der Salzburger Äbtekonferenz. Danach war er bis zu seinem Tod Vorsitzender der Südtiroler Superiorenkonferenz.

Am Martinstag, 11. November, wird Pfarrer Georges Schwickerath um 19 Uhr in der Klosterkirche Muri einen Gedenkgottesdienst für Abt Benno Malfèr selig feiern.

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