Nach der Weltreise wartet die neue Heimat

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Roger Rüegger
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Werner Frey (59) aus Inwil ist mit seiner Harley-Davidson um die Welt gefahren. (Bild: Boris Bürgisser (Inwil, 4. September 2017))

Werner Frey (59) aus Inwil ist mit seiner Harley-Davidson um die Welt gefahren. (Bild: Boris Bürgisser (Inwil, 4. September 2017))

Nach rund 90000 Kilometern und fünf Reifensätzen ist Werner Frey (59) von seiner Welt­reise mit der «Black Eagle» zurück. Der Inwiler hat sein Projekt mit einer Harley-Davidson Street ­Glide ohne Panne und ohne Sturz abgeschlossen. Obwohl er Strassen befuhr, die dem Namen nicht gerecht werden. «In Patagonien, Äthiopien oder Sibirien sind diese teilweise so schlecht, dass ich nur langsam und mit höchster Konzentration fahren konnte», sagt Frey, dessen Maschine rund 400 Kilo wiegt.

Gestartet ist er am 3. Juli 2015. Geplant hatte er ein oder zwei Jahre für den Trip. Es wurden zwei. Dies, weil er in Südafrika die Schweizerin Marlies kennen gelernt hat, die eine Lodge betreibt. Er wurde also von der Liebe gebremst und blieb für ein Jahr in Kapstadt. Kontaktiert haben wir ihn, als er seine Reise fortgesetzt hatte und Kalifornien erreichte. Via Skype erzählte er uns von seiner Reise (Ausgabe vom 17. Juli). Damals sagte Frey, er werde die Tour Ende August in Inwil abschliessen. Vor ihm lag noch die Strecke über Nordamerika, Südkorea, Sibirien, ganz Russland und Europa. Eine fast nicht lösbare Aufgabe – könnte man meinen. Doch für Werner Frey, der seine Tour exakt plante, kein Ding der Unmöglichkeit. «Am 14. August verliess ich in Wladiwostok die Fähre, die ich in Seoul bestieg, und nahm die letzten 12000 Kilometer in Angriff», sagt er bei unserem Treffen am Montag in Inwil.

Angekommen in der Schweiz ist er am 30. August. Bei der Fahrt legte er einen eintägigen angenehmen Zwischenstopp in Moskau bei Mitgliedern der Harley-Owners-Group ein. «Die Biker zeigten mir die Stadt und demonstrierten, wie man in Moskau Töff fährt. Dies, indem sie im Affenzahn von Platz zu Platz brausten.» ( www.black-eagle.ch ). Seinen Zeitplan hielt er dennoch ein, weil ihn der Stallgeruch lockte. «Die Strecke von Wladiwostok bis hierher ist zwar unglaublich lang. Aber je näher ich dem Ziel kam, desto mehr zog es mich an.» Nach der letzten Tournacht in Berlin fuhr er nonstop durch und war um 17.30 Uhr in der Heimat. Wobei diese nur noch bis am 17. September Inwil heisst. Dann zieht er zu Marlies, wo er – apropos Stallgeruch – ein neues Projekt angeht: «Ich baue ein energieeffizientes Haus mit Pferdestallung auf einem Farmgrundstück.» Diese Reise macht er mit dem Flugzeug.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch