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NATUR: Gärten wie Gemälde

Die Gartenmesse Giardina in Zürich läutet ab Mittwoch den Frühling ein. Drei Aussteller über die neue Lust am Unsterilen, Grünflächen in der Stadt und Geheimtipps gegen Schnecken.
Der Traum vom eigenen Schwimmbad im Garten wird wieder häufiger realisiert. Die Experten raten: innen und aussen als Einheit denken. (Bild: PD)

Der Traum vom eigenen Schwimmbad im Garten wird wieder häufiger realisiert. Die Experten raten: innen und aussen als Einheit denken. (Bild: PD)

Kathrin Stengele, Balkon- und Terrassengestalterin

Wie heisst Ihre Lieblingspflanze?

Kathrin Stengele: Ich bin ganz vernarrt in Anemonen. In die ersten Buschwindröschen im Frühling im Wald, im Frühsommer in die grösseren Wald-Windröschen. Zum Schluss in die elegante ­Honorine Jobert, die klassische weisse Herbstanemone.

Welcher von Ihnen gestaltete Garten hat Sie besonders inspiriert?

Ein badetuchgrosser Balkon. Eine wunderschöne Aufgabe für eine ältere Dame. Wir haben als Erstes ihren Balkonstuhl ideal platziert und dann rundherum jeden Quadratzentimeter für Pflanzen genutzt. Da hat nichts gefehlt. Klet­ter­pflanzen, Blumenkörbe, Immergrüne, Blüten, Gräser, Kräuter und Frühlingsblüher fanden neben einem kleinen Sonnen­schirm, La­ternen und einem alten Kerzenständer Platz.

In welchem kleinen Mittel schlummert am meisten Potenzial, um einen Garten zu verschönern?

Ein mobiler, schöner Sessel zum Kaffeetrinken? Vielleicht kommen dann die guten Ideen zur Umgestaltung.

Enzo Enea, Landschaftsarchitekt

Beschreiben Sie Ihren bisher schönsten Gartenmoment.

Enzo Enea: Prägend waren sicher die Momente im Garten meines Grossvaters. Ich erinnere mich gerne, wie ich mit ihm Pfirsiche gepflückt und ihm bei der Arbeit als Brunnenbauer geholfen habe. Die Gerüche der Kräuter und zu erleben, wie man die Frucht der eigenen Arbeit wortwörtlich ernten kann – das sind Erlebnisse, die ich bis heute in mir trage.

Was war das herausforderndste Projekt, das Sie je verwirklicht haben?

Mit unserer Niederlassung in New York haben wir den Wettbewerb im Umfeld der Highline, einer stillgelegten Hochbahntrasse, gewonnen. Wir gestalten nun einen Innenhof zwischen zwei Towern und die Dachgärten von einem Hotelbau. Die Wünsche des Auftraggebers leiten sich oft von seiner Situation ab. Wir müssen also Mensch und Ort verstehen, bevor wir unser Konzept entwickeln.

Morbide Rosen sind einer der Gartentrends 2018. Zu Recht?

Rosen sind Klassiker und werden in Gärten immer präsent sein. Morbide Rosen sind eine Spielart des Klassikers und können durch ihre nicht perfekte Erscheinung die Gestaltung punktuell brechen. Sie bieten den Gestaltern so zusätzliche Möglichkeiten.

Welche Entwicklung erachten Sie in Ihrer Branche als die wichtigste?

Weltweit konzentriert sich das Leben der Menschen immer mehr auf die Städte. Ein Megatrend, der vor neue Herausforderungen stellt. Menschen sind soziale Wesen. Sie verbringen zusammen Freizeit. Ein Bedürfnis, das mit zunehmender Digitalisierung zunimmt. Und wo trifft man sich? Draussen. In Freiräumen, die durch gute Gestaltung einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität haben. Grünflächen wirken der Erhitzung durch Betonflächen entgegen.

Plastikmöbel oder Möbel wie drinnen für draussen?

Plastik ist kein natürlicher Werkstoff und somit nicht Teil unserer Philosophie. Wir wollen überall wertige Möbel, ob drinnen oder draussen. Wir verstehen nicht, weshalb man draussen auf Qualität verzichten sollte. Darum gestalten wir auch nach dem Prinzip «Outside in», die den gesamten Lebensraum, also Innen- und Aussenbereich, als Einheit versteht.

Ohne Garten wäre Ihr ­Leben …

… unvorstellbar. Gäbe es keine Gärten, würde ich sie erfinden

Marcel Egli, Gartenbauer

Wie sieht Ihr Traumgarten aus?

Ich habe nicht nur einen Traumgarten, sondern mehrere, und sie befinden sich überall in der Schweiz. Durch meine Arbeit kann ich täglich Traumgärten erschaffen. Was alle gemeinsam haben, sind ausdrucksstarke Pflanzen, Calanca-Gneis und Wasser in verschiedenen Varianten.

Wie wichtig ist der Duft im Garten?

Der Duft ist für die Wirkung des Gartens beinahe so wichtig wie bei einem feinen Essen. Man sollte einen Garten mit allen Sinnen erleben können. Draussen von feinen Düften umgeben zu sein, löst grosses Wohlbefinden aus. Am einfachsten gelingt das, indem man Töpfe mit duftenden Pflanzen wie Kräuter, Gewürzen, Blütenstauden oder Zwiebelpflanzen in unmittelbarer Nähe von den Sitzbereichen platziert. Das funktioniert auch auf kleinstem Raum.

Welches Budget ist für einen Garten nötig?

Von 500 Franken Startgeld bis Millionenbeträge liegt jede Investition drin. Schon zwei toll bepflanzte Gefässe können einen Balkon in einen Garten verwandeln.

Wo liegt der Haken bei kleinen Gärten?

Durch clevere Ideen und praktische Lösungen lassen sich auch aus kleinen Gärten raffinierte Wohlfühloasen erschaffen. Das Negative daran ist nur: Die Kosten dafür können beinahe so hoch werden wie bei grösseren Gärten.

Welcher Gartentrend ist gekommen, um zu bleiben?

Das Schwimmbad im eigenen Garten wird seit einiger Zeit wieder vermehrt gewünscht. Wir orientieren uns aber nicht an Trends. Nur zeitlose, nachhaltige Gärten machen die Bewohner auch nach Jahren noch wirklich glücklich.

Was halten Sie von Steingärten?

Er lebt nicht, dabei ist Garten doch Lebensraum.

Texte: Diana Hagmann-Bula

Hinweis
Die 20. Giardina findet vom 14. bis 18. März 2018 in Zürich statt. Eines der Leitthemen: Grosse Wirkung auf wenig Raum. www.giardina.ch

Kathrin Stengele, Fior di Terrazza, Bern. Bild: PD (Bild: PD)

Kathrin Stengele, Fior di Terrazza, Bern. Bild: PD (Bild: PD)

Enzo Enea, Landschaftsarchitekt mit Filialen in Rapperswil-Jona, New York und Miami.Bild: PD (Bild: PD)

Enzo Enea, Landschaftsarchitekt mit Filialen in Rapperswil-Jona, New York und Miami.Bild: PD (Bild: PD)

Marcel Egli, Geschäftsführer von Egli Grün, Sirnach. Bild: PD (Bild: PD)

Marcel Egli, Geschäftsführer von Egli Grün, Sirnach. Bild: PD (Bild: PD)

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