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NATUR: Gezwitscher fürs Gemüt

Die letzten Singvögel kehren im Mai zurück, ihr Konzert am Morgen ist bereits vielstimmig und laut. Unter den Vögeln gibt es sowohl Sänger als auch Instrumentalisten.
Laura Widmer
Bereits ihr Anblick kann die Stimmung heben: (von links) Nachtigall, Rotkehlchen und Amsel. (Bild: Getty, DPA, Imago)

Bereits ihr Anblick kann die Stimmung heben: (von links) Nachtigall, Rotkehlchen und Amsel. (Bild: Getty, DPA, Imago)

Laura Widmer

Auch Sounddesigner liegen mal daneben. Wenn sie versuchen, die perfekte Geräuschkulisse für einen Film oder fürs Fernsehen zu kreieren, kommt es auf jedes Knacken und Rascheln an.

Dabei passieren aber auch Fehler, die nur einem Experten auffallen. «Beispielsweise wenn eine ‹Tatort›-Folge im Winter spielt, kommt es vor, dass man einen Vogel hört, der eigentlich gar nicht da sein sollte», sagt Michael Schaad von der Vogelwarte Sempach. Laien falle das nicht auf, als Vogelliebhaber reagiere man da schon empfindlicher.

Vogelgesänge sind komplex

Gerade jetzt ist das Vogelkonzert aber besonders vielstimmig und laut. In den kalten Monaten sind viele Singvögel hierzulande nicht zu hören. Die ersten Arten sind seit Februar wieder da. «Bis Ende Mai wird ihre Zahl noch zunehmen», sagt Schaad. «Dann kehren auch die letzten Zugvögel aus dem Süden zurück.»

Die einzelnen Vogelstimmen können viele Menschen aber kaum unterscheiden. Am bekanntesten ist wahrscheinlich der Gesang der Amsel. Auch das Rotkehlchen oder die Singdrossel sind häufig vorkommende Arten. Nur wenige Vogelarten geben ein «simples» Zwitschern von sich. Die Klänge, die Vögel zur Kommunikation nutzen, sind meistens komplexer und variabler.

Der Gesang der Vögel ist eine Form der Kommunikation. Hauptsächlich wird er für das Balzverhalten oder zur Verteidigung des Reviers genutzt. Das singende Männchen markiert sein Revier und signalisiert, dass es auf Partnersuche ist. Bei vielen Arten, etwa dem Rotkehlchen, können allerdings auch die Weibchen singen. Wirklich stumm ist praktisch keine heimische Vogelart. Es gibt allerdings Vögel, die fast ganz darauf verzichten, Laute von sich zu geben. «Darunter sind beispielsweise Greifvögel, die Kontaktlaute wie Rufe von sich geben», sagt Schaad. Storche wiederum geben Instrumentallaute von sich und klappern beispielsweise mit dem Schnabel. Spechte trommeln auf Holz. Rhythmus und Länge des Trommelns sind dabei von Art zu Art verschieden.

Nicht immer ist Vogelgesang so angenehm wie das Lied der Amsel. Die für ihren schönen Gesang bekannte Nachtigall etwa singt abends und in der Nacht. «Sie klingt fantastisch, kann einem aber den letzten Nerv rauben, wenn man schlafen möchte», sagt Schaad. Nicht besonders melodisch ist auch der Gesang der Grauammer: Er wird gar mit dem Geräusch eines geschüttelten Schlüsselbundes verglichen.

Vogelgezwitscher zur Entspannung

Vogelgezwitscher wird von Menschen als so angenehm empfunden, dass pfeifende Vögel auch als Umgebungsgeräusch eingesetzt werden. So verschönern sie den Aufenthalt in Parkgaragen und Aufzügen und sollen in der Gemüseabteilung des Grossverteilers zum Kaufen animieren. Anders als Walgesänge werden Vogelgeräusche selten gezielt zur Entspannung eingesetzt. Klangtherapeutin Franziska Hugen­tobler verwendet mehrheitlich Instrumente in ihrer Therapie, gelegentlich kommen aber auch Waldgeräusche inklusive Vogelgezwitscher zum Einsatz. «Der Gedanke ist, dass das Rauschen der Blätter im Wald an die Geräusche im Mutterbauch erinnert und deshalb Geborgenheit schafft», sagt Hugentobler.

Nicht nur Vogelklänge sind gut fürs Gemüt. Bereits der blosse Anblick von Vögeln kann die Stimmung verbessern, wie eine Studie der University of Exeter feststellte. Menschen, die in ihrer Nachbarschaft viele Bäume, Sträucher und Vögel haben, leiden seltener unter Depressionen und Stress. Dabei zählt vor allem, wie viele Vögel man sieht. Weniger wichtig ist die Art, wird in der Studie festgehalten, da nur wenige Menschen sie auseinanderhalten können. Stattdessen ist es der Kontakt mit Vögeln, der den positiven Effekt hervorruft.

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