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NATURHEILKUNDE: Richtig dosiert, macht dieses Kraut viel Freude

Jetzt ist die Zeit des Ysops. Das traditionelle Heilkraut hilft sowohl bei Erkältungen als auch bei Magenbeschwerden. Und es macht Wild- und Pilzgerichte ungemein schmackhaft.
Ulrike von Blarer Zalokar
Heilend und würzend: Ysop passt bestens in den Spätherbst. (Bild: Getty)

Heilend und würzend: Ysop passt bestens in den Spätherbst. (Bild: Getty)

Ysop, auch Honigkraut genannt, ist ein Würz- und Heilkraut aus dem Mittelmeerraum, von Mönchen über die Alpen gebracht und vor allem im Mittelalter ausgiebig genutzt.

Aus seinen Blüten und Blättern wurden Kompressen gemacht, um müde Augen zu stärken. Und als getrocknetes Würzkraut hat Ysop Speisen bekömmlicher gemacht und die Verdauung angeregt. Heute noch kommt Ysop in den Likör, und zwar in den Chartreuse, hergestellt von französischen Kartäusermönchen. Dieser Chartreuse, übrigens, soll auf ein kompliziertes alchemistisches «Elixier des langen Lebens» zurückgehen, eine Geschichte für sich: Etwa 130 Kräuter sollen dazu verwendet werden.

Hippokrates empfahl, bei Mandelentzündungen den Rauch von verbrennendem Ysop einzuatmen, zusammen mit Schwefel und Erdpech. Hildegard von Bingen hielt Hyssopus officinalis für kraftgebend und reinigend und baute ihn im Klostergarten an.

Das ist übrigens leicht. Der Halbstrauch mit seiner purpur-violett strahlenden Farbenpracht mag Sonne am Himmel und Kalk im Boden, er gedeiht problemlos. Bienen fliegen ihn gerne an, der Honig erhält eine aromatische Note. Während der Blüte zwischen Juni und September werden auch die jungen Triebe und Blüten geerntet, man trocknet sie oder macht eine Tinktur.

Therapeuten der Traditionellen Europäischen Naturheil­kunde (TEN) setzen Ysop bei ­Beschwerden mit Magen und Kreislauf ein. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) nutzt ihn bei Entzündungen der Atemwege, des Halses, Mundes und Zahnfleisches sowie bei Erkältungen und Grippe.

Jetzt im Herbst gibt es noch einen weiteren Einsatz, einen aromatischen: Wildgerichte. Man greife zum getrockneten Ysop-Kraut. Nur ein wenig braucht es, und das macht den Unterschied. Und erst am Schluss beigeben, sonst verdampft der Geschmack.

Und die Pharmakologie? Ysop enthält ätherisches Öl. Das ätherische Öl hat zwei Seiten: Einerseits wirkt es gegen Bakterien und Viren, andererseits können nach Aufnahme des hochreinen ätherischen Öles über mehrere Tage tonisch-klonische Krämpfe folgen: Bewusstlosigkeit, Versteifung des ganzen Körpers, Zuckungen. Deshalb verwenden Naturheilpraktiker dieses Kraut nicht als Öl, sondern als Tee oder Tinktur, niedrig dosiert und nur begrenzte Zeit. In Teemischungen kommt Ysop nur bis maximal fünf Prozent vor. Schwangere und Kleinkinder dürfen mit Ysop gewürzte Speisen nicht jeden Tag geniessen.

Ulrike von Blarer Zalokar

www.heilpraktikerschule.ch

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