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NATURHEILKUNDE: Tolle Knolle: Sellerie

Ein Wintergemüse stimmt uns auf den Frühling ein. Sellerie macht sich nicht nur auf dem Teller gut, sondern auch als Saft, Tinktur und Tee.
Eine knackige Knolle mit Kraft, nicht nur für die Libido. (Bild: Getty)

Eine knackige Knolle mit Kraft, nicht nur für die Libido. (Bild: Getty)

Bald blüht er, der Sellerie, und obwohl wir ihn eher als Wintergemüse kennen, ist die Knolle auch im Sommer ziemlich knackig – mit einer kecken Vinaigrette gar sehr erfrischend. Und als frisch gepresster Saft bringt er einiges an Vitaminen, zum Beispiel Vitamin K, das gut ist für Knochenbau und Herz-Kreislauf, sprich vorbeugend wirken kann gegen Osteoporose und Kalk­ablagerungen in den Arterien.

Gleich vorneweg: Woran viele bei Sellerie wohl zuerst denken, an die libidofördernde Wirkung, nun, diese scheint unklar. Einige Quellen sagen, die dazu nötigen Inhaltsstoffe seien in zu geringen Mengen enthalten, zum Beispiel das ätherische Öl Apiin, das die männlichen Sexualhormone anregt. Jedoch berichten auch viele von positiven Erfahrungen, und das stärkt die These, dass es oft gar nicht auf die Menge ankommt, sondern auf das Zusammenwirken der verschiedenen Inhaltsstoffe in ihrer Gesamtheit.

Die ätherischen Öle scheinen den Gattungsnamen des Sellerie, Apium, zu erklären: Apium, lateinisch Apis, lockt Bienen an. Andere meinen, Apium gehe zurück auf das lateinische Apex: Würde, Zierde, auch Helmspitze, und so nehme Apium Bezug auf einen griechischen Wettbewerb, die Nemeischen Spiele: Da wurden die Gewinner mit Sellerieblättern geschmückt. Klar ist nur der Artbegriff «graveolens»: lateinisch für stark duftend.

Harntreibend und magenreinigend

Und die heilkräftige Wirkung von Apium graveolens? Da hatten schon die Alten etwas zu sagen: Ägypter, Griechen, Römer, sie alle nutzten Samen, Früchte und Knollen therapeutisch. Sei es bei Problemen mit der Verdauung und dem Magen, sei es bei Blasenbeschwerden. So betrachtete der griechische Arzt und Pharmakologe Dioskurides im ersten Jahrhundert den Sellerie als harntreibend, empfahl ihn bei Magenhitze, auch bei Verhärtungen in den Brüsten, gegen Gifte und Tierbisse. Schon 500 Jahre früher sah Hippokrates den harntreibenden Aspekt, Hildegard von Bingen im 11. Jahrhundert den magenreinigenden. Im 16. Jahrhundert verschrieb der schweizerisch-österreichische Arzt Paracelsus Sellerie bei Blähungen und Blasensteinen. Eingesetzt wurde Sellerie auch bei rheumatischen Beschwerden, Gicht, Appetitlosigkeit und Erschöpfung, als Hustenmittel und gegen Wurm­erkrankungen.

Auch die Traditionelle Chinesische Medizin TCM nutzt den Sellerie, und zwar entweder als Abkochung, also Tee, oder als Tinktur. Die TCM achtet dabei weniger auf Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralien oder Eiweiss und Kohlenhydrate. Vielmehr arbeitet sie mit Qualitativem: Temperatur, Geschmack, Organbezug. So sieht die TCM den Sellerie als kühl und scharf, aromatisch, etwas bitter; wirkend auf die Funktionskreise Niere, Blase, Herz, Lunge, Uterus und Milz. Eingesetzt werden Tinktur oder Tee bei sehr unterschiedlichen Indikationen: bei verminderter Nierenfunktion, Blasenschwäche, Ödemen, Bronchitis, Übergewicht, Impotenz, bei rheumatischen Erkrankungen.

Für einen Tee schneidet man ein kleines Stück der Knolle in feine Stückchen, übergiesst sie mit heissem Wasser. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und abseihen, fertig. Statt Knollen- kann auch Stangensellerie verwendet werden. Alternativ kann man den Tee im Topf zubereiten und noch etwas köcheln lassen. Dieser Tee spült durch und wird als Entgiftungskur empfohlen. Auch wer zu viel Magensäure hat, kann ihn ausprobieren.

Vorsicht vor lange gelagerten Knollen

Pro Tag reichen drei Tassen. Personen mit einer Nierenentzündung verzichten; Schwangere ebenso, da Sellerie stark abortiv wirkt. Aufzupassen gilt es bei lange gelagerten Knollen; sie haben viele Furanocumarine gebildet, um sich vor Pilzinfektionen zu schützen. Der Verzehr dieser Knollen kann dazu führen, dass die Haut lichtempfindlicher wird und es zu Rötungen und schneller zu Sonnenbrand kommt.

Ulrike von Blarer Zalokar

Hinweis
Ulrike von Blarer Zalokar leitet die Heilpraktikerschule Luzern. Sie ist Autorin unter anderem des 5-Elemente-Kochbuches «EssenZ aus der Küche».www.heilpraktiker<i style="font-size: 1em;">schule.ch</i>

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