OLYMPIA-ERÖFFNUNG: Bush: «Mir und Laura blieb der Atem weg»

Hochkarätige Prominenz tummelte sich am Freitag an der Olympiaeröffnung im «Vogelnest» der Schweizer Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron.

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Lächeln und schwenken US-Fähnchen: George W. Bush mit seiner Ehefrau Laura. (Bild AP)

Lächeln und schwenken US-Fähnchen: George W. Bush mit seiner Ehefrau Laura. (Bild AP)

Schon bevor die Gigashow begann, lagen sich US-Präsident George W. Bush und Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin in den Armen. «Ich bin hierher gekommen, weil ich das chinesische Volk, seine Geschichte und seine Kultur hoch respektiere», sagte Bush, der auch das Basketballspiel China gegen die USA sehen will. Sein Kurzkommentar zur Eröffnung: «Wie meiner Ehefrau Laura blieb auch mir der Atem mehr als einmal einfach weg.» Und Präsident Putin sagte: «Alle Welt ist hier – und der Rest schaut zu. Es ist ein Freudenfest für China und für alle, die daran teilhaben.»

Couchepin und Ogi einig
Die beiden höchsten Schweizer im Stadion, Bundespräsident Pascal Couchepin und sein früherer Amtskollege Adolf Ogi, waren sich absolut einig: Am meisten beeindruckt waren sie vom «fantastischen Spiel der Lichter und Farben». In dieser Disziplin seien die Chinesen «Weltmeister», die Show im «fantastischen Stadion aus stolzen Basler Händen» sei ein «unvergessliches Erlebnis» gewesen. Deutschlands Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder war vor allem von den «herrlichen Kostümen» sowie auch von «Inszenierung und Regie» beeindruckt. «Das war ein grandioses und volksnah präsentiertes Welttheater – Hut ab!»

Rogge stolz, Jintao gerührt
IOC-Präsident Jacques Rogge, der wegen des IOC-Sitzes Lausanne sein Zimmer im Olympischen Dorf übrigens im Gebäude des Schweizer Teams hat, war sichtlich stolz: «Die Spiele haben glanzvoll begonnen. Ich danke allen von Herzen, die das geschafft haben.» Chinas Staatspräsident Hu Jintao, Sohn eines Teehändlers, der während der Kulturrevolution denunziert wurde, war ebenfalls sichtlich gerührt. Topfit, obwohl er hier fast Tag und Nacht Dutzende von Staatsoberhäupter (beim Frühstück am Freitag war auch Pascal Couchepin dabei) empfängt, sagte er: «Diese Ereignis werde ich niemals vergessen. Und da bin ich wohl nicht der einzige.» Er gehöre «ganz bestimmt auch» zu jenen, meinte Nestlé-VR-Präsident Peter Brabeck-Letmathe, der mit seiner Ehefrau Bernadette im Stadion weilte und den grössten Emotion beim Mega-Schlussfeuerwerk empfand. Genauso wie Prinz Albert von Monaco, der mit seiner Fast-Verlobten Charlene Wittstock kam: «Die Entzündung der grössten Olympischen Feuers, das ich je gesehen habe, ist mir in Mark und Bein gefahren.»

Einige Schweizer fehlten
Nicht alle Schweizer Athletinnen und Athleten liefen an der Eröffnung im «Vogelnest» ein. Rund 20 waren es, die am Wochenende antreten werden und deshalb die Eröffnung entweder im Schweizer Haus oder im Olympischen Dorf am Fernsehen mitverfolgten. «Hier im Dorf herrscht eine Stimmung wie im Stadion», meldete die Luzerner Kunstturnerin Ariella Kaeslin. Ins Schweizer Haus, wo etwa die Beachvolleyballerinnen Lea Schwer und Simone Kuhn sowie die Schützen-Geschwister Irene und Simon Beyeler hingingen, kamen aber nur etwa 200 Fans.

André Häfliger, Peking