OLYMPIA-TEAM: Das Alinghi-Fieber hat Segel-Welle ausgelöst

«Gegen 200'000 Seglerinnen und Segler gibt es heute auf unseren Seen», erklärte Swiss-Sailing-Präsident Roger Staub an der Präsentation des Schweizer Olympia-Teams auf dem Zürichsee-Raddampfer Stadt Rapperswil. «Tendenz steigend.»

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Segeln verbindet: Postchef Ulrich Gygi, alt Bundesrat Adolf Ogi und Stadionbauer Bruno Marazzi (von links) auf dem Zürcher Dampfschiff «Stadt Rapperswil». (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Segeln verbindet: Postchef Ulrich Gygi, alt Bundesrat Adolf Ogi und Stadionbauer Bruno Marazzi (von links) auf dem Zürcher Dampfschiff «Stadt Rapperswil». (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Das bringt auch Probleme mit sich: «Fehlende Bootsplätze und viele Schiffe, die ungenutzt in den Häfen liegen.» Dem will man jetzt abhelfen. Staub: «Wir prüfen ein Mietsystem in unseren 150 Klubs und in den Gemeinden, so wie es sich im Mobility-Autoangebot bewährt hat.»

Das Alinghi-Fieber schlägt sich auch im Spitzensport nieder. Mit neun Athletinnen und Athleten in sechs Klassen wird die Schweiz in 89 Tagen China mit der zweitgrössten Delegation an den Start gehen. «So gut aufgestellt waren wir noch nie», weiss Teamdirektor Jean-François Corminboef. Die grössten Medaillenchancen hat Starboot-Star Flavio Marazzi mit Alinghi-Teammitglied Enrico De Maria an der Vorschot. Vier WM-Goldmedaillen (5,5-Meter-Yacht) und zweimal die Ränge 4 an WM und Olympia hat der Sohn von Stadionbauer Bruno Marazzi (St. Jakobpark Basel und Stade de Suisse Bern) schon herausgesegelt.

Medaille überfällig
«Nach 40 Jahren Absenz ist das Schweizer Olympia-Metall überfällig», lachten Alighi-Sportchef Jochen Schümann und Alighi-Cheftaktiker Brad Butterworth. «Die Segelmedaille wird ganz bestimmt kommen», zeigte sich auch alt Bundesrat Adolf Ogi optimistisch. «Nach den Alinghi-Erfolgen sind sie uns das Olympia-Metall ja fast schon schuldig», schmunzelte Postchef Ulrich Gygi, früher selber Jollensegler und Surfer.

Grossvater Marazzi
Zwei gute Omen haben die Marazzis: Am Freitag nämlich wurde Bruno Marazzi erstmals Grossvater, denn Negar, die Ehefrau seines zweiten Sohnes Renato, brachte eine Tochter zur Welt. Sie heisst Ines Azura, ist2950 Gramm schwer und 48 Zentimeter gross.
Und in sechs Wochen wird Anouk, die Ehefrau von Flavio Marazzi, ebenfalls Mutter einer Tochter. Noch ein gutes Olympia-Omen gibt es, denn der Tessiner Laser-Segler Christoph Bottoni hat bereits Podest-Erfahrung: Vor zwei Jahren wurde er Dritter an der Mister-Schweiz-Wahl, die Miguel San Juan gewann?

André Häfliger, Zürich