Padi Bernhard wagt Neustart

Andrea Schelbert
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Vor dem ersten Auftritt mit seiner neuen Band: Padi Bernhard im Proberaum in Goldau. (Bild Pius Amrein)

Vor dem ersten Auftritt mit seiner neuen Band: Padi Bernhard im Proberaum in Goldau. (Bild Pius Amrein)

In einem Interview hatte sich Padi Bernhard kürzlich erstmals offen über das Thema Midlife-Crisis geäussert. «Mein jetziger Lebensabschnitt ist ein Wendepunkt, das spüre ich. Man kann es verdrängen oder nicht wahrhaben wollen, doch ich befinde mich vermutlich mitten in einer Midlife-Crisis», erzählte der 42-jährige Lehrer und Sänger damals. Er gestand: «Erstmals in meinem Leben schaue ich zurück und blicke auf das, was ich aufgebaut und erreicht habe. Gleichzeitig stelle ich mir die Frage, wer ich eigentlich bin.»

Wieder wie früher

In der Öffentlichkeit ungeschminkt über seine eigene Lebenskrise zu reden, dafür braucht man Courage. Und es ist jedes Mal ein Abenteuer für sich, mit Padi Bernhard über sein Leben zu sprechen. Denn der 42-Jährige ist humorvoll, sensibel und sehr direkt. Er erzählt von seiner Ehe, seinen zwei Kindern und auch von Gott. Der Künstler lässt einen an seinem Leben teilhaben. Mut und Konsequenz – das sind zwei sehr prägende Charakterstärken des Brunners.

Doch wie geht es Padi Bernhard inzwischen? Hat er die Antworten auf die grossen Lebensfragen gefunden? «Ich bin immer noch suchend. Oft fehlt mir die Unbeschwertheit von früher», berichtet er. Kürzlich habe seine siebenjährige Tochter gesagt, dass sie wieder vermehrt Sachen machen möchte, die sie früher gemeinsam unternommen hätten. «Sie sagte zu mir, ich möchte, dass es wieder so wie früher ist. Ich habe gelacht und erwidert, dass dies ab und zu auch mein Wunsch sei. Manchmal möchte ich noch einmal 20 Jahre alt sein und in den Tag hineinleben, statt mich mit Fragen und Problem auseinanderzusetzen. Diese Leichtigkeit und Unbeschwertheit sind irgendwo auf der Strecke geblieben.» Das beschäftige ihn, weil er zurzeit viel nachdenke. «Ich hinterfrage ständig alles und mache mir sogar viel zu viele Gedanken über das heutige Probekonzert», sagt Bernhard.

Der 42-Jährige und seine vier neuen Bandkollegen haben sich in Arth getroffen, um sich auf ihr Comeback vorzubereiten. Denn der Brunner will es nochmals wissen und kehrt als Frontmann der Band Mash auf die Bühne zurück. Mash werden am kommenden Freitag in Küssnacht ihr erstes Konzert in dieser Besetzung geben. «Ich bin sehr nervös und versuche, die Band dahin zu führen, wo ich hinkommen will. Für mich ist es sehr wichtig, dass alles funktioniert. Ich spüre den Druck, denn das Publikum hat im Gegensatz zur vorherigen Band nun grössere Erwartungen.» Die früheren Mash-Fans würden sicher wissen wollen, ob sich die Musik nun anders oder ähnlich wie früher anhöre. «Die ist nun bereit. Wir können es kaum erwarten, mit Mash die Bühne zu betreten. Für mich ist es ein aussergewöhnliches Konzert, denn wir wissen nicht, wie das alles werden wird», sagt Frontmann Padi.

Der Brunner hegt grosse Erwartungen und Pläne in die neue Combo: «Unser nächstes Album soll so sein wie noch nie zuvor in meinem Leben. Wir wollen einen Schritt in die Zukunft machen. Die Band besteht aus talentierten Musikern.» Erstmals überhaupt hat Bernhard auch einen Musikproduzenten engagiert, der zusammen mit den Bandmitgliedern die neuen Songs ausarbeiten und an den Details feilen soll. Noch ist nicht klar, wann die neue CD erscheinen wird, doch Padi Bernhard ist mit Leib und Seele dabei. Gemeinsam arbeiten die Musiker jede freie Minuten am neuen Songmaterial. Padi Bernhard selber hat das Temperament und die Po-wer einer Dampflokomotive, die endlich ihre Reise beginnen will. «Ich fühle mich als Motor der Band. Als Texter ist es meine Aufgabe, den Songs ihren Inhalt zu geben. Das ist für mich als Musiker die grösste Herausforderung. Ich will die Menschen berühren und ihnen etwas mitgeben», erzählt er. Mit dem Comeback von Mash beginne für ihn ein neues Abenteuer mit unbekanntem Ausgang: «Ich freue mich sehr darauf. Ich will mich auf der Bühne nochmals spüren.»

Kein zweites «Ewigi Liäbi»

Obwohl die Ballade «Ewigi Liäbi» sein grösster Erfolg war, hat Bernhard nicht vor, einen ähnlichen Song zu schreiben. Glaubt er denn überhaupt an die ewige Liebe? «Klar möchte ich diese bedingungslose, unendlich grosse Liebe finden. Aber eine Theologin hat einmal zu mir gesagt, dass es die ewige Liebe eben nur zu Gott geben könne, weil Ewigkeit etwas Göttliches ist, das wir Menschen sowieso nicht verstehen», sagt der gläubige Katholik. Das bedeute nicht, dass er seine Frau nicht lieben würde. «Meine Frau ist die beste Ehefrau der Welt! Sie sorgt sich um uns und tut alles, damit wir uns wohl fühlen. Ich bin immer noch verrückt nach ihr», schwärmt der 42-Jährige. Seine Familie sei sein ganzer Lebensinhalt. «Sie ist das Wichtigste für mich. Das ist der Ort, wo ich hingehöre.»