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PARTNERSCHAFT: Synchrone Schlafrhythmen im Bett sind besser

Nachtmenschen und Frühaufsteher haben unterschiedliche Rhythmen. Das gilt auch für den Sex. Für die Partnerwahl kann das von Bedeutung sein.
Lajos Schöne
Wenn die inneren Uhren übereinstimmen, verspricht das auch mehr Sex. (Bild: Katarzyna Bialasiewicz/Getty)

Wenn die inneren Uhren übereinstimmen, verspricht das auch mehr Sex. (Bild: Katarzyna Bialasiewicz/Getty)

Lajos Schöne

Schlafforscher sprechen von Chronotypen und unterscheiden zwischen sogenannten Lerchen und Eulen. Lerchen sind Morgenmenschen. Sie gehen abends gern früh zu Bett und stehen morgens mit den ersten Sonnen­strahlen auf. Ihre Leistungshochs liegen am frühen Vormittag.

Eulen hingegen kommen abends schwer ins Bett, morgens, wenn die Lerche aufsteht, ist für sie noch mitten in der Nacht. Ihr Leistungsvermögen steigt erst am Mittag an.

Wer nachts neben einem im Bett liegt, hängt anscheinend häufig vom Chronotypus ab. Der individuelle Tag-Nacht-Rhythmus von Frauen und Männern sei nämlich ein wichtiger Faktor bei der Partnerwahl und bringe auch für das Sexualleben von Lerchen und Eulen weitreichende Konsequenzen mit sich, berichtet Psychiaterin Kneginja Richter, Leiterin der Schlafsprechstunde am Universitätsklinikum Nürnberg , in einem Beitrag im Fachblatt «Der Schlaf». Die meisten Frauen unter 30 Jahren gehören offenbar zu den Morgentypen, was sich ab 45 Jahren allerdings ändern kann.

Die Stunde der Männer schlägt eher am Abend

Studien haben gezeigt, dass Frauen einen Partner bevorzugen, der ein ähnlicher Chronotyp ist wie sie selbst. Einen solchen zu finden, erweist sich aber oft als schwieriges Unterfangen, denn bei der Mehrzahl der Männer jeden Alters ist die innere Uhr in die andere Richtung verstellt: Sie gehören eher zu der Kategorie der Eulen, der Nachtmenschen.

Die mögliche Folge laut Kneginja Richter: «Extrem unterschiedliche Chronotypen führen zu einer geringeren Überlappung in der bevorzugten aktiven Zeit und verringern damit die Wahrscheinlichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen.»

Auch beim Verlangen nach Sex gehen die inneren Uhren von Frauen und Männern ihre eigenen Wege. Eine Studiengruppe polnischer, spanischer und deutscher Psychologen befragte dazu 565 Personen, zu welcher Tageszeit sie das grösste Bedürfnis nach Sex verspüren und zu welcher Uhrzeit es dann tatsächlich zu sexuellen Aktivitäten kommt. Die Antworten zeigten deutliche Unterschiede: Ungeachtet des Chronotypus verspürte die Mehrzahl der Frauen zwischen 18 und 24 Uhr den stärksten Wunsch nach Sex. Die Lerchen unter den Frauen bevorzugten überdies auch die Zeit zwischen 6 und 9 Uhr am Morgen.

Die Lust der Männer auf Sex war dagegen am Morgen und am Abend gleichermassen intensiv. Der männliche Abendtyp hätte am liebsten in den Morgenstunden zwischen 9 und 12 Uhr und abends von 18 Uhr bis drei Uhr ­in der Früh Sex. Der – deutlich seltenere – Morgentyp bevorzugt die Zeiten zwischen 6 und 12 und zwischen 18 und 24 Uhr. Die Zeitspanne, während der die Teilnehmer tatsächlich am häufigsten Sex hatten, lag für alle Befragten zwischen 18 und 24 Uhr und verlängerte sich bei den Abendtypen bis 3 Uhr nach Mitternacht.

Ungleiche Typen haben seltener Sex

Die vom Chronotypus abhängigen Differenzen zeigen sich auch bei Befragungen über die Zufriedenheit von Paaren mit ihrer Beziehung, sagt Schlafmedizinerin Richter: Ungleiche Paare haben im Schnitt seltener Sex miteinander, beklagen sich aber öfter über Beziehungskonflikte.

Eine weitere Differenz zwischen Lerchen und Eulen könnte sich auch auf die Stabilität ­ von Beziehungen auswirken: «Abendorientierte Männer berichten im Schnitt von mehr Sexualpartnern», hebt die Wissenschafterin hervor. Dieses Verhalten konnte zwar bei Frauen nicht direkt nachgewiesen werden, aber auch bei ihnen sind ähnliche Zusammenhänge ermittelt worden: Abendorientierte Frauen sind impulsiver, neigen zu ­«sensation seeking» (Suche nach Spannung und Abwechslung) und zu sexueller Freizügigkeit.

Nebeneinander schlafen ist meist positiv

In problemlosen Beziehungen ­erweist sich das nebeneinander Schlafen positiv für das seelische Befinden: Durch die Anwesenheit des Partners werden die ­negativen Effekte vom täglichen Stress abgepuffert.

Ist allerdings die Beziehung selbst durch Stress belastet, kommt es häufiger zu Schlafproblemen und Störungen. «Frauen berichten bei gemeinsamem Bett von stärker beeinträchtigtem Schlaf durch den Partner als Männer», stellt Kneginja Richter fest. «Vor allem unfreiwillige Verhaltensweisen des Partners wie Schnarchen, nächtliche Toilettengänge oder Bewegungen im Schlaf zeigen negative Zusammenhänge mit der Schlafqualität von Frauen.» In weiteren Studien berichteten die Teilnehmer jedoch übereinstimmend über eine bessere Schlafqualität, wenn sie die Nacht mit ihren Partnern gemeinsam verbracht hatten.

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