PATRICK LINDNER IN SCHWYZ: «Hotelier – das wäre ein guter Plan B»

Schlagerstar Patrick Lindner (48) weilt in Schwyz. Und spricht über sich, seinen Glauben, seine Kochleidenschaft und über seinen Adoptivsohn Daniel.

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Süppli, Croutons und Pilze: Sepp Trütsch, Patrick Lindner und Melanie Oesch (von links) schwingen die Kochkellen. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Süppli, Croutons und Pilze: Sepp Trütsch, Patrick Lindner und Melanie Oesch (von links) schwingen die Kochkellen. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Was führt Sie hier in Schwyz mit dem Berner Jodlerstar Melanie Oesch und Neuhotelier Sepp Trütsch in die «Wysses Rössli»-Küche?
Patrick Lindner: Ich habe wieder einmal die tolle Gelegenheit, während vier Tagen in der Schweiz, zwei davon in Schwyz, zu sein. Dabei verbinde ich wie immer berufliche Termine, wie jetzt gerade die TV-Aufnahmen für die Sendung «Livestyle», mit dem noch Angenehmeren, also dem Geniessen meines wunderschönen Nachbarlandes, mit dem mich so viel verbindet.

Wie verbunden sind Sie mit der Zentralschweiz?
Lindner: Das Herz der Schweiz hat es mir besonders angetan. Ich kenne Luzern, wie alle Schweizer Grossstädte, relativ gut, in Schwyz bin ich allerdings das erste Mal. Aber auch hier bin ich von der idyllischen Landschaft und den herzlichen Menschen hell begeistert. Am Sonntag besuchte ich übrigens in der St. Martinskirche in Schwyz die Abendmesse. Es war eine sehr eindrückliche, gut besuchte Feier. Amüsant war, dass mich viele ungläubig anschauten und wohl dachten: Was macht denn der Patrick Lindner in der Messe?

Sie sind also ein gläubiger Mensch?
Lindner: Ja, obwohl ich als Stadtmensch kein regelmässiger Kirchgänger bin, besuche ich je nach Stimmung, Lust und Laune oft und gerne Gottesdienste. Doch früher auf dem Land, als ich als Knabe bei meiner Tante war, da war der Besuch der Sonntagsmesse natürlich obligatorisch.

Verstehen Sie sich als Sänger auch als Prediger?
Lindner: Das hat sicher einige Parallelen, ja. Auch ich verkünde in meinen Liedern Botschaften. Mit der Arbeit, die wir machen, sind wir ja oft so etwas wie Seelentröster und Vertrauenspersonen sind. Wir übernehmen die Aufgabe und damit auch die Verantwortung, die Leute hochziehen, sie aufbauen. Die Menschen schöpfen Kraft aus unserer Musik.

Und das machen Sie nunmehr seit 20 Jahren auf der Bühne. Mit andauerndem Erfolg. Was können Sie denn noch erreichen?
Lindner: Ich bin keiner, der sich immerzu Ziele steckt. Ich habe alles immer mehr oder weniger auf mich zukommen lassen und hatte immer grosses Glück. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass ich immer mit ganz tollen, sehr professionellen Leuten zusammen arbeiten durfte. Und so durfte ich natürlich wahnsinnig viel erleben. Auch in der Schweiz – etwa mit dem unvergesslichen Vico Torriani – und in Österreich, von wo ich ja vor 20 Jahren bei meinem Durchbruch mit dem zweiten Platz am GP der Volksmusik auch viele Stimmen erhielt.

Vorher aber waren Sie Koch. Wäre das ein «Plan B» nach der Karriere?
Lindner: Ich koche wie Sepp Trütsch leidenschaftlich gerne. Er hat jetzt hier in Schwyz eine Perle von einem Hotel. Nun, ich kann mir schon vorstellen, so was auch mal zu machen, doch, doch? Diese Leidenschaft war im Übrigen auch die Motivation, neben meiner Biografie zum Bühnenjubiläum auch ein eigenes Kochbuch herauszugeben.

Zwangsläufig kochen Sie zu Hause auch für Ihren Adoptivsohn Daniel?
Lindner (lacht): Das stimmt in der Tat. Er ist jetzt bald zehn Jahre alt, ist gerade von der Grundschule ins Gymnasium übergetreten und ich geniesse seine Lebensphase sehr. Daniel ist ein begeisterter Fussballer, Anhänger des TSV 1860 München. Am liebsten würde er im Moment Profi-Fussballer werden. Wenn ich unterwegs bin, sorgt übrigens meine Mutter Hedwig liebevoll für ihn.

Interview: André Häfliger