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PATRICK NUO: Weltenbummler mit Wurzeln im Hinterland

Der Luzerner Popsänger ist etwas verstummt: Patrick Nuo (28) macht als Juror bei der Casting-Show «Deutschland sucht den Superstar» von sich reden. Warum? Wird er nie wieder singen? Und was sagt seine Familie dazu?
Patrick Nuo wirbt für die Phonak-Hörkampagne «Hear the Wolrd» in London fotagrafiert. (Bild Brian Adams/pd)

Patrick Nuo wirbt für die Phonak-Hörkampagne «Hear the Wolrd» in London fotagrafiert. (Bild Brian Adams/pd)

Patrick Nuo, was machen Sie gerade?
Patrick Nuo:
Während den laufenden Vorcastings zu «Deutschland sucht den Superstar», die noch nicht am Fernsehen zu sehen sind, bin ich gerade viel in Deutschland unterwegs, vor allem in Berlin. München und Köln, von wo dann auch die TV-Liveshows der 8. Staffel ausgestrahlt werden. Dazwischen bin ich aber auch in London. Dort schreibe ich neue Songs, denn ich befinde mich auch in der, wie ich sie nenne, «Liedlisammler»-Phase. Andere sammeln im Wald Pilze, ich sammle halt Ideen für Lieder in London, einer sehr inspirativen Stadt.

Wie sind Sie zu diesem DSDS-Engagement gekommen?
Nuo:
RTL hat sich bei meinem Management gemeldet, dann haben wir uns in Hamburg getroffen. Später habe ich mit Dieter Bohlen gesprochen. In einem Telefonat sagte er mir, ich sein ein «geile Siech», meine Musik sei ebenfalls «geil». Ich habe natürlich sofort zugesagt und war sehr beeindruckt, dass mich der grosse Meister selber gefragt hatte! Zu «Modern Talking» habe schliesslich auch ich früher hoch geschaut. Das Duo war eine klare musikalische Ansage, hatte eine klare Linie.

Trauen Sie sich denn als Juror, ganz ehrliche Rückmeldungen zu geben?
Nuo:
Ich versuche einfach, ganz ehrlich zu sein und all meine Erfahrung im harten Showbiz voll und ganz einzubringen. Es gibt viele Fälle, da ist die Beurteilung alles andere als einfach. Wenn zum Beispiel zwei Kandidaten auf ganz gleichem Level antreten.

Was halten Sie persönlich denn von dieser Casting-Show?
Nuo: Ich habe natürlich die Show schon oft am Fernsehen gesehen. Sie hat, auch nach so vielen Jahren, einen sehr hohen Unterhaltungswert, ist eine etablierte Musik-Plattform, die sehr viele Chancen bietet. Sie ist unter all den Casting-Shows die Nummer 1 in Deutschland.

Für wie lange werden Sie jetzt in Deutschland bleiben?
Nuo: Ich pendele momentan zwischen Los Angeles und Deutschland und besuche zwischendurch auch mal die Schweiz. Wenn Ende Januar die 8. Staffel beginnt, werde ich bis zum Ende der Staffel in Deutschland sein.

Sie sind ein sehr religiöser Mensch. Wie oft beten Sie, wie oft gehen Sie in die Kirche?
Nuo:
Ich habe für mich beschlossen, das Thema Religion ganz im Privaten zu belassen. Aber sagen wir es mal so: Es gibt viel mehr, als wir sehen. Spiritualität und Meditation sind wichtig. Ich nehme mir Zeit, um mich selbst zu finden, das spielt für mich nach wie vor eine grosse Rolle. Ich höre auf meine innere Stimme.

Kommt jetzt Ihre Familie nicht zu kurz? Wo befindet sie sich?
Nuo: Meiner Familie, also meiner Ehefrau Molly und den beiden Kindern, geht es gut – mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Wie steht es mit selber singen? Haben Sie Pläne, Album, Tournee?
Nuo: Ich befinde mich auf einem Weg, der für alles offen ist und lasse mir Zeit. Es ist eine sehr kreative Phase, in der ich jetzt zuerst einmal tief in mich selber schaue und versuche, mich selber zu finden. Ich suche, suche musikalisch nach Sachen, die ich an mir noch nicht entdeckt habe. Das alles schliesst aber nicht aus, dass ich vielleicht schon bald wieder selber eine Platte aufnehme. Aber ich bin parallel auch immer noch mit meiner Band unterwegs, auch in den USA.

Wie geht es Ihren Eltern? Konnte das abgebrannte Restaurant in Gettnau wieder aufgebaut werden?
Nuo: Es geht ihnen gut, danke. Sie sind von Gettnau weg gezogen in einen anderen Ort im Kanton Luzern. Das Restaurant wurde nicht wieder aufgebaut. Für sie war der Brand ein sehr traumatisches Erlebnis. Ich besuche sie ab und zu, nächstes Jahr dann während den Sendepausen noch öfters, worauf ich mich sehr freue.

Ein Luzerner Hinterländler aus Gettnau hat es in die Glanz- und Glamourwelt geschafft – wie geht das?
Nuo: Nun, das ist einfach so gekommen. Tatsache ist, dass mein Herz immer noch für den Kanton Luzern schlägt, denn dort ist meine Heimat, dort befinden sich meine Wurzeln. Mehr als Gettnau vielleicht noch Luthern, denn da verbrachte ich die meiste Zeit meiner Kindheit. Das ist für mich so etwas wie ein mystischer Ort – mit wunderschönen Wanderwegen, auf denen man sich ja auch sehr gut besinnen kann.

Gibt?s eigentlich da einen FKK-Wanderweg? Aber, aber! Manche sagen doch, Sie hätten das Image des skandalfreien Musterschwiegersohnes – gefällt Ihnen das?
Nuo (schmunzelt): Tja, eigentlich nein, weil es ja so nicht ganz stimmt. Viele kennen meine persönlichen Erlebnisse ja gar nicht und auch die Gedanken sind ja bekanntlich frei. In meinen neuen Songideen habe ich Wege gefunden, meine Tiefen zu ergründen. Da ergeben sich persönliche Geschichten, über die ich bisher nie gesprochen habe. Mal sehen, wie sie dann als Song rüber kommen werden und ob es da nicht den einen oder anderen gibt, den ich noch erstaunen kann?

Sie haben sich als junger «Purscht» aufgemacht, sind ohne Ausbildung einfach nach Deutschland gegangen und haben alles auf eine Karte gesetzt. Das braucht Mut, woher haben Sie den?
Nuo: Ich hatte die Sekundarschule abgeschlossen und eine Lehre begonnen mit dem Ziel, Schreiner und dann Architekt zu werden. Gleichzeitig hatte ich aber schon immer im Hinterkopf, mein Hobby, das Singen, zu meinem Beruf zu machen. Die Tatsache, dass ich immer praktisch fertige Songs in meinem Kopf hörte. Ich spürte, dass eine kreative Quelle in mir sprudelt, das ist bis heute meine Kraftquelle geblieben.

Sie sagten vor fünf Jahren mal, Scheidung komme für Sie nicht in Frage, die Ehe sei ein heiliges Sakrament. Jetzt, nach einigen Jahren «praktischer» Erfahrung, sehen Sie das immer noch so?
Nuo (überlegt lange): Ich war damals wohl zu naiv und zu offenherzig der Presse gegenüber, das war wohl ein Fehler. Es war nie mein Ziel, über solche Dinge in der Öffentlichkeit zu sprechen, ich hätte da noch etwas mehr Lebenserfahrung gebraucht. Heute denke ich, man kann das Thema Scheidung nicht verallgemeinern. Für die einen ist es ein Thema, für die andern nicht. Jeder muss es für sich selber wissen. Die zentralen Fragen sind für mich heute mehr: Schafft man es denn, ein verantwortlicher Mensch zu sein, oder nicht? Wann ist ein Mensch – auch innerlich – gesund, wann nicht? Und wie lebt er das in einer Beziehung mit einem anderen Menschen. Das sind die entscheidenden Punkte! Ich hoffe, dass meine Musik einmal ein Mittel sein wird, um Leuten zu helfen, sich selber anzuschauen, tief in sich hineinzuschauen. Um so zu sich selber zu finden. Schon damals, als ich Michael Jackson hörte, merkte ich nämlich, dass man mit Musik zu Menschen sprechen kann. Das finde ich grossartig!

Sie sind, wie andere Prominente, Botschafter der Phonak-Hörkampagne «Hear the World». Wie sind Sie dazu gekommen?
Nuo:
Die Verbindung kam vor drei Jahren zu stande, als ich in Zürich an der Veranstaltung «Musicians in the Box» in einer schalldichtern Glasbox vor den Fans, die mich nicht hörten, sang. Das grosse Engagement, der Elan und die Professionalität von «Hear the World» hat mich beeindruckt. Ich hatte vor drei Jahren Musician in der Box in Zürich mit von Anfang an beeindruckt. Ich verlobte mich schon damals in Zürich sozusagen mit der Organisation, die Heirat fand kürzlich in London statt?

?wie, Heirat?
Nuo (lacht): Ja, das war das Fotoshooting mit Brian Bryan Adams, der Weltstar hat mich fotografiert, welch eine Ehre! Die Aufnahmen machte er in seinem grossen, modern eingerichteten Haus mitten in der Stadt, wo er lebt und auch arbeitet. Er kannte meine Musik und wollte meine Stimme hören. Ich durfte ihm auch ein paar noch nicht veröffentlichte Songs vorspielen und sie haben im sehr gefallen.

Was für ein Typ ist Brian Bryan Adams denn?
Nuo: Nun, Brian Bryan Adams war immer einer meiner Heros, meiner Helden, meiner Vorbilder. Es hat auch meine Musik immer stark beeinflusst. Er ist ein ganz cooler, humorvoller und sehr intelligenter Typ.

Sie haben nebst Luzerner auch kosovarische Wurzeln. In der Schweiz und auch in Deutschland ist das Thema «Ausländer» zurzeit heiss diskutiert. Was denken Sie über solche Diskussionen wie Ausländer sollen Deutsch lernen, Kriminelle gehören ausgeschafft?
Nuo: Also ich würde ja auch zuerst schauen, wen ich in mein Haus lassen würde und wen nicht, das ist ganz menschlich. Ich bin einer, der Menschen gerne Chancen gibt. Wichtig ist, dass von Anfang an gegenseitiger Respekt füreinander da ist. Schlussendlich ist es ein gegenseitiges Nehmen und Geben. Jemand, der sich für ein anderes Land entscheidet, muss sich schon anpassen können. Umgekehrt läuft das nicht. Andererseits muss man auf der ganzen Welt jene Gastfreundschaft zeigen, die man verantworten kann. Für Ignoranz und Respektlosigkeit habe ich in dieser Angelegenheit absolut kein Verständnis.

Zum Schluss noch: Welches ist der grösste Traum, den Sie sich erfüllen möchten?
Nuo (lächelt): Es gab früher Zeiten, da wollte ich Bauer werden. Manchmal träume ich: Wie wäre es denn, wenn ich jetzt ein Stadtbauer werden würde? Ein verrückter Bauer mit Hof mitten in der Stadt!

Andrè Häfliger

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