Kreuzfahrt-Drama

«Alles daran gesetzt, die Reise zu verhindern» – das sagt Küblböcks Familie zum Todesfall

Nachdem die Familie von Daniel Kaiser-Küblböck am Mittwoch bereits auf der Website des Sängers eine Abschiedserklärung veröffentlicht hat, folgt am Donnerstag ein neues Statement. Darin gehen die Angehörigen auf die Umstände des mutmasslichen Suizids des Sängers und Schauspielers ein.

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Daniel Küblböck bei einem TV-Auftritt im Jahr 2015.

Daniel Küblböck bei einem TV-Auftritt im Jahr 2015.

KEYSTONE/dpa/ROLF VENNENBERND

Küblböck war am Sonntagmorgen vor der Küste Kanadas vom Deck des Kreuzfahrtschiffes AIDAluna gesprungen. Am Montagmittag wurde die Suche nach ihm eingestellt.

«Er reiste alleine»

«Entgegen aller Gerüchte ist Daniel alleine und ohne Begleitung an Bord der AIDAluna gegangen. Er wollte diese Reise alleine unternehmen», heisst es in dem Statement.

Gemäss Küblböcks Vater Günther war Daniel nicht depressiv, aber er habe seit Kurzem psychische Probleme gehabt, die man «wohl am Besten mit einer Art Psychose» beschreiben kann: Er könne für sich zu hundert Prozent ausschliessen, dass Daniel einen Suizid geplant habe oder vorhatte, sein Leben zu beenden.

Daniel Küblböck
29 Bilder
Eine Suchaktion nach Daniel Küblböck blieb ohne Erfolg.
Daniel Kaiser-Küblböck, wie er sich seit mehreren Jahren nennt, absolvierte zuletzt eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin und war als Sänger tätig.
Küblböck war zuvor längere Zeit von der öffentlichen Bildfläche verschwunden.
Bekannt wurde er einer breiten Öffentlichkeit ...
... 2002/2003 als DSDS-Kandidat ("Deutschland sucht den Superstar"). Es war die Premiere der Castingshow.
Daniel Köblböck galt wegen seiner schrillen Art als Paradiesvogel.
Daniel Küblböck war damals erst 17 Jahre alt.
Dezember 2002: Küblböck beim Start der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar".
Daniel Küblbück während DSDS im Februar 2003.
7. Mai 2003: Musikproduzent Dieter Bohlen und "Deutschland sucht den Superstar"-Sänger Daniel Küblböck vor dem Finale, an dem 10 Personen teilnahmen.
Poplegende Dieter Bohlen gilt als Kopf von "Deutschland sucht den Superstar" und damals als Förderer von Küblböck.
Küblböck schied auf Platz 3 aus - unter Tränen. Er wird vom Moderatoren-Duo Carsten Sprengemann und Michelle Hunziker getröstet.
2004 nimmt Küblböck im Dschungelcamp von RTL teil, die unter dem Titel "Ich bin ein Star, holt mir hier raus" im Fernsehen läuft. Hier besteht er eine Prüfung mit Tausenden Kakerlaken.
Die damaligen Teilnehmer vor ihrem Abflug von Frankfurt nach Australien - in der Mitte Daniel Küblböck. Vorne von links: Moderatorin Caroline Beil, Ex-"Tagesschau"-Sprecherin Susan Stahnke, TV-Astrologin Antonia Langsdorf, Schauspielerin Mariella Ahrens, Schauspieler Dustin Semmelrogge. – Hinten von links: Lisa Fitz, Sänger Costa Cordalis, "Superstar" Daniel Küblböck und Sänger Werner Böhm.
Angeklagt: Daniel Küblböck im Juni 2004 in einem Gerichtssaal im Amtsgericht im niederbayerischen Eggenfelden, umringt von Journalisten.
Er hatte im Februar 2004 einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem er schwer verletzt wurde. Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Körperverletzung wurde er angeklagt und zu einer Busse von 25'000 Euro und acht Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
August 2004: Daniel Küblböck vor der Präsentation des Spielfilms "Daniel der Zauberer". Dieser wurde allerdings ein Flop.
Zu DSDS-Zeiten galt Küblböck als Teenie-Star – später vollführte einen Imagewandel und änderte sein Äusseres. Dieses Bild stammt von 2010.
2011 wurde er in Form von der 70-jährigen Immobilien-Millionärin Kerstin Elisabeth Kaiser adoptiert und änderte seinen Nachnamen auf Kaiser-Küblböck. (Bild von 2015)
2015 nahm der Sänger Daniel Küblböck bei der achten Staffel der RTL-Tanzshow «Let's Dance» teil. Es war sein letzter grosser Auftritt in der Öffentlichkeit.
Hier im Bild mit Tanzpartnerin Otile Mabuse, einer südafrikanischen Profitänzerin, beim Training.
Daniel Küblböck und Otlile Mabuse schafften es bei "Let's Dance" in die Top 6.
Dann schieden sie aus.
In seinen wohl letzten Tagen veröffentlicht er auf einem neuen Instagram-Accont mehrere Bilder von sich in Frauenkleidern.
Er machte sie in seiner Kabine auf dem Kreuzfahrtschiff Aidaluna. Während der Kreuzfahrt, die in Hamburg mit Ziel New York begann, wollte er Lana genannt werden.
Das Account heisst "rosa_luxemburg" – wohl in Anlehnung an die Figur Rosa, die er im Abschlussstück "Unschuld" in der Theaterschule spielte. Dazu schreibt er als Infotext: "Künstlerin / Schauspielerin / Transsexuell".
Rosa wählt im Stück den Suizid, inden sie ins Meer geht und ertrinkt.
Dies war das letzte Selfie aus der Kreuzfahrtschiff-Kabine, dass er auf dem Instagram-Account postete.

Daniel Küblböck

key/zvg

Dies könne er nur in einem Ausnahmezustand getan haben, ohne sich wirklich im Klaren darüber zu sein, was er tut und welche Folgen das haben werde, wird Günther Küblböck zitiert.

Die Familie habe sich durch Daniels plötzliche Wesensveränderung, die sich in den letzten Wochen in vielen Facetten gezeigt hat, grosse Sorgen gemacht. «Ich habe alles daran gesetzt, diese Reise zu verhindern», so Günther Küblböck.

Durch die schwierige Gesetzeslage in Deutschland sei es jedoch, nach Auskunft der AIDA-Gesellschaft, nicht möglich gewesen, ihm die gebuchte Reise zu verwehren, schreibt der Vater: «Ich hatte daher schon im Vorfeld die Verantwortlichen des Schiffes darum gebeten, ein besonderes Auge auf Daniel zu haben.»

«Nie gewünscht, eine Frau zu sein»

Die Wesensveränderung zeichnete sich laut Küblböcks Familie in vielen Teilen ab, bis er sich zuletzt als Frau zeigte.« Ich kann ganz klar sagen, dass Daniel seit seiner Jugend niemals auch nur ansatzweise erwähnt hat, er würde sich wünschen, eine Frau zu sein», so Günther Küblböck. Das könne jeder bestätigen, der ihn näher gekannt hat: «Im Gegenteil, er hat in den letzten Jahren immer auf ein sehr männliches Auftreten geachtet.»

Für die Familie sei auffällig gewesen, dass sich Daniels Zustand massiv mit der intensiven Vorbereitung auf die Frauenrolle, die er zu seinem Abschlussstück an der Schauspielschule spielen sollte, verändert habe. Er habe diese Ausbildung sehr ernst genommen und sehr viele Pläne für die Zeit nach dem Studium gehabt. Dieses wollte er noch in diesem Jahr als staatlich anerkannter Schauspieler beenden.

Die Familie, Eltern, Stiefmutter, Adoptivmutter und enge Freunde seien zu jeder Zeit für Daniel da gewesen und hätten alles versucht, ihm zu helfen und ihm auch die nötige Hilfe zukommen zu lassen.

«Keine weiteren Spekulationen»

Die Familie hoffe, mit diesen Zeilen einige Spekulationen zu beenden. Sie bittet «im Namen aller Betroffenen und in Gedenken an Daniel darum, von weiteren Spekulationen ohne fundiertes Wissen Abstand zu nehmen». Man werde sich nochmals zu Wort melden, wenn alle Fakten der AIDAluna und der ermittelnden Polizei vorliegen

Daniel sei ein liebenswerter und vielschichtiger Mensch gewesen. «Wir bitten die Medien, das zu respektieren und seinen Nachruf entsprechend zu wahren», heisst es am Ende der Erklärung. (cbe)