Kritik

Heute kann Roman Camenzind seinen früheren Kritiker verstehen

Als Musikkritiker Bänz Friedli in den 90er Jahren gegen seine damalige Band Subzonic "schoss", war der heutige Hitproduzent Roman Camenzind eingeschnappt. "Ich sah das so sehr als Angriff auf mich und die Band, dass ich gar nicht las, worum es eigentlich ging."

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Heute sieht Musiker und Produzent Roman Camenzind (rechts) die Fehler seiner 90er-Jahre-Band Subzonic - hier bei einem Auftritt am Open Air Hoch-Ybrig 2002 - ein.

Heute sieht Musiker und Produzent Roman Camenzind (rechts) die Fehler seiner 90er-Jahre-Band Subzonic - hier bei einem Auftritt am Open Air Hoch-Ybrig 2002 - ein.

Keystone/WALTER BIERI

Viel später erst realisierte der 42-Jährige, dass Friedli, der neben Bühnenprogrammen und Kolumnen auch heute noch über Musik schreibt, "im Kern" recht hatte. Er habe ihnen vorgeworfen, Worte zu verwenden, die eigentlich Hochdeutsch sind und so im Alltag nicht gebraucht würden. "Heute fällt mir das Gleiche bei anderen Künstlern auf, und es ärgert mich so wie ihn damals", so Camenzind im "Migros Magazin".

Der Produzent, der etwa für Hits wie "Bring en hei" von Baschi mitverantwortlich ist, ist ein "vehementer Verfechter von Mundart". 99 Prozent aller englisch-singenden Schweizer Bands hält er demnach für schlecht, weil sie sich in der Fremdsprache seiner Meinung nach schlecht ausdrücken können. "Und wenn ihnen ihre Message nicht wichtig ist, dann können sie genauso gut Panflöte spielen", so Camenzind weiter.