Interview

Miss Schweiz gefeuert: «Dilettantisch und gefühllos – das ist eine mediale Hinrichtung»

Das hat es noch nie gegeben: Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer ist fristlos freigestellt worden. Die Missen-Organisation rechnet öffentlich mit der 20-Jährigen ab. Kommunikationsexpertin Sonja A. Buholzer kritisiert den aggressiven Stil massiv.

Adrian Müller
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Die fristlose Freistellung war anscheinend nicht genug. Die Miss-Schweiz-Organisation tritt öffentlich mit schweren Vorwürfen gegen Jastina Doreen Riederer nach – und spart dabei nicht mit Details: Abmahnungen, ignorierte Pflichten, Unerreichbarkeit werfen sie der 20-Jährigen vor. «Die Identifikation mit dem Amt als Miss Schweiz fand nur bedingt statt», hiess es unter anderem in einem gepfefferten Communiqué. Die Konsequenz: Die Aargauerin darf sich künftig nicht einmal mehr «Ex-Miss» nennen.

Die Art und Weise, wie die Miss Organisation ihre einstige Schönheitskönig öffentlich demontiert, wirft Fragen auf. Die Wirtschafts- und Politberaterin Sonja A. Buholzer analysiert für watson das «Entlassungsschreiben».

Da war die Welt noch in Ordnung: Jastina Doreen Riederer im März 2018. Jetzt ist sie wegen Vertragsverletzungen ihren Titel wieder los.
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Jastina Doreen Riederer bei ihrer Krönung: Da war sie 19 Jahre alt.
Man habe die 19-Jährige «per sofort freigestellt», teil die Miss-Schweiz-Organisation mit.
SCHWEIZ MISS SCHWEIZ
Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden. Im Bild: Die Aargauerin Jastina Doreen Riederer aus Spreitenbach wird zur Miss Schweiz 2018 gewählt. Ex-Miss Laetitia Guarino übergibt ihr die Krone.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Die drei Finalistinnen: Jastina Doreen, Michela und Karen.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Jastina Doreen Riederer läuft an der Miss Schweiz-Wahl.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Jastina Doreen Riederer ist die neue Miss Schweiz.
Die Familie von Jastina Doreen ist überglücklich.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Sie darf heute die Krone der neuen Miss Schweiz übergeben: Laetitia Guarino (links).
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Dominique Rinderknecht und Freundin Tamy Glauser.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Ex-Miss-Schweiz Alina Buchschacher
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 TeleM1-Moderatorin und Ex-Miss-Schweiz Tanja Gutmann.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Anita Buri wurde 1999 zur Miss Schweiz gekrönt.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Wo es so viele schöne Frauen hat, ist natürlich auch Ex-Bachelor Joel Herger nicht weit.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Der Bruder der Aargauer Kandidatin Jastina Doreen.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Miss-Schweiz-Wahl 2018 Impressionen von der Miss Schweiz Wahl 2018 im Trafo Baden.
Juli 2018: Jastina Doreen Riederer macht Ferien auf den Malediven.
Juli 2018: Jastina Doreen Riederer macht Ferien auf den Malediven.
Juli 2018: Jastina Doreen Riederer macht Ferien auf den Malediven.
Juli 2018: Jastina Doreen Riederer macht Ferien auf den Malediven.
Juli 2018: Jastina Doreen Riederer macht Ferien auf den Malediven.
Juli 2018: Jastina Doreen Riederer macht Ferien auf den Malediven.
Jastina Doreen Riederer: Sie sieht aus wie Schneewittchen und lebt wie eine Prinzessin (Beitrag vom 23. September 2018)
Jastina Doreen Riederer als Kandidatin der Miss-Universe-Wahl in Thailand im Dezember.
2018 hatte sie auch einen Promi-Auftritt bei Ninja Warrior von Tele24.
Jastina Doreen Riederer mit ihrer Mutter zu Hause.

Da war die Welt noch in Ordnung: Jastina Doreen Riederer im März 2018. Jetzt ist sie wegen Vertragsverletzungen ihren Titel wieder los.

Sandra Ardizzone

Wie beurteilen Sie die Kommunikation der Miss-Organisation?

Sonja A. Buholzer ist Wirtschafts- und Politberaterin.

Sonja A. Buholzer ist Wirtschafts- und Politberaterin.

zvg

Welchen Schaden erleidet Jastina Doreen?

Die Miss Organisation geht in ihrem Communiqué viel zu weit, ist fast geschlossen negativ, legt in epischer Breite das Versagen der «Miss Schweiz» dar. Die Epik gehört ins persönliche Gespräch, mit dem Ziel einer einvernehmlichen Lösung. Ein Communiqué dieser Art, mit Aberkennung des «Miss Schweiz»-Titels» in aller Härte und Konsequenz für Jastina Doreen Riederer ist einmalig in seiner Härte und Wirkung. Es zerstört. Auch auf menschlicher Ebene richtet man hier seelischen Schaden an.

Wenn eine Wahl zum Fiasko wird, ist Fairness in der Trennung das Minimum.  

(Quelle: )

Inwiefern hat die Miss Organisation geschlampt?

Das Gespräch unter den Betroffenen muss immer vor einem Communiqué erfolgen. Weshalb dies nicht stattgefunden hat, wirft die Frage auf, welche Versäumnisse in der Betreuung und Kommunikation die Organisation selbst zu verbuchen hat.

Wurde die Schönheitskönigin nicht genug betreut?

Ein junger Mensch, insbesondere Jastina Riederer mit einem sehr eigenwilligen Umfeld und einem für mich doch eher naiven Weltbild, braucht sehr intensive Begleitung, um sich selbst zu finden, beziehungweise in ihre Rolle hineinzuwachsen. Vor einer Wahl muss doch evaluiert werden, welche Persönlichkeiten dafür geeignet sind oder eben nicht.

Und falls das nicht geklappt hat?

Wenn eine Wahl zum Fiasko wird, ist Fairness in der Trennung das Minimum. Es sind immer zwei Parteien, die ein Versagen zu verantworten haben. Das Servieren eines kompletten Gesichtsverlustes einer 20-Jährigen mittels Communiqué ist unverzeihlich. Die positive Leistung der jungen Frau und deren Würdigung wären zudem Teil des Fairplays.

Was muss hinter den Kulissen passiert sein, damit eine Firma ein dermassen gepfeffertes Communiqué verschickt?

Aggression, Zorn, Frustration, Bitterkeit, wenig Souveränität im Umgang mit Krisen; dies hier ist eine öffentliche Abrechnung mit sehr vielen negativen Emotionen. Diese verhindern immer einvernehmliche Lösungen. Was immer passiert ist: Es gibt keinen Grund, mit einem medialen Zweihänder, fein säuberlich juristisch formuliert, auf eine für mich offenkundig fragile, junge Frau öffentlich loszugehen und sie in aller Form für jegliche Folgeaufträge zu verunmöglichen. Man stellt sie als Vertragsbrecherin hin, die eine Kooperation verunmöglicht. Damit landet sie im Offside jeder geschäftlichen Beziehung der Zukunft. Das ist dilettantisch und gefühllos!