IV-Jubiläum

Petition: Behinderte noch mehr ins normale Leben integrieren

Mehr Arbeitsplätze, Respekt und Selbstständigkeit für Behinderte. Dies sind drei von zehn Forderungen, die der Behindertenverband Procap in einer Petition formuliert hat. Das von 3500 Personen unterzeichnete Papier wurde am Montag in Bern Yves Rossier, dem Direktor des Bundesamtes für Sozialversicherungen, übergeben.

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Procap fordert mehr Respekt für Behinderte (Archiv)

Procap fordert mehr Respekt für Behinderte (Archiv)

Keystone

Anlass zu dieser Petition war der 50. Geburtstag der IV. Angesichts der finanziellen Probleme und des damit verbundenen politischen Spar- und Reformdrucks sei allerdings weder bei den betroffenen Versicherten, noch bei den Behindertenorganisationen Festlaune aufgekommen, schildert Procap die Situation in einer Mitteilung.

Deshalb habe Procap das IV-Jubiläum zum Anlass genommen, eine Erklärung für mehr Integration und Gleichstellung für Menschen mit Behinderung zu formulieren.

Die Anliegen wurden im September als öffentliche Petition lanciert. Zu den 3500 Unterzeichnern gehören auch die Parteipräsidenten Christoph Darbellay (CVP) und Christian Levrat (SP) sowie weitere Nationalräte und Nationalrätinnen.

Procap verlangt in ihrem Forderungskatalog auch die Integration von Behinderten ins normale Arbeits- und Freizeitleben, die Sicherung der Renten und die Stärkung der sozialen Sicherheit. Eine weitere Forderung betrifft "Arbeit vor Rente" und weniger bauliche Hindernisse. Auch zu Sport- oder Kulturveranstaltungen möchten Behinderte mehr Zugang haben.

Procap pocht auch auf die UNO-Menschenrechtscharta von 1948, wonach alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. Erst der Einbezug der Würde und Rechte von allen Menschen führe zu einer solidarischen, starken Gesellschaft, meint Procap. Es sei deshalb höchste Zeit, dass die Schweiz die Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziere.

Der zehnte Punkt des Forderungskataloges betrifft die IV selber. Procap möchte, dass das Wort "invalid" aus dem Sprachgebrauch verschwindet, da dieses oft mit "wertlos" gleichgestellt werde. Es sei höchste Zeit, die Invalidenversicherung in Sozialversicherung für Menschen mit Behinderung umzubenennen, verlangt Procap.