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PFLEGE: Wüste Haut

Wenn es draussen kalt ist und drinnen kräftig geheizt wird, strapaziert das trockene Haut noch weit mehr als üblich. Was können Betroffene tun?
Natalie Ehrenzweig
Ganz so arg wie hier kommt es bei trockener Haut ja nicht, aber wer darunter leidet, sollte Gegenmassnahmen ergreifen und dabei nicht vorschnell aufgeben. (Bild: Getty)

Ganz so arg wie hier kommt es bei trockener Haut ja nicht, aber wer darunter leidet, sollte Gegenmassnahmen ergreifen und dabei nicht vorschnell aufgeben. (Bild: Getty)

Natalie Ehrenzweig

Normale, trockene, sehr trockene oder Mischhaut. Diese Bezeichnungen sind oft auf Pflegeprodukten zu lesen. «Wissenschaftliche Begriffe sind das allerdings nicht», sagt Bettina Schlagenhauff, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Ge­sellschaft für Dermatologie und Venerologie.

Trockene Haut, in der Fachsprache sogenannte Xerosis cutis oder Sebotase, ist meistens oh­nehin kein medizinisches Problem, sondern vor allem einfach unangenehm. Die Haut spannt, schuppt und juckt. In einem ersten Schritt genüge meist der Gang in die Drogerie oder Apotheke, um sich beraten zu las­sen, erklärt Schlagenhauff, die in Küssnacht in der Gemeinschaftspraxis Dermacenter tätig ist.

«Ist die Haut aber schon so ausgetrocknet, dass sie rissig wird oder ein Austrocknungsekzem entstanden ist, ist medizinische Hilfe angebracht», ergänzt die Dermatologin. Dann bestehe nämlich auch die Gefahr einer Infektion mit Bakterien oder einer Pilzerkrankung.

Die kalte Winterluft mit geringerer Luftfeuchtigkeit und die ebenso trockene Heizungsluft verstärken in dieser Jahreszeit den Druck auf die Haut. Hier kann helfen, wenn man sich warm anzieht, denn die Kälte verringert die Durchblutung. In Innenräumen gilt es, die Feuchtigkeit auf mindestens 40 Prozent zu bringen. Dazu dienen Luftbefeuchter – die allerdings Keimschleudern sein können – oder auch nur ein nasses Tuch über dem Radiator oder eine Pfanne Wasser, die verkocht wird.

Viel trinken ist wichtig – aber Alkohol trocknet aus

Doch trockene Haut kann auch ganz einfach Veranlagung sein. «Dann braucht sie intensivere Pflege», so Bettina Schlagenhauff. Ein weiterer häufiger Faktor sei eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. Wer zu wenig trinkt, stellt dem Gewebe und den Blutgefässen zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung. «Das ist gut sichtbar, wenn man sich selber auf dem Handrücken kneift. Geht die Haut nur langsam zurück, hat man zu wenig getrunken», weiss Bettina Schlagenhauff, die neben Wasser auch Tees und Säfte empfiehlt, während Alkohol austrockne.

Ältere Menschen, die ohnehin oft zu wenig trinken, sind hier doppelt gefährdet, da auch die Talgdrüsenfunktion im Alter abnimmt und der überwiegend von Talgdrüsen gebildete Fettfilm schwieriger aufzubauen ist. Neben dem Trinken ist auf ausgewogene Ernährung mit Vitaminen und Spurenelementen wie Zink oder Eisen zu achten.

Es wird zu häufig, zu heiss und zu lange geduscht

Die Haut ist der Spiegel der Seele, heisst es. «Stress belastet unter anderem das Immunsystem der Haut, und diese wird dann dadurch auch anfälliger für Entzündungen. Aber Trockenheit wird sicher nicht allein dadurch ausgelöst», sagt Bettina Schlagenhauff. Vielmehr trage falsche Körperhygiene und -pflege massgeblich zum Problem der trockenen Haut bei. Durch zu häufiges, zu langes und zu heisses Duschen oder Baden, anschliessendes Trockenrubbeln und durch falsche Reinigungsprodukte setze man der Haut zu, denn dabei werde der Haut Wasser entzogen und ihr natürlicher Fettfilm zerstört.

«Es genügt völlig, jeden zweiten Tag höchstens fünf Minuten zu duschen. Dabei müssen nur stark schwitzende Stellen wie die Achseln, die Leistengegend und die Füsse mit einem Produkt ­gereinigt werden», sagt Bettina Schlagenhauff. Man benütze hierfür besser ein sogenanntes Syndet (siehe Box) statt einer Seife, die eher Fett aus der Haut löst. Das starke Trockenrubbeln fördere zwar die Durchblutung, schade aber dem Schutzfilm.

Aber was könnte noch helfen, wenn man all diese Punkte beachtet und es trotzdem noch spannt und schuppt? Für Bettina Schlagenhauff ist die richtige Hautpflege wichtig. «Um den ­natürlichen Fettfilm der Haut zu unterstützen, gehören Crèmes oder Lotionen zur Pflege. Dabei sind individuelle Gegebenheiten zu berücksichtigen. Dicke Salben zum Beispiel kann ich keinem ­behaarten Mann empfehlen. Und viele Menschen empfinden zu fettige Crèmes als unangenehm klebrig», erzählt die Dermato­login. Man müsse ausprobieren, was am besten nütze und ein angenehmes Hautgefühl vermittle. «Man darf da nicht zu schnell die Flinte ins Korn werfen.»

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