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PHÄNOMENE: Kälte: Darum bekommen wir im Winter eine rote Nase

In der kalten Jahreszeit kommt es zu roten Nasen, klammen Fingern oder auch knisterndem Brennholz. Warum ist das alles so? Dazu eine Reihe cooler Erklärungen.
Christian Satorius und Henrike Berkefeld
Unser Körper reagiert auf verschiedenen Ebenen auf eisige Temperaturen. (Bild: Getty)

Unser Körper reagiert auf verschiedenen Ebenen auf eisige Temperaturen. (Bild: Getty)

Christian Satorius und Henrike Berkefeld

Warum bekommen wir eine rote Nase, wenn es kalt ist?

Um eine rote Nase zu bekommen, müssen wir nicht einmal erkältet sein. Niedrige Temperaturen oder auch ein richtig scharfer Wind genügen schon, um uns ein bisschen Farbe ins Gesicht zu treiben. Das liegt ganz einfach daran, dass die Nase der Witterung ungeschützt ausgesetzt ist, während der Rest unseres Körpers gerade in warmer Winterkleidung steckt. Da die Nase auch kein wärmendes Fettpolster hat, kühlt sie besonders schnell aus. Um das zu verhindern, kurbelt unser Organismus die Durchblutung an und versorgt die Nase verstärkt mit warmem Blut aus dem Körperinneren. Dieses Blut, das durch die Haut auf der ­Nasenoberfläche fliesst, wärmt nicht nur die Nase, sondern färbt sie gleich auch noch rot ein.

Warum dampft unser Atem?

Je kälter es draussen ist, desto mehr dampft unser Atem beim Ausatmen. Manchmal bildet sich eine kleine Wolke in der Luft, die man sogar sehen kann. Diese kleine Wolke besteht aus Wasserdampf, also winzig kleinen Wassertröpfchen. Luft kann nämlich nur eine ganz bestimmte Menge Wasser aufnehmen, was temperaturabhängig ist. Mit anderen Worten: Die warme, feuchte Atemluft, die aus den Lungen strömt, enthält mehr Wasser als die kalte Luft draussen vor der Tür. Da die kalte Luft dieses Wasser nicht aufnehmen kann, muss es ja irgendwo anders hin – und so scheidet die warme feuchte Luft das Wasser in Form von kleinen Tröpfchen aus. Und genau diese winzigen Wassertröpfchen kann man sehen.

Warum zittern wir vor Kälte?

Wenn wir so richtig stark frieren, beginnen wir vor Kälte regelrecht zu zittern. Der Körper versucht sich auf diese Art und Weise vor der Auskühlung zu schützen. Das Zittern ist eigentlich nichts an­deres als das Anspannen und ­Entspannen von Muskeln, das in schneller Abfolge geschieht. Die dabei entstehende Wärme heizt den Körper auf und wirkt so der Auskühlung entgegen. Kühlt der Organismus aber dennoch immer weiter aus, stellt er das Zittern auch wieder ein, um Energie zu sparen.

Warum werden die Finger bei kalten Temperaturen steif?

In einer warmen Umgebung spielen Nerven, Muskeln, Sehnen, Gelenke und Haut der Hände und Unterarme bestens zu­sammen, damit die Finger fein ­beweglich sein können. Fällt die Aussentemperatur aber deutlich unter 20 Grad ab, drosselt der menschliche Körper zuerst die Blutversorgung der Extremitäten. Damit wird das warme Blut im Körperzentrum gesammelt, um lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn bei konstanter Temperatur halten zu können. Hierdurch kann die Temperatur der Hände durchaus unter zehn Grad abfallen, was die Gewebe in ihren Eigenschaften verändert. Welche Faktoren dabei führend sind, wird unter Wissenschaftern noch diskutiert. Aber klar ist heute schon: Durch die verminderte Blutzirkulation werden die Muskeln weniger mit Energie versorgt. Sie werden schwächer und «steif». Sehnen und Gelenke sind weniger elastisch, die in der Haut liegenden Tast- und Schmerz­rezeptoren verändern ihre Sensitivität. Bei verfrorenen Händen kann ein Glühwein oder ein ähnliches Getränk Wunder wirken: Es wärmt die Hand und enthält Alkohol, was beides die Blutgefässe wieder erweitert.

Warum knistert das Cheminéefeuer?

Je nachdem, welches Holz man verbrennt, knistert und knackt das Kaminfeuer. Während vor allem Nadelholz recht geräuschvoll verbrennt, kann derselbe Vorgang bei Laubholz – zum ­Beispiel Buche – nahezu lautlos ­vonstattengehen. Je grösser der Harzanteil eines Holzes ist, desto lauter knistert und knackt es in aller Regel auch, da die brennbaren Gase des Harzes geradezu explosionsartig verbrennen können. Beim Erhitzen entstehen aber auch Verspannungen in der Holzstruktur, die sich ebenfalls geräuschvoll entladen. Letztendlich spielt auch die Restfeuchte des Holzes eine Rolle, wenn es um die Geräuschentwicklung geht, da das Wasser zischend und knackend als Wasserdampf entweicht.

Wie überleben Fische in einem zugefrorenen See?

Ein tiefer See friert in der Regel nicht komplett von oben bis nach unten durch, auch wenn er komplett von einer Eisschicht bedeckt ist. So bleibt im unteren Bereich des Sees immer noch genügend Platz für Fische und andere Lebewesen. Im eiskalten Wasser fahren sie ihren Stoffwechsel stark zurück und beschränken ihre ­Bewegungen in der Regel auf ein absolutes Minimum. Falls sie Hunger bekommen, gibt es im Wasser und auf dem Bodengrund immer noch genügend fressbare Insekten, Pflanzenteile und andere Fische. Ein kleiner Teich oder auch Wasseransammlungen von nur wenigen Zentimetern Tiefe können in einem harten Winter allerdings durchaus bis zum Boden durchfrieren. Dann kann den Fischen nicht nur der Sauerstoff ausgehen, sondern auch das Wasser und sogar die Lebensenergie.

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