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PIERCINGS: An Ohren und Nase kann es ins Auge gehen

Weil Hals-Nasen-Ohren-Ärzte zunehmend mit Komplikationen konfrontiert sind, raten sie von Körpermodifikationen im Knorpelbereich von Nase und Ohr generell ab.
Im Knorpelbereich ist grösste Vorsicht geboten. (Bild: Getty)

Im Knorpelbereich ist grösste Vorsicht geboten. (Bild: Getty)

Ohrmuschel und Nase gehören zu den beliebtesten Stellen für Körpermodifikationen, auch «BodMods» genannt. Piercings gelten in diesen Bereichen als ­ungefährlich. Doch die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, rät in einer Mitte Woche veröffentlichten Mitteilung von Körpermodifikationen im Knorpelbereich von Nase und Ohr grundsätzlich ab.

Grund: Der Knorpel im Ohr- und Nasenbereich sei ein sehr empfindliches Gewebe, das normalerweise durch eine Knorpelhaut geschützt und ernährt wird. Wenn nun aber die Knorpelhaut beim Piercing durchtrennt werde, können Bakterien und Viren eindringen und eine Infektion auslösen. Deshalb sollten Körpermodifikationen wie Piercings höchstens unter strengen, aseptischen Bedingungen erfolgen. An der gepiercten Stelle könne es sonst, eventuell auch im Abheilungsprozess, zum Absterben von Knorpelgewebe kommen.

Zu den Folgen gehören Deformierungen bis zum vollstän­digen Verlust von Teilen der ­Ohrmuschel oder der Nase. Eine Korrektur sei dann komplex und nur von spezialisierten Ärzten durchführbar.

Eine relativ neue Körpermodifikation ist das sogenannte Elfenohr. Dabei wird die Ohrmuschel im oberen Bereich durch das Einsetzen eines Implantates spitz geformt. «Der massive Eingriff in das natürliche Ohrgerüst birgt eine grosse Gefahr für das gesamte Haut-Knorpelgerüst des Ohres», sagen die Experten. Zu den Folgeerscheinungen gehören Rötungen, Schmerzen, aber auch schwere Infektionen bis hin zum Absterben von Knorpelgewebe.

Die Gesellschaft betont wei- ter, dass beispielsweise auch beim Zungenpiercing Vorsicht geboten sei. Hier komme es ­immer wieder durch die Verletzung einer Arterie im Zungen­bereich zu erheblichen Einblutungen mit Schwellungen bis zur Atemnot.

Das Komplikationsrisiko hänge bei allen Eingriffen von der ­Lokalisation des Piercings, dem verwendeten Material, der ­Erfahrung des Piercers, den hygienischen Bedingungen beim Piercen sowie von der Nach­sorge ab. (idw)

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