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POKÉMON: Hype um Pokémon-Go hat Luzern eingenommen

Vor der Traditionsbeiz Stadtkeller in Luzern treffen sich bereits regelmässig Pokémon-Go-Spieler. Um die kleinen Monster zu jagen, nehmen sie gar Blasen in Kauf.
Patrick Bernecker (24), Simon Müller (23), Rahel Zoller (30), Jean-Luc Maréchaux (23, v. l.) und Phillip Party (23, hält das Handy in der Hand), spielen vor dem «Stadtkeller» in Luzern (links im Bild) Pokémon Go. (Bild Aleksandra Mladenovic)

Patrick Bernecker (24), Simon Müller (23), Rahel Zoller (30), Jean-Luc Maréchaux (23, v. l.) und Phillip Party (23, hält das Handy in der Hand), spielen vor dem «Stadtkeller» in Luzern (links im Bild) Pokémon Go. (Bild Aleksandra Mladenovic)

Aleksandra Mladenovic

Dass das Handy-Spiel Pokémon Go zwischenzeitlich nur mit viel Geduld zu spielen war, tut der Freude der Fans keinen Abbruch. Mittlerweile zeigen sich die Auswirkungen der Serverprobleme (Ausgabe von gestern) kaum noch. Dutzende Spieler tummelten sich am Wochenende und auch gestern in der Stadt Luzern, um auf einer interaktiven Karte Pokémon zu jagen. Auch vor der Traditionsbeiz Stadtkeller in Luzern, wie Geschäftsführerin Andrea Gehrig auf Anfrage bestätigt: «Ich war zuerst total überrascht und wusste gar nicht, was los ist. Seit drei Tagen stehen und sitzen jede Menge junge Leute vor unserem Restaurant – und alle mit einem Handy zwischen den Fingern.» Zwischenzeitlich seien hier schon über 40 Personen zusammengekommen, berichten Augenzeugen.

Rosie bekommt mehr Auslauf

So etwa auch die Gruppe um die Irische Wolfshündin Rosie, wie ein Augenschein vor Ort zeigt. Und die ist ganz glücklich darüber, dass ihr Herrchen Jean-Luc Maréchaux (23) aus Beromünster dem Pokémon-Fieber verfallen ist. «Seither spaziert Rosie fünf bis sechs Stunden am Tag», berichtet Maréchaux. Die 30-jährige Rahel Zoller aus Stansstad wiederum zeigt auf ihre lädierten Füsse: «Ich habe schon Blasen vom vielen Herumlaufen.» Und Phillip Party (23) – der Krienser heisst tatsächlich so, wie ein Blick auf seine ID bestätigt – hat gar 5 Kilogramm abgenommen, seit er Pokémon Go spielt (er hat das Spiel heruntergeladen, noch bevor es in der Schweiz lanciert wurde).

Als wir die jungen Leute nach ihrem Namen fragen, stellen sie sich gleich auch einander vor. Wir sind erstaunt. Es sei zwar nicht das erste Mal, dass sie sich getroffen hätten. Zum Spielen seien sie schon ein paar Mal hier gewesen. «Wenn wir uns treffen, dann reden wir darüber, wer welches Level erreicht hat oder wer welche Pokémon schon sammeln konnte. Namen sind da nicht so wichtig», erklärt Party lachend.

In der Umgebung des Luzerner «Stadtkellers» befinden sich fünf sogenannte «Pokéstops», bei denen sich Hilfsgegenstände für das Spiel sammeln und Pokémon anlocken lassen – daher der Andrang. Am Wochenende wurden hier schon Treffen über die Facebook-Seite «Pokémon Go Luzern» vereinbart, die mittlerweile über 1360 Likes zählt.

Problem: Akku leer

Auch einen Kollegen auf der Redaktion, der an dieser Stelle nicht namentlich erwähnt werden möchte, hat das Pokémon-Fieber gepackt. Mit einem Freund marschierte er am Sonntag vier Stunden lang die Stadt Luzern ab, auf der Suche nach Pikachu und Co. Dabei stiessen die beiden Freunde auf Unannehmlichkeiten, welche über die Serverprobleme hinausgingen: Das Spiel verbraucht nämlich Akku wie ein Weltmeister. Dumm nur: «Im Interdiscount am Bahnhof Luzen waren die Powerbanks ausverkauft», berichtet der Kollege. Bei einer Powerbank handelt es sich um eine externe mobile Batterie, mit der sich das Handy auch unterwegs aufladen lässt.

Eine Anfrage, die wir gestern bei Interdiscount dazu deponierten, blieb unbeantwortet. Claudius Bachmann, Mediensprecher der Migros Luzern, erklärt hingegen, in den Melectronics-Filialen der Migros Luzern sei am Wochenende kein Ansturm auf Powerbanks spürbar gewesen: «Generell ist die Nachfrage nach Powerbanks vor und während der Ferienzeit höher als sonst. Aber einen Zusammenhang mit der Lancierung von Pokémon Go können wir nicht bestätigen.» Das Akku-Problem lässt sich also lösen. Und eine weitere erfreuliche Nachricht gibt es obendrauf: Unfälle, wie es sie im Ausland beim Pokémon-Go-Spielen bereits zuhauf gab, sind hierzulande bislang ausgeblieben. Ramona Helfenberger, Sprecherin des Luzerner Kantonsspitals, erklärt auf Anfrage: «Wir hatten noch keine Notfälle, die auf das Spiel zurückzuführen sind.» Allerdings, so sagt sie: «In der Notfallpraxis und auf der Notfallstation, die ich für ihre Anfrage kontaktiert habe, wusste man um den Hype um das Spiel bereits Bescheid.» Das medizinische Personal in der Zentralschweiz ist also bestens auf allfällige Zwischenfälle vorbereitet. Dennoch rät die Luzerner Polizei auf Anfrage – wie zuvor schon die Suva – sinngemäss: Kopf einschalten und im Verkehr das Handy lieber weglegen.

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