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PORTUGAL: Herztransplantation: Er wollte Musik im Operationssaal

Eurovisionsgewinner Salvador Sobral wurde nach Wochen auf der Intensivstation ein neues Herz implantiert. Die Ärzte sind vorsichtig, aber optimistisch, dass der 27-Jährige sich erholen wird.
Ralph Schulze, Madrid
Salvador Sobral steht nach einer Herzoperation eine lange Erholungszeit bevor. (Bild: Brendan Hoffman/Getty (Kiew, 14. Mai 2017))

Salvador Sobral steht nach einer Herzoperation eine lange Erholungszeit bevor. (Bild: Brendan Hoffman/Getty (Kiew, 14. Mai 2017))

Ralph Schulze, Madrid

Er wollte, dass in den kritischsten Stunden seines Lebens klassische Musik im Operationssaal ertönt. Der Wunsch wurde Portugals Eurovisionsheld Salvador Sobral erfüllt. Vier Stunden brauchten die Chirurgen, um dem Sieger des Eurovision Song Contest (ESC) 2017 in einer Klinik in Lissabon ein neues Herz einzupflanzen. Dann verkündete das Ärzteteam um den Kardiologen Miguel Abe­casis der portugiesischen Nation: «Der Eingriff ist gut verlaufen.» Und ganz Portugal, das um das Leben des 27-jährigen Musikers gezittert hatte, atmete auf.

Der herzkranke Sobral lag seit Monaten auf der Intensivstation des Santa-Cruz-Hospitals in der portugiesischen Hauptstadt und wartete auf ein passendes Spenderorgan. Im August hatte er seine Konzerttournee durch sein Heimatland abbrechen müssen, weil sein Herz zu versagen drohte. Die Ärzte hatten bei ihm eine Herzinsuffizienz festgestellt. Diese Herzschwäche hatte ihm schon während des ESC-Festivals in Kiew zu schaffen gemacht, wo ihn seine Schwester Luísa, die Komponistin seines Siegersongs, bei einigen Proben vertreten musste.

Am Samstagabend, einen Tag nach der Transplantation, überbrachten die Ärzte die gute Nachricht: Salvador Sobral habe die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff gut überstanden, es gebe bisher keine Komplikationen. Der Sängerstar mache «sehr gute Fortschritte», berichtete Chirurg Abecasis, und er sei schon wieder «sehr fröhlich und gut aufgelegt». Als er aus der Narkose aufgewacht sei, habe sich Sobral erst einmal beim Ärzteteam bedankt.

Vor der Operation habe der Musiker zwei Dinge gefragt, erzählte der Kardiologe: «Er wollte wissen, ob ich gut in Form bin, was ich bejaht habe. Und ob wir klassische Musik auflegen könnten.» Was bewilligt wurde. Dann habe ihm Sobral «viel Glück» bei der Operation gewünscht.

Herztransplantationen sind weiterhin risikoreich

Sobral und das Ärzteteam wurden am Freitag informiert, dass ein Spenderherz eines Verstorbenen mit einer kompatiblen Blut­gruppe zur Verfügung stehe. Auch wenn über den Spender nichts bekannt wurde, handelt es sich bei jüngeren Spendern meist um Verkehrsunfallopfer. Wird ein Spenderherz gefunden, ist Eile geboten: Zwischen der Herzentnahme und der Transplantation dürfen normalerweise nicht mehr als vier bis sechs Stunden vergehen.

Auch wenn jedes Jahr weltweit mehrere tausend Herztransplantationen stattfinden, ist dieser Eingriff bis heute mit Risiken behaftet. Darauf wiesen auch Sobrals Ärzte hin. Obwohl die Operation problemlos verlaufen sei, müsse man nun erst einmal die kommenden zwei Wochen abwarten und dabei hoffen, dass es keine Infektionen und Abstoss­reaktionen gebe. Anschliessend stehe beim Patienten «eine lange Erholungsphase» an.

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