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POSTKUNST: Die Schnecke bringt's

Die ersten Marken wurden mit Faden aufs Papier genäht. Heute kann man sie selbst drucken oder digital Nachrichten verschicken. Der gute alte Brief wird jetzt zum Kunstwerk, in dem viel Liebe steckt.
Bettina Kugler
Flach wäre es dem Pöstler lieber, doch diesen Brief musst du nicht unters Kopfkissen legen für schöne Träume. Briefmarken sind Teil des Kunstwerks. (Bild: Gerstenberg-Verlag)

Flach wäre es dem Pöstler lieber, doch diesen Brief musst du nicht unters Kopfkissen legen für schöne Träume. Briefmarken sind Teil des Kunstwerks. (Bild: Gerstenberg-Verlag)

Bettina Kugler

Wann hast du zuletzt eine Briefmarke (oder einen männlichen Briefmark wie im Gedicht auf dieser Seite) mit der Zunge beleckt und auf Reisen geschickt? Sag jetzt nicht, dass das lange her ist. Dass die meisten Briefmarken heute Sticker sind, die man nicht, bäh!, ablecken muss. Dass es sicher sowieso bald keine Marken mehr gibt. Und überhaupt: dass höchstens Steinzeitmenschen heutzutage noch richtige Briefe schreiben, von Hand auf Papier, per Schneckenpost zugestellt, frühestens am nächsten Tag. Sogar deine Oma schreibt auf WhatsApp, findet dazu passende Emojis und fiebert den Fotos und Filmchen entgegen, die du ihr postest.

Zugegeben, das kann ein Brief nicht. Aber Freude bringen sehr wohl! Vor allem, wenn er so aussieht wie die Beispiele oben aus dem Buch «Ab die Post!» von Antje von Stemm (Gerstenberg, Fr. 30.–). Es stammt keineswegs aus der Steinzeit, sondern aus dem Jahr 2017. Du findest darin sogar ein Rezept zur Herstellung eigener Briefmarken. Mit Gummierung aus ... Gummibärchen. Diese Märkli gelten aber nicht als Porto der Schweizer Post; du müsstest die damit frankierten Briefe selbst befördern – oder dem Schulschatz heimlich in den Thek stecken. Das Ablecken wird köstlich sein!

Wenig Worte waren früher günstiger

Noch immer bringt die Post jedes Jahr liebevoll gestaltete Sondermarken heraus im Vertrauen darauf, dass es immer noch viele Steinzeitmenschen gibt. Und manche, die sogar verschiedene Motive horten, um immer eine zum Brief passende Marke parat zu haben. Wie das genau richtige Emoji. Und dann sind da ja auch die Sammler. Sie haben es nicht nur auf Neuerscheinungen abgesehen, sondern eher auf alte, seltene Stücke – oder auf Fehldrucke. Briefmarkensammler nennen sich «Philatelisten», und sie treffen sich gern an Tauschbörsen. Sammeln kann man Marken aber auch einfach so, in der schönen Schachtel auf dem Schreibtisch, die sonst gähnend leer wäre. Für die Schulschatzpost sind sie durchaus brauchbar ...

Gut möglich, dass du bald nicht mehr aufhören kannst mit den frankierten und abgestempelten Botschaften. Schon wegen der Marken. Franz Hohler erinnert sich gut an die Zeit, als er noch keine Kinderbücher schrieb – dafür aber Briefe, Briefe, Briefe. Weil es ihm als Bub vor allem um die Marke ging, konnte der Brief auch kurz sein. Waren höchstens fünf Wörter auf einer Postkarte, so kostete sie nur halb so viel Porto, 5 Rappen: «Eine dicht beschriebene Karte wog offenbar schwerer als herzliche Grüsse, dein Franz.»

Die ersten Briefmarken wurden 1653 in Paris gedruckt. Sie mussten noch mit Faden aufs Papier geheftet werden. Bald begann das Sammeln, weltweit. Die Motive erinnern an geschichtliche Ereignisse, an bedeutende Menschen, oder sie würdigen das Wirken von Vereinen und Organisationen. Ab 17. 11. kann man die neuen Marken von Pro Juventute kaufen; sie sind ein bisschen teurer, denn ein Teil der Gebühr kommt der Arbeit der Stiftung zugute, etwa dem Sorgentelefon «Hilfe 147». Abgebildet sind dieses Jahr Schulkinder rund um einen Globus (85 + 40 Rp.) und kleine Chorsänger vor einem Adventskranz (100 + 50 Rp.). Wie gemacht für die Weihnachtspost! Aber leider selbstklebend, nicht zum Ablecken.

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