PREMIERE IN ANDERMATT: Gilt die Urner «Suworow»-Taktik noch?

Mehrmals wurde das Urner Volk in seiner Geschichte von fremden Mächten überrannt. So auch im Freilichtspiel «Suworow», das am Freitagabend in Andermatt Premiere hatte.

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Ex-Skistar Bernhard Russi mit seiner Ehefrau Mari an der Premiere des Freilichtspiels Suworoe in Andermatt. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Ex-Skistar Bernhard Russi mit seiner Ehefrau Mari an der Premiere des Freilichtspiels Suworoe in Andermatt. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Sich verstecken und mal abwarten – das war früher die Urner Strategie. Ist diese Reduit-Taktik auf moderne Angriffe auf die Schweiz, etwa in den Krisenfällen UBS oder Libyen, noch ratsam? «Nein», sagte Ex-Skistar Bernhard Russi. «Ich glaube, das Urner Volk beweist heute gerade das Gegenteil.» Davon ist auch Gabi Huberüberzeugt. «Unsere Bevölkerung hat sich zwar in der Geschichte immer grossartig arrangiert. Heute aber muss man aber in der Krise Stolz zeigen und offensiv vorgehen», erklärte die Urner FDP-Fraktionsvorsitzende in Bern.

«Kopf nicht einziehen»
Für SBB-Chef Andreas Meyer, der übrigens wie alle prominenten Gäste voll des Lobes für das neue Andermatter Freiluftspiel war, ist klar: «Urnerinnen und Urner sind heute noch wehrhaft und selbstbewusst. Sie verteidigen ihre Anliegen, etwa was die Eisenbahn angeht, sehr stark – und das finde ich gut.» Niemand brauche sich «vor nichts» zu verstecken, fügte Isidor Baumann an. «Selbst wenn Fehler begangen wurden, kann man dazu stehen und selber dazu beitragen, diese zu korrigieren», so der Urner Regierungsrat. «Die Schweiz kann stolz auf ihre Wurzeln, ihre Kultur sein. Es gibt keinen Grund, den Kopf einzuziehen», meinte schliesslich auch Urs Traxel, CEO der Urner Kantonalbank.

André Häfliger, Andermatt

HINWEIS
In der (morgigen) Zentralschweiz am Sonntag kann man eine Besprechung von «Suworow» lesen.