PRIX COURAGE: Alpinisten und Luzerner TV-Pfarrerin geehrt

Am Freitag Abend war wieder einmal der grosse Moment von Heldinnen und Helden des Alltags: Bereits zum 11. Mal verlieh die Zeitschrift «Beobachter» den «Prix Courage».

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Röbi Koller, Monika, Schmid, Franz Hohler, Simon Anthamatten und Andres Büchi. (Bild/André Häfliger)

Röbi Koller, Monika, Schmid, Franz Hohler, Simon Anthamatten und Andres Büchi. (Bild/André Häfliger)

Der Hauptpreis, vergeben von einer fünfköpfigen Jury, geht dieses Jahr an zwei mutige Alpinisten: An den 26-jährigen Simon Anthamatten aus Zermatt und an den 31-jährigen Ueli Steck aus Interlaken, der gestern aber wegen einer alpinistischen Verpflichtung in Chamonix an der Verleihung im «Schiffbau» in Zürich nicht teilnehmen konnte. Umso freudiger nahm die aus Luzern stammende, 51-jährige TV-Pfarrerin Monika Schmid aus Illnau-Effretikon ZH den Publikumspreis 2008 entgegen.

Welches waren ihre Heldentaten? Im vergangenen Mai eilten Anthamatten und Steck im Annapurna-Massiv in Nepal auf 7400 Metern Höhe einem rumänischen und spanischen Bergsteiger zu Hilfe. Der Rumäne überlebte dank der beherzten Hilfe, für den Spanier kam leider jede Hilfe zu spät. «Rettung in den Bergen ist immer eine Teamarbeit», erklärte Anthamatten, als er stolz den mit 25 000 Franken dotierte Trophäe in den Händen hielt. Was macht er jetzt mit der Preissumme? «Ueli und ich sind sich schon einig: Wir investieren sie in unsere nächste Expedition.» Der Entscheid der Jury sei, so erklärte deren Präsident, Satire-Star Franz Hohler, «eindeutig und klar» ausgefallen.

Luzerner TV-Pfarrerin
Monika Schmid ihrerseits erregte Anfang Jahr im «Wort zum Sonnatg» des Schweizer Fernsehens aufsehen, als sie die katholische Kirche wegen ihres zögerlichen Vorgehens gegen pädophile Priester kritisierte. «Überführte Priester werden meistens nur versetzt. Solche aber, die eine reife Beziehung zu einem Partner oder einer Partnerin haben, werden abgesetzt», hatte sie gesagt. «Der böse Brief des Bischofs, der mich quasi freistellen wollte, hat nichts genützt», erklärte die katholische Gemeindeleiterin mit Bürgerort Beromünster. Und schmunzelte: «Ich bin immer noch im Amt.»

Emil einverstanden
«Die Preise wurden so sehr klug und gut vergeben», attestierte Emil Steinberger, der mit seiner Ehefrau Niccel kam. Christian Lüthi aus Beromünster ging übrigen mit seinem Rettungssprung in die Reuss an der Luzerner Fasnacht leer aus. Für die Höhepunkte der von Röbi Koller moderierten Gala sorgten das Symphonieorchester «Camerata Schweiz»-mit witzigen Einlagen des Comedy-Duos «Ursus&Nadeschkin».

ANDRÉ HÄFLIGER, ZÜRICH