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Psssst, Langschläfer!

Melissa Müller

Melissa Müller

Der Igel baut sich im Garten ein wetterfestes, kugelförmiges Nest unter dem Laubhaufen. Darin rollt er sich zu einer Stachelkugel zusammen. Das ist doppelt nützlich: Er verliert keine Wärme und ist vor Feinden geschützt.

Warum verkriechen sich die Tiere im Herbst und halten Winterschlaf? «Das ist ihre Strategie zu überleben», sagt ­Biologe Toni Bürgin. Der lange Winter in unseren Breiten ist hart, es gibt fast kein Futter. Darum verharren manche Tiere monatelang im Sparmodus. Ihr Herzschlag und die Atmung sind dann viel langsamer als normal. Und das Gehirn ist fast ausgeschaltet. Das spart Energie. Auch manche Fische halten Winterschlaf. Die Schleie etwa wühlt sich in den Schlamm ein. Kröten, Frösche und Salamander verfallen in die Kältestarre.

Winterschlafende Tiere sollte man in Ruhe lassen. Störungen sind für sie derart erschöpfend, dass sie daran sterben können. Naturfreunde sperren Höhlen zu, um Fledermäuse zu schützen. In der Winterschlaflethargie sind Fledermäuse steif und klamm und vollkommen hilflos. Sie wirken, als ob sie tot wären. Alles, was sie tun können, ist reflexartig den Mund aufzureissen und lauthals zu zetern, ganz im Sinne von «Lass mich in Ruhe!». Die Insektenfresser suchen oft auch in Kellern oder unter Scheiter- beigen Unterschlupf. Ihr Herzschlag reduziert sich winterschlafend um ein Vielfaches. Von über 1000 Schlägen pro ­Minute auf etwa ein Dutzend. Wenn sie aufwachen, dauert es mindestens eine Viertelstunde, bis sie mit Muskelzittern ihren Körper aufgeheizt haben.

Weltmeister unter den Winterschläfern ist der Siebenschläfer. Er schläft oft neun Monate – länger, als sein Name besagt. Davor frisst sich er sich einen dicken Wanst an. Im Oktober gräbt sich der Siebenschläfer ein Erdloch als Winterquartier. Manchmal legt er sich aber auch ins gemachte Nest, etwa in einen Nistkasten oder in ein altes Vogelnest. Mit seinem buschigen Schwanz deckt er sich in seinem Bettchen zu. Wie man sich bettet, so liegt man.

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