REGIERUNGSRATSWAHLEN LUZERN: Bratwurst und Rösti für Guido Graf?

Wie kann man Guido Graf charakteri­sieren? Und wie äussert sich sein soziales Engagement? Freunde und Verwandte zeichnen ein Bild des Unternehmers und Geschäftsleiters aus Pfaffnau.

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Guido Graf (hier bei seiner Nominierung im Juli 2009) gilt bei Freunden und Verwandten als ehrliche, humorvolle und tatkräftige Person. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Guido Graf (hier bei seiner Nominierung im Juli 2009) gilt bei Freunden und Verwandten als ehrliche, humorvolle und tatkräftige Person. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Rahel Graf (20), Tochter und Mitglied der Schweizer Frauen-Fussballnational-mannschaft (linke Verteidigerin):

Wie charakterisieren Sie Ihren Vater? 
«Er ist vor allem ein sehr hilfsbereiter Mensch. Wenn ich ein Problem habe, ist er immer für mich da. Er ist auch Ehrgeizig und will seine Ziele erreichen.»
Wie ist er als Erzieher? 
«Er lässt einem die nötigen Freiheiten und lässt einem auch aus Fehlern zu lernen.»
Ist er ein guter Fussballer? 
«Früher schon, da spielten wir immer zusammen im Garten. Heute sind Tennis und Golf seine Sportarten.»
Hat er Zeit für die Familie? 
«Ja. Fixpunkte sind sicher die Essenszeiten und die Weekends.»
Wie ist das für ihn mit vier Frauen unter einem Dach, mit ihren beiden jüngeren Schwestern (15 und 18) sowie ihrer Mutter? 
«Kein Problem. Da hat er als Mann gelernt, sich durchzusetzen.»
Welche Macke hat er? 
«Manchmal ist er etwas ungeduldig.»

Albert Vitali (54), wie Graf seit 1995 im Kantonsrat und wie Graf seit 2003 Fraktionschef, jedoch bei der FDP:

Wie charakterisieren Sie Ihren Politkameraden?
«Er ist eine, loyale, verlässliche und umgängliche Person, die immer nach Lösungen sucht.»
Respektiert er auch andere Meinungen? 
«Ja selbstverständlich. Er ist einer, der zuhören kann und gerne argumentiert und debattiert.»
Hat er sie je an der Nase rum geführt?
«Nein, wir pflegen einen guten Umgang miteinander. Wir haben uns immer gut verstanden und gegenseitig respektiert, auch wenn wir mal anderer Meinung waren.»
Was wünschen Sie ihm? 
«Dass er weiterhin mal einen lockeren Spruch drauf hat und seinen Humor nicht verliert. Er möge einfach so bleiben, wie er ist, dann wird ihm das Regieren Spass machen.»

Walter Stierli (61), Präsident des FC Luzern:

Wie charakterisieren Sie Guido Graf? 
«Er ist ein feiner, ehrlicher und korrekter Mensch, der sich für eine Sache ausgeprägt stark engagieren kann und sich dementsprechend mächtig ins Zeug legt.»
Woher wissen Sie das? 
«Ich habe ihn so im überparteilichen Komitee erlebt, welches sich für die neue Fussballarena auf der Luzerner Allmend eingesetzt hat. Ihm ist es massgeblich auch zu verdanken, dass das Projekt auf Kantonsebene eine so grosse Akzeptanz fand.»
Werden Sie ihn also als die «Stimme für den Sport im Regierungsrat» wählen? 
«Nicht nur, aber sicher auch, werde ich ihn als Privatmann unterstützen. Er hat als Chef des Radrennens GP Tell auch sein Organisationstalent bewiesen. Aber er ist vor allem auch ein Mann des Konsenses. Einer der nicht nur redet, sondern auch zupackt.»
Wie lange wird er, wenn er denn gewählt wird, im Amt bleiben? 
«Graf ist jung und dynamisch. Ich gebe ihm drei Amtsperioden, also 12 Jahre.»

Thomas Grüter (44), Landwirt und seit 2004 Gemeindepräsident in Grafs Wohn- und Heimatgemeinde Pfaffnau (2170 Einwohner):

Wie charakterisieren Sie Ihren Mitbewohner? 
«Guido Graf ist ein stark verwurzelter, auch bei uns sehr beliebter und geachteter Mann. Er ist ein engagierter, volksverbundener Macher, der überall anpackt aber auch sehr gesellig und lustig sein kann.»
Woher wissen Sie das? 
«Von seiner Geselligkeit hört man etwa bei unseren Feldschützen. Seine Tatkraft habe ich aber leibhaftig erlebt, als er bei uns im Gemeinderat Bauchef war und als sein Hauptprojekt die neue Schulanlage souverän mitrealisiert hat.»
Hat er auch einen grünen Daumen?
«Nun, die Familie Graf hat einen sehr schönen, grossen Garten. Wie weit er dafür verantwortlich ist, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.»
Was wünschen Sie ihm? 
«Dass er am Wahlabend seine Freunde und Helfer zu Bratwurst und Rösti einladen kann. Denn das ist bei uns im Gemeinderat eine Tradition, wenn man gewählt wird?»

Cécile Heusser (39), Stiftungsrätin und Präsidentin des Fördervereins der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern, SSBL:

Wie charakterisieren Sie Herrn Graf? 
«Er ist ein extrem umgänglicher, gewissenhafter und seriöser Mensch. Er hat bei uns einmal aus Terminversehen eine Sitzung verpasst, hat sich danach 100 Mal entschuldigt – und noch ein Mail des Bedauerns nachgeschickt. Es war ihm wirklich nirgendwo recht.»
Wie erleben Sie sein soziales Engagement? 
«Er ist schon seit mehreren Jahren Mitglied unserer Stiftung. Er lässt dabei unsere Anliegen sehr differenziert, aber auch pointiert in die Politik einfliessen und hilft tatkräftig beim Lobbying und Eintreiben von Hilfsgeldern für unsere Sache mit. Er hat zum Beispiel sicher auch dafür gesorgt, dass uns der GP Tell 5000 Franken hat zukommen lassen.»
Fürchten Sie, dass er nach einer allfälligen Wahl dafür keine Zeit mehr haben wird?«Nein, Guido Graf hat bereits signalisiert, dass er dieses Engagement keineswegs aufzugeben gedenkt. Und wir haben keinen Grund, ihm dies nicht zu glauben.» Romeo Musio (37), Projektleiter von Grafs Beratungsfirma (Berufsverbände, Bildung und Paramedizin) «Graf und Partner AG» in Luzern:

Wie charakterisieren Sie Ihren Chef? 
«Er ist ein sehr engagierter, offener und korrekter Mensch. Ein derart tatkräftiger Chef mit so grosser Gesamtübersicht und Führungsqualität habe ich bisher noch nie erlebt. Er ist sicher ein bestimmter Chef im positiven Sinne eines Patrons, zu dem man ein sehr freundschaftliches Verhältnis haben kann.»
Lässt er sich auch umstimmen? 
«Sicher, wenn die Gegenargumente überzeugen. Er hat zudem ein ausgesprochenes Flair, viele verschiedene Geschäfte und Projekte gleichzeitig zu führen.»
Ist er ein Workaholic?
«Nun, er arbeitet sicher viel. Am Morgen ist er immer zwischen 8 und spätestens 9 Uhr im Büro – und er ist regelmässig der Letzte, der das Büro am Abend spät um 22 Uhr verlässt oder auch spät an Sitzungen oder Veranstaltungen weilt.»
Falls er nun gewählt wird, verlieren Sie und 12 bis 15 Mitarbeiter den Job? 
«Nein, Guido Graf hat, verantwortungsvoll wie er ist, in diesem Fall bereits vorgesorgt, dass die Firma ohne ihn weiter existieren wird. Wir werden ihn alle mit einem weinenden, aber natürlich auch lachenden Auge ziehen lassen.»

André Häfliger