REGIERUNGSRATWAHLEN LUZERN: «Sie hat mich weltoffenes Denken gelernt»

Wie kann man Katharina Hubacher charakterisieren? Und was bedeutet Kultur für sie? Freunde und Verwandte zeichnen ein Bild der Sozialarbeiterin und Stellenleiterin aus Luzern.

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Katharina Hubacher gilt bei Freunden und Verwandten als offene, hartnäckige und umweltbewusste Person. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Katharina Hubacher gilt bei Freunden und Verwandten als offene, hartnäckige und umweltbewusste Person. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Ruth Hubacher (49), Schwester von Katharina Hubacher, Heilpädagogin und zweifache Mutter:

Wie haben Sie Ihre Schwester als Kind erlebt? 
«Wir fünf Geschwister, drei Mädchen und zwei Knaben, sind im Bernischen Hindelbank aufgewachsen. Meine fünf Jahre ältere Schwester Katharina war für mich die grosse Schwester mit viel Vorbildcharakter.»
Was haben Sie denn von ihr gelernt? 
«Vor allem das grosszügige, weltoffene Denken. Sie weilte in verschiedenen Regionen der Schweiz bevor sie ins nahe und ferne Ausland reiste und hat mein Herz für andere Landesteile und später auch für andere Länder geöffnet. Zudem durfte ich durch sie viele interessante Menschen kennen lernen.»
Hat sie denn auch Ihr politisches Interesse geweckt?
«Das wurde in vielen Diskussionen allgemein in unserer Familie geweckt. Aktiv bin ich zwar nicht politisch tätig, aber dennoch bis heute sehr interessiert.» 
Hat Ihre Schwester eine Macke?«Sie ist sicher eine pragmatische Person. Aber in positivem Sinn, im Sinn von grossem Verantwortungsbewusstsein etwa. Als sie sich nach der 9. Klasse selbständig machte und die Familie verliess, erklärte sie mir, welche Pflichten ich fortan in der Familie zu übernehmen habe.»

Irmgard Amrein-Gapp (59), Stadträtin und Sozialvorsteherin von Sursee:

Seit 13 Jahren arbeiten Sie mit ihr zusammen. Wie charakterisieren Sie Katharina Hubacher? 
«Sie ist eine engagierte und kompetente Frau mit sehr grosser Erfahrung in Führung und Politik.»
Und als Mensch?«Frau Hubacher steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Sie ist nicht so schnell zu erschüttern und sie kann wenn nötig auch hartnäckig sein. Sie hat eine ausgesprochen hohe Veränderungskompetenz.»
Wie beurteilen Sie ihr Programm? 
«Es ist dezidiert anders als jenes ihres Gegenkandidaten. Sie steht zum Beispiel ein für eine faire Verbilligung der Krankenkassenprämien, für niederere Wohnungsmieten und ist gegen den ruinösen Steuersenkungswettbewerb.»
Wie stark wird sie geschätzt in ihrem Arbeitsumfeld?
«Ich arbeite ausgesprochen gerne mit ihr zusammen und weiss, dass sie sowohl von den Behörden wie auch von ihren Mitarbeitenden geschätzt wird. Nicht zuletzt deshalb, weil sie stets lösungsorientiert agiert. Frau Hubacher ist zudem in unserer Region sehr gut vernetzt.»

Bruno Rosset (50), Präsident des Seeclub Sempach:

Wieviele Ruder-Rennen haben Sie schon gegen Frau Hubacher gewonnen? 
«Keines, denn wir fahren keine Rennen. Aber ich sass schön öfters mit ihr im gleichen Boot, im Vierer oder Achter. Und da erlebt man sie als eine, die ihren Sport mit Freude, Engagement und ruhig ausübt. Sie kann vielseitig, auf jeder Position im Boot eingesetzt werden.» 
Wie oft rudert sie denn? 
«Sehr regelmässig. Und auch gut. Sie gehört zu den Mitgliedern, die immer wieder unseren bekannten Zinnbecher für erbrachte Kilometerleistungen erhält.»
Wie charakterisieren sie Katharina Hubacher sonst?
«Frau Hubacher ist ein ehrlicher, gutherziger, rücksichtsvoller Mensch, der aber auch pragmatisch und kritisch ist. Sie ist eher zurückhaltend, drängt sich nie auf und ist auch immer extrem hilfsbereit.»

Katharina Stockmann (53), langjährige Freundin und ehemalige Studienkollegin:

War Ihre Namensvetterin eine gute Schülerin? 
«Ja, sie hat als Sozialpädagogin noch besser abgeschlossen als ich. Sie war und ist sehr gewissenhaft, hat stets viel gelernt in der Schule und liess sich im Gegensatz zu mir auch nie ablenken dabei.»
Welches sind andere Eigenschaften von Katharina Hubacher? 
«Sie war schon immer sehr umweltbewusst, standfest und kritisch. Sie kann unheimlich schnell Zusammenhänge herstellen und schiesst nie aus der Hüfte. Nein, sie überlegt lieber und ist dann von dem, was sie sagt, auch überzeugt.» 
Für ein paar Monate haben Sie sie auch mal als Mitbewohnerin erlebt? 
«Ja, und zwar als humorvolle, umgängliche und hilfsbereite Person, die tatkräftig und unkompliziert mitputzte und auch einkaufen ging. Sie stammt wie ich aus einer Grossfamilie und hat wohl auch daher eine derart grosse Sozialkompetenz.»
Hat sie auch eine Macke?«Nun, für mich ist sie manchmal eine kleine Spur zu grün.»

Niklaus Lenherr (52), Künstler:

Was bedeutet die Kultur im Leben von Katharina Hubacher? 
«So wie ich es wahrnehme, sehr viel. Frau Hubacher ist interessiert und geht auch regelmässig an Vernissagen, was man nicht von vielen Politikern behaupten kann.»
Welche Kultur interessiert sie denn? 
«Es ist einmal die zeitgenössische Musik, auch Livemusik von Rock, Blues, Klassik bis hin zur neueren Volksmusik. Sie liest auch viele Bücher und ist oft im Tempelhof in Ufikon anzutreffen.»
Wie charakterisieren Sie Frau Hubacher sonst? 
«Sie ist eine sehr kompetente, innovative und fachkundige Persönlichkeit sowie eine umsichtige Chefin. Sie hat einen breiten Horizont und kann auch über Parteigrenzen hinweg vermitteln. Sie setzt sich leidenschaftlich für grüne Anliegen ein, kämpft gegen die ewige Steuersenkungsspirale – und hat mit ihrer Kandidatur als Frau schlussendlich die Regierungsratswahl erst ermöglicht.»

Ruedi Meier (57), Luzerner Stadtrat und Sozialdirektor, Grüne:

Welches ist der grösste politische Verdienst von Katharina Hubacher? 
«Da gibt es viele. Ihr Verdienst ist es etwa, dass wir in der Stadt Luzern in den letzten Jahren bei Einbürgerungen nie grössere Diskussionen oder Probleme hatten. Dazu trägt sie als Präsidentin der Bürgerrechtskommission massgeblich bei.»
Wie charakterisieren Sie Frau Hubacher? 
«Sie vertritt ihre Ansichten und verfügt über Durchsetzungskraft. Sie ist aber auch ein sehr umsichtiger Mensch, der mit den Standpunkten der Leute gut umgehen kann. Dazu ist sie eine starke Persönlichkeit mit hoher Sozialkompetenz. Sie ist aber auch sehr humorvoll – und überhaupt nicht rechthaberisch.»
Welches ist ihre zentrale Kompetenz? 
«Sie lebt einerseits in der Stadt, arbeitet indes in einer regionalen, sozialen Institution und kennt damit auch die Fragestellung von mittleren und kleineren Gemeinden. Dank ihrer Persönlichkeit, ihrem Fachwissen und auch als Co-Präsidentin der Grünen geniesst sie in der Partei eine hohe Akzeptanz.»

André Häfliger