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REGION: Sie sind dem Charme der Fifties verfallen

Oldtimer und luf- tige Röcke: Die Vintage-Szene wächst. Gut 40 000 Fans pilgern ans «Route 66» ins Wiggertal. Mittendrin eine Sarnerin, die Aufsehen erregt.
Christian Hodel
Der Glamour der Fifties erstrahlt im Wiggertal: Rund 2000 Oldtimer gilt es am «Route 66» zu besichtigen. Links im Bild: Carla Serschen, die Siegerin des Pin-up-Contests. (Bilder Corinne Glanzmann)

Der Glamour der Fifties erstrahlt im Wiggertal: Rund 2000 Oldtimer gilt es am «Route 66» zu besichtigen. Links im Bild: Carla Serschen, die Siegerin des Pin-up-Contests. (Bilder Corinne Glanzmann)

Glamour vergangener Zeiten hält Einzug im Wiggertal: Am «Route 66» in Aarburg trifft sich bis am Sonntag die Rock-’n’-Roll-Szene. Gut 40 000 Besucher erwarten die Organisatoren über das ganze Wochenende. Im Vorverkauf gingen die zweitmeisten Billette nach Luzern sowie Ob- und Nidwalden. Gut 2000 Oldtimer gilt es zu besichtigen – und 30 Frauen zeigten bereits gestern eine atemberaubende Show.

In bunten Kleidern, Hüten und Schuhen – mehrheitlich aus den 1950er- und 1960er-Jahren – posierten die «Girls» am internationalen Miss-Coca-Cola- Pin-up-Contest vor einer Jury und Tausenden Zuschauern. Im rosa-weiss gestreiften Kleid zeigt April Vintage (32) ihre Show. Gut eine Stunde hat sich die in Sarnen wohnhafte Walliserin, die ausserhalb der Szene Carla Serschen heisst, geschminkt, gestylt, eingekleidet. «Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich in der falschen Zeit geboren bin», sagt sie.

«Frauen putzen sich zu selten raus»

Rockabilly – eine der Spielarten des Rock ’n’ Roll –, Tellerröcke, knallige Lippenstifte, Elvis-Tolle: Vintage liegt im Trend. Die Szene wächst unaufhörlich. In den Städten bieten immer mehr spezialisierte Läden solche Kleider an, auf den Strassen werden die figurbetonten Stücke zur Schau gestellt. «Ich bin mir bewusst, dass man im Alltag mit solchen Kleidern und Accessoires auffällt», sagt Carla Serschen. Nur schon ein Hut reiche heutzutage aus, damit sich die Leute umdrehen. «Aber bisher habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten.»

Ist die Modewelt prüde geworden im Vergleich zu früher? «Prüde nicht», sagt Serschen. Aber etwas eintönig und weniger chic schon. «Viele Frauen putzen sich heutzutage viel zu selten raus.» Früher habe es zumindest noch so etwas wie «Sonntagskleider» gegeben, sagt die Umzugsberaterin. Nachmittags seien die Herren mit schönen Hemden und Hosen spazieren gegangen, die Frauen zogen ihr bestes Kleid aus dem Schrank und brezelten sich auf. «Heute wird weniger Wert darauf gelegt. Das finde ich schade.»

Dingen ein zweites Leben geben

Es seien aber nicht nur die Kleider, die sie am Vintage-Look faszinierten, vielmehr stecke ein Lebensgefühl dahinter, so Serschen. Vor wenigen Wochen hat sie geheiratet – in extravaganten Kleidern selbstverständlich. He­rumkutschiert wurde sie in einem American Truck. «Das war ein unbeschreibliches Erlebnis für mich.» Wer die Wohnung von Serschen, die selbst die Lastwagenprüfung hat, hoch über dem Sarnersee sieht, fühlt sich wie in der Kulisse eines Hollywood-Filmklassikers. Alte Arztkoffer stehen rum, ein Grammofon, ein Gepäckträger aus einem Hotel. Über 200 Paar Schuhe lagern in einem Zimmer, ein weiteres ist für Hüte und Kleider reserviert. «In all den alten Sachen fühle ich mich wohl», sagt Serschen und fügt an: «Heutzutage wird vieles weggeworfen. Ich versuche den Dingen ein zweites Leben zu geben.» Viele Möbel und Accessoires bezieht sie auf Flohmärkten. «Mit ein wenig Kreativität lassen sich die Dinge wieder ganz neu kreieren.»

Jetzt fliegt sie nach Las Vegas

Auch das Kleid, das Serschen gestern trug, hat sie etwas «aufgepimpt», wie sie sagt. Mit einem Gürtel, einem Hut und Handschuhen. Um die Prunkstücke aus Stoff auch richtig in Szene zu setzen, tanzte sie mit ihrem Mann zusammen einen Jive. Bereits im Vorjahr hat Serschen am Contest mitgemacht – damals wurde sie Dritte. Und heuer folgte die Krönung. Sie gewann eine Reise nach Las Vegas, – den Hauptpreis. «Ich freue mich wahnsinnig, dass ich gewonnen habe», sagt Serschen. Obwohl für sie nie das Siegen, sondern immer das Erlebnis im Vordergrund stand. «Ich hoffe, dass ich das Lebensgefühl, wie ich es jetzt habe, nie verliere.» Sie wolle ein Paradiesvogel bleiben – auch mit 70 oder 80 Jahren.

Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ
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14 Bilder

Fifties-Treffen «Route 66»

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