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ROM: Alle Wege führen zur Kasse

Das berühmte Pantheon in der Ewigen Stadt kann künftig nur noch gegen Eintritt besucht werden. Die Stadt Rom hatte sich vergebens dagegen gewehrt.
Dominik Straub, Rom
Fast 2000 Jahre alt: das Pantheon in Rom. (Bild: Getty)

Fast 2000 Jahre alt: das Pantheon in Rom. (Bild: Getty)

Dominik Straub, Rom

Von den zahlreichen Monumenten der Ewigen Stadt ist das Pantheon auf dem früheren Campo Marzio in der Innenstadt sicher eines der wundervollsten – und mit Sicherheit das am besten erhaltene Bauwerk aus der Antike. Der zwischen 114 und 124 n. Chr. gebaute Göttertempel beeindruckt noch heute mit seiner 43,3 Meter weiten Kuppel: Bis ins 19. Jahrhundert war sie die Kuppel mit dem grössten Innendurchmesser der Welt geblieben.

Das Pantheon zählt zu den Publikumsmagneten Roms – vergangenes Jahr haben knapp 8 Millionen Touristen den antiken Tempel besucht. Bisher war der Eintritt gratis gewesen – doch dies wird sich nun ändern: Kulturminister Dario Franceschini und der Bischofsvikar der Diözese Rom, Angelo De Donatis, haben Anfang dieser Woche ein Abkommen unterzeichnet, in welchem vereinbart wurde, dass ab dem kommenden Mai für das Pantheon ein Eintrittsgeld von 2 Euro erhoben wird. Der Besuch der Messen bleibt gratis. Franceschini rechnet mit jährlichen Einnahmen von rund 10 Millionen Euro. Diese sollen zum grössten Teil für den Unterhalt des Pantheons verwendet werden; in Zeiten der Terrorbedrohung soll zudem die Sicherheit erhöht werden.

Dem Entscheid, im Pantheon ein Eintrittsgeld zu kassieren, sind in Rom leidenschaftliche Diskussionen vorausgegangen. Vor allem die Behörden der Standortgemeinde Rom und Intellektuelle haben das Ansinnen bekämpft.

Hochtrabende Argumente

Die Idee, für Baumonumente Eintritt zu verlangen, sei «die Frucht einer kleinkrämerischen Mentalität, welche die Kunstwerke in erster Linie als touristische Einkommensquelle statt als Mittel zur Bildung und Erbauung der Menschen betrachtet», findet Roms Stadtrat für Kulturelles, Luca Bergamo. Er droht, sich am Eingang des Tempels anzuketten, wenn das Regime der Eintrittst­ickets im Mai eingeführt werde.

Der Kunstkritiker Tomaso Montanari bemühte in einem von der Römer Zeitung «La Repubblica» veröffentlichten Pamphlet sogar den Philosophen Immanuel Kant, laut dem alles «einen Preis oder eine Würde» habe – entweder oder. Mit der Einführung des Eintrittsgeldes werde gleichsam eine Brücke in die Antike und zur nationalen Kunst und Geschichte gekappt. Kulturminister Dario Franceschini sieht die Sache prosaischer: «Ich sehe nicht ein, warum man im Kolosseum schon seit Jahren Eintritt verlangen kann und im Pantheon nicht.»

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