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SCHWEIZER DES JAHRES: Prêtre: «Ich will auf die Älggialp wandern»

Der Schweizer des Jahres ist endlich aus Afrika zurück. Der 52-jährige Herzchirurg René Prêtre wurde am Montag in Zürich wie ein Held empfangen. Und sprach über sein Glück, seine Kinder und seine Zukunft.
Herzchirurg René Prêtre. Vorne die beiden Trophäen für den Sieg in der Kategorie Gesellschaft (links) und der Stein für den Schweizer des Jahres. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Herzchirurg René Prêtre. Vorne die beiden Trophäen für den Sieg in der Kategorie Gesellschaft (links) und der Stein für den Schweizer des Jahres. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

René Prêtre, Sie sind Herzchirurg. Was geht Ihnen eigentlich selber so richtig ans Herz?
René Prêtre:
Das sind drei Dinge. Meine sehr schöne und dankbare Arbeit, meine Familie und meine Freunde.

Sie sind auf einem Bauernhof aufgewachsen. Wollten Sie nie Bauer werden?
Prêtre:
Doch, doch, das wollte ich schon. Aber der Hof gehörte nicht meinem Vater. So beschloss ich nach der Matura, ein Studium mit möglichst vielen Möglichkeiten zu ergreifen und begann mein Medizinstudium. Als begeisterter Mittelfeldspieler dachte ich auch mal an eine Fussballkarriere. Aber der 'Bauer in mir' verlangte dann halt doch mehr nach Handwerk. Als Chirurg habe ich jetzt eine grosse Parallele zum Beruf meines Vaters, nämlich das handwerkliche Schaffen.

Wie haben Sie den Tag nach Ihrer Ankunft aus Mosambik am Montagmorgen um 6 Uhr in der Schweiz erlebt?
Prêtre:
Schon am Flughafen wurde ich ganz rührend und herzlich empfangen. Dann ging ich zu meinen Assistenten ins Kinderspital Zürich, wo mich später 100 Kinder und Gäste sowie vermutlich exakt 99 knallrote Luftballone erwarteten. Das alles hat mich so bewegt und geehrt, wie an jenem Abend vor neun Tagen, als ich in Afrika von der Wahl zum Schweizer des Jahres erfuhr. Den Rest des Tages verbrachte ich grösstenteils mit Interviews.

Und Sie sahen erstmals Ihre beiden Trophäen?
Prêtre:
Ja genau! Es war sehr emotional für mich, sowohl die silberne Trophäe für den Sieg in der Sparte Gesellschaft und den Stein für die Anerkennung als Schweizer des Jahres in Händen zu halten. Ich fühlte dabei grösste Dankbarkeit – und dachte an die Euphorie, die durch das alles entstanden ist.

Dachten Sie auch an Ihr Leben, das sich jetzt doch ziemlich geändert hat?
Prêtre:
Nun, der ganze Rummel, die Echos, Reaktionen, die weit über 1000 noch ungesichteten Mails und all die übrigen Glückwünsche – das alles ist sicher anders. Aber sonst ändert sich ja nicht viel in meinem Leben. Ich werde hier im Kinderspital bleiben, auch wenn ich in den letzten Jahren, aber übrigens nicht seit dem Swiss Award, einige Angebote hatte. Es gefällt mir hier sehr gut, ich habe immer alles bekommen, was ich wollte.

Und wann geht die Arbeit hier als Chefarzt des Kinderspitals wieder los?
Prêtre:
Am Mittwoch beginne ich wieder mit Vollgas. Die Operation, die am Dienstag vorgesehen war, musste ich aus einem traurigen Grund verschieben, weil die Beerdigung meines Cousins sein wird.

Wie viele Stunden Schlaf hatten Sie in den letzten drei Wochen in Mosambik?
Prêtre:
Es waren nie mehr als vier oder fünf Stunden, obwohl ich normal schon sieben Stunden Schlaf brauche. Wir haben täglich drei Operationen durchgeführt, das war sehr intensiv. Und das während meinen Ferien, deren Tage ich allerdings nie zähle und die Liste meines Arbeitgebers auch nicht kenne?

?und demnach auch keine echten Ferienpläne haben?
Prêtre:
Doch, ich möchte nach langer Zeit wieder einmal nach New York, wo ich während insgesamt drei Jahren eine sehr lehrreiche Zeit verbringen durfte. Ich möchte diese faszinierende Stadt dieses Jahr mit meinen Töchtern Camille und Tatiana besuchen. Und im Dezember werde ich vermutlich wieder in Afrika operieren.

Werden Sie im Sommer bei der Ehrung als Schweizer des Jahres im Kanton Obwalden auf die Älggialp zum Mittelpunkt des Landes hoch wandern?
Prêtre:
Oh, das tönt gut! Ja klar, das will ich. Aber ich muss dann vorher schon noch genau schauen, wo und wie hoch dieser Mittelpunkt der Schweiz genau liegt?

Luzern kennen Sie besser?
Prêtre:
Ja sicher! Das ist eine wirklich schöne Stadt mit sehr vielen netten Menschen. Ich komme immer wieder gerne zu Vorträgen oder Meetings ins Kantonsspital Luzern, wo ich auch regelmässig Kinderoperationen durchführe.

Wann waren Sie das letzte Mal krank?
Prêtre:
Ich habe grosses Glück und bin ausser ein paar Mal an Grippe nie ernsthaft erkrankt. Der einzige Eingriff, der bei mir gemacht werden musste, war eine Kreuzbandriss-Operation mit 30 Jahren. Das rührte von einer Verletzung her, die ich mir mit 24 als Fussballer zugezogen hatte.

Interview: André Häfliger, Zürich

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