SCHWEIZER FILMPREIS: Pascal Couchepin geht im Ausland ins Kino

Der Glanz und der Glamour fehlte nicht am Samstagabend an der Verleihung des Schweizer Filmpreises «Quartz», der mit viel Prominenz erstmals im KKL in Luzern vergeben wurde.

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Bundesrat Pascal Couchepin (links) im Gespräch mit Luzerns Stadtpräsidenten Urs W. Studer vor dem KKL in Luzern. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bundesrat Pascal Couchepin (links) im Gespräch mit Luzerns Stadtpräsidenten Urs W. Studer vor dem KKL in Luzern. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Ich freue mich für Luzern, dass dieser Event jetzt hier stattfindet», erklärte Bundesrat Pascal Couchepin, der höchste Gast auf dem roten Teppich, der ganz in Pink ausgelegt war. «Diese Stadt hat eine grosse kulturelle Bedeutung. Ich komme oft und gerne hierher und habe die ganze Region schon ihrer Schönheit wegen in mein Herz geschlossen.» 

Wie oft geht unser Kulturminister denn selber ins Kino? «Regelmässig», schmunzelte Couchepin, der von SRG-Generaldirektor Armin Walpen und Stadtpräsident Urs W. Studer willkommen geheissen wurde. «Damit ich die Filme in Ruhe geniessen kann, muss ich aber immer ins Ausland gehen. Letzten Donnerstag aber zum Beispiel habe ich einen Schweizer Film, der hier im Rennen ist, auch in der Schweiz gesehen.»

Der einzige vorgesehene internationale Stargast machte eine Absage: Géraldine Chaplin trauert um ihren ältesten Bruder Sidney Chaplin. Der Schauspieler und Sohn von Legende Charlie Chaplin (eines seiner elf Kinder), war am Montag 82-jährige in Los Angeles gestorben. Géraldine Chaplin hätte in Luzern einen Preis übergeben sollen.

Stress im Stress
Rapper Stress kam mit dem Westschweizer Filmproduzent Xavier Ruiz ganz in Eile - direkt aus dem Musikstudio - nach Luzern. «Ich habe gerade mein neues Album fertig aufgenommen», erzählte er. «Diese Stadt liebe ich wegen ihres grossen Charmes und den vielen netten Leuten», strahlte der Ehemann von Schauspielerin Melanie Winiger, der «ein bis zweimal im Monat» ins Kino geht. Die Basler Schauspielerin Karin Lanz, die «keinen einzigen Kinohit» verpasst, liebt Luzern vor allem auch wegen den Einkaufsmöglichkeiten: «Ich habe mir vor dem Filmfest hier gerade noch ein schönes Abendkleid-Täschchen gekauft.» Schauspieler Gilles Tschudi indes ging «früher viel öfter» ins Kino als heute: «Ich schaue mir viele Filme zu Hause auf DVD an.»

DVD-Mann Althaus
Das liegt Jean-Frédéric Jauslin, dem Direktor des Bundesamtes für Kultur, gar nicht: «Ich muss ins Kino, am Fernsehen zu Hause kommt die nötige Atmosphäre bei mir einfach nicht auf.» SRG-Generaldirektor Armin Walpen geht «ungefähr zweimal im Monat» mit seinen Söhnen ins Kino, in etwa gleich oft wie Ingrid Deltenre, Direktorin des Schweizer Fernsehens und am Samstag ebenfalls Gastgeberin der grossen Filmnacht. 

Schauspieler Nils Althaus, der auch schon im Luzerner «National» gedreht hat, muss aber «aus Zeitgründen» Filme ebenfalls zu Hause auf DVD schauen. 

Spassvogel Leal
Für die grössten Lacher auf dem Pink-Teppich sorgte Schauspieler Carlos Leal (sang an der KKL-Eröffnung mit «Sens Unik» in Luzern), als er aus Spass zusammen mit Dirigent Ludwig Wicki die Brassformation des Luzerner 21th Century Symphony Orchestra mitdirigierte. «Theater und Kino gehören zum Leben doch einfach dazu», verriet schliesslich die Luzerner Kunstsammlerin und Stiftungschefin Angela Rosengart, die mit ihrer kunstwissenschaftlichen Mitarbeiterin Martina Kral kam.

Die Besten

  • Bester Dokumentarfilm: «No More Smoke Signals» von Fanny Bräuning
  • Bester Kurzfilm: «Un die y nada» von Lorenz Merz
  • Bester Trickfilm: «Tôt ou tard» von Jadwiga Kowalska
  • Bestes Drehbuch: «Home»
  • Beste Filmmusik: aus «Zara» von Marcel Vaid
  • Beste Darstellerin: Celine Bolomey in «Du bruit dans la tête»
  • Bester Darsteller: Dominique Jann in «Luftbusiness»
  • Bestes Nachwuchstalent: Kacey Mottet Klein in «Home»
  • Jury-Spezialpreis: Danilo Catti in «Gìu le mani»

André Häfliger