«SCHWEIZER HIT»: Auch Baschi zieht in den Final ein

Die Schweizer Fussball-Nationalhymne hat es geschafft: Sänger Baschi zog am Sonntagabend mit seinem Dauerhit «Bring en hei» in den Final zur Ausmarchung des grössten Schweizer Hits 2008 ein.

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Baschi mit seiner Freundin Katy Winter. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Baschi mit seiner Freundin Katy Winter. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der Ohrwurm, der auf Platz 2 der ewigen Bestenliste der Schweizer Hitparade liegt, gewann in der Gunst des Millionenpublikums klar mit 24,91 Stimmprozenten. «Das ist das erste Mal, dass ich etwas gewinne», freute sich Baschi, der mit Freundin Katy Winter in die Livesendung des Schweizer Fernsehens nach Kreuzlingen kam. Mit 26,41 Prozent der Stimmen war in der Vorwoche ebenso klar der Ku-Ku-Jodel von «Oeschs die Dritten» in den Final eingezogen. Der Walliser Michel Villa («Dr Tifel isch gschtorbe», 14.07 Stimmprozente) wurde am Sonntag Zweiter vor den Bossbueben («S'Träumli», 12,31%). Die «Steiner Chilbi» (10,78%) der Kapelle Jost Ribary, ein Titel, der 1933 erstmals im schwyzerischen Steinen aufgeführt wurde, landete vor DJ BoBos («Chihuahua», 9,76%) auf Rang 4.

BoBo musste passen: Auftritt in Rust
Neben der Steiner Chilbi und BoBo, der allerdings wegen eines Auftrittes am gleichen Abend in deutschen «Europa-Park» in Rust selber im Studio anwesend sein konnte, war die Zentralschweiz in der Erfolgssendung weiter vertreten. Zum einen sang der Nidwaldner JodlerklubWiesenberg zusammen mit Francine Jordi den neusten Hit «Das Feuer der Sehnsucht». Zum andern waren die Geschwister Bieberstein mit dem Erfolgslied «So en Tag» des Schwyzer Ländlerkönigs Carlo Brunner. Die vier Solothurnerinnen schafften es allerdings nicht unter die ersten Fünf. Genauso leer gingen aus: Stimmungskanone Salvo, der übrigens die ersten Songs von DJ BoBo produzierte, mit «Losed Sie Frau Küenzi», der 1972 bei einem Autounfall verstorbene Mani Matter mit «Dr Ferdinand isch gschtorbe» sowie die beiden traditionellen Volkslieder «S'Vogellisi» und «Es Burebüebli».

Was Promis so alles verraten?
Neben der vielen Nostalgie-Musik ist es immer wieder spannend und amüsant, was man in der von Sven Epiney hervorragend moderierten Sendung über Prominente erfährt. Francine Jordi etwa verriet, dass sie als Kind «zwangsläufig ein Modemuffel» war und immer «schrecklich, manchmal sogar wie ein Knabe» aussah: «Da ich zwei ältere Schwester habe, musste ich sogar zweimal ihre Kleider nachtragen?» Fernsehen durfte man bei ihr zu Hause nur eine Sendung oder höchstens eine Stunde pro Tag. Und ein Handy hat sie erst seit zehn Jahren: «Nach meinem Sieg am GP der Volksmusik legte ich es mir zu.» Dauer- und Lang-SMS-Schreiber Beni Thurnheer sowie Roman Kilchsperger sind seit 12 Jahren Natel-Besitzer.

Baschi verlor mit seinem Fussballteam
Weiter: Werber und Satiriker Frank Baumann outete sich als «Hasser der Kindersendung Pingu», «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer verriet, dass er als Kind immer bei seiner Grossmutter fern sah und Epiney stöhnte über seine Malkünste: «Der Lehrer sagte, das sein aber ein schöner Hirsch – dabei hatte ich meinen Vater gezeichnet?» Francine Jordi, die einmal Militärpilotin werden wollte und in Bern für mehr Frauenrechte protestierte, verkaufte in der Schule Zeichnungen ihres Vaters als die ihrigen. Da fragte Beni Thurnheer ganz süffisant: «Aber singen tust du schon selber, oder, Francine?» Sieger Baschi schliesslich musste noch von einer Niederlage berichten: «Ich habe mit meinem Drittliga-Fussballteam Muttenz am Sonntagmorgen 1:2 aus Dach bekommen.» Naja: Pech im Hobby, Glück im Beruf?

André Häfliger