SECHSELÄUTEN: Glauben die Promis an die Prognose?

Geht es nach der Überlebens­dauer des legendären Bööggs am Zürcher Sechseläuten, gibt es dieses Jahr einen durchschnittlichen Sommer.

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Der Kopf des Bööggs explodierte nach 12 Minuten. (Bild EQ)

Der Kopf des Bööggs explodierte nach 12 Minuten. (Bild EQ)

Exakt nach 12 Minuten und 55 Sekunden explodierte der Kopf des 3,4 Meter grossen Bööggs auf dem 13 Meter hohen Scheiterhaufen.

In seiner weit über 100-jährigen Geschichte musste er im Schnitt 13 Minuten über dem Feuer unter sich schmoren. Man darf sich also auf einen wohl temperierten Sommer freuen. «Vor dem Hitzesommer 2003 kam die Explosion schon nach 5 Minuten und 42 Sekunden», gab Ueli Beck, ein versierter Sechseläuten-Kenner, als Vergleich zu Protokoll.

Absage war «nie ein Thema»
Die Zürcher Radiolegende war unter den über 100 Prominenten, die bei sonnigen 20 Grad im Zug der 26 Zünfte mit 9000 Mitwirkenden, 30 Musikformationen und weit über 20 000 Schaulustigen durch die Innenstadt zogen. Angeführt wurde der bunte Umzug von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz, der das Sechseläuten trotz aktuell grosser Politwirren sichtlich genoss. Eine Absage des «lange im Voraus» geplanten Termins sei «nie ein Thema» gewesen. Hellsehen, das kann also auch ein Bundespräsident nicht. Das überlässt er lieber dem Böögg und dem schönen Brauch seiner Sommervorhersage. Wie aber halten es die Prominenten mit dem Mystischen und Prognostischen? «Auch abergläubisch bin ich absolut nicht», versicherte jedenfalls Merz.

Absage an die Bauernregel
Genauso geht es anderen Prominenten. «Ich lese nicht einmal mein Horoskop», schmunzelte der Luzerner Fritschivater Thomas Schärli, der mit Finma-Bankaufsichtspräsident Eugen Haltiner Gast bei der Schmiedezunft war. «Ich halte mich lieber wie im Rennsport an konkrete Rundenzeiten», lachte Ex-Formel-1-Teamchef Peter Sauber, der sage und schreibe in der Riesbach-Zunft bereits zum 50. Mal hoch zu Pferd mitritt. «Aberglaube hilft vor allem auch in der Wirtschaft nicht weiter», versicherte Nestlé-Präsident Peter Brabeck-Letmathe, der zum zweiten Mal dabei war.

Zum Glück ein Schluck
Beruhigend zu wissen. Wie aber steht es mit Talismanen und sonstigen Glücksbringern? «Kann sein, dass so etwas unterstützend wirkt», erklärte der an seinem ersten Sechseläuten mächtig gefeierte Kult-Fussballcoach Gilbert Gress. «Ich jedenfalls habe keine, denn ich muss mich immer absolut auf das Können meiner Kicker verlassen.» Auch der Luzerner TV-Meteochef Thomas Bucheli hat «keinerlei» Glücksbringer. Anders aber bei Claudio Zuccolini: Der Bündner Komiker hatte sogar gestern einen dabei: «Hier, dieses kleine Schnapsfläschchen an meinem Hals. Meine Frau Alexandra hat es mir mitgegeben ?»

André Häfliger