SERIE: Angy Burri: «Die Ärzte sagten, ich sei ein medizinisches Phänomen»

Angy Burri (72)

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Angy Burri (Bild Katrin Haunreiter)

Angy Burri (Bild Katrin Haunreiter)

Zum Interview auf der Redaktion fährt Angy Burri mit seiner Harley-Davidson auf, halb Rocker, halb Indianer sein Outfit. So ist er immer unterwegs. Der Musiker und Künstler gilt in Luzern längst als Original. Nach seiner schweren Herzoperation letzten November spricht er hier über seine besonderen Kontakte ins Jenseits. Und darüber, dass er im Diesseits keinen Revolver braucht, solange er einen Rechtsschutz und zwei Fäuste hat.

Angy Burri, mit 72 Jahren benötigen andere einen Rollator, Sie aber fahren mit dem Töff vor. Ist das ein Zeichen für Ihre persönliche Weigerung, alt zu werden?
Angy Burri*:
Mir ist mein Alter eigentlich Wurst. Was mich aber nervt, ist, dass ich schon drei Töffunfälle hatte, bei denen ich nicht einmal etwas dafür konnte. Aber Shit happens, das ist nun mal so auf dieser Welt.

Das Töfffahren ist Ihnen also noch nicht verleidet?
Burri:
Überhaupt nicht. Ich rate aber jedem, einen Rechtsschutz für den Verkehr abzuschliessen. Sonst bist du nachher der Trottel, wenn etwas passiert.

Dann sind Sie zwischen Indianer und Rocker auch ein bisschen Schweizer Bünzli, der sich für alle Eventualitäten absichern will?
Burri:
Nein, ich will einfach mein Recht. Im Wilden Westen hätte ich den Revolver gezückt, aber das kann ich hier nicht. Darum gehe ich den normalen Weg. So eine Rechtsschutzversicherung ist Gold wert.

Aber Sie würden manchmal schon gerne den Revolver hervornehmen? Burri: Das darf ich halt nicht. Aber selbst wenn ich einen dabeihätte, würde ich ihn nicht brauchen. Ich habe ja Fäuste. Und die kommen immer noch zum Einsatz?
Burri:
Im Februar habe ich einem eins getätscht. Er hat mich dumm angemacht, weil ich vor unserem Probelokal kurz parkiert habe, um einen Verstärker auszuladen. Es gibt Leute, die verstehen nur diese Sprache. Bei Frauen schlage ich natürlich nicht zu, denen stehe ich nur auf die Füsse. Denn es gibt schon auch sehr dumme Frauen.

Keine Frühlingsgefühle? Keine Squaw, die hinten auf dem Töff mitfährt?
Burri:
Ich bin immer noch in engem Kontakt mit meiner Frau.

Ihre Frau, die vor vier Jahren verstorben ist?
Burri
: Wir haben über ein Medium Kontakt miteinander. Das hat nichts mit Blödsinn wie dem Fernsehwahrsager Mike Shiva zu tun. Meine Frau spricht über das Medium direkt zu mir. Auch vor der Herzoperation letzten November habe ich zuerst die Meinung meiner Frau eingeholt. Sie hat mir gesagt, dass ich noch einiges zu erledigen habe auf dieser Seite und dass ich darum nicht gehen darf. Darum bin ich dann ins Spital gegangen. Eigentlich hatte ich ja nur eine Erkältung.

Sie hatten nur noch 25 Prozent Herztätigkeit, hat man gelesen.
Burri:
Jaja, aber das hat man mir nicht angesehen! Die Ärzte haben gesagt, ich sei ein medizinisches Phänomen, andere würden in diesem Zustand auf dem Schragen liegen, und du rennst noch herum!

Verraten Sie uns, wie man in Ihrem Alter noch so fit sein kann!
Burri:
Ich habe wenig Alkohol getrunken und nicht geraucht. Und dann habe ich es mit meiner Frau sehr gut gehabt. Das spielt eine grosse Rolle.

Wie oft sind Sie in Kontakt mit ihr?
Burri:
Jetzt gerade ist sie auch da! Redet sie Ihnen auch drein?

Sagt Sie auch einmal, heute gehst du nicht schon wieder Töff fahren?
Burri:
Das nicht, sie weiss ja, dass ich immer wieder auf einen Töff steigen werde. Aber sie sagt mir zum Beispiel, dass ich Thermounterwäsche tragen soll, wenn ich Töff fahre. Ich mache immer, was mir meine Frau sagt. Die dort drüben wissen es besser.

Was haben Sie für eine Vorstellung vom Jenseits? Die ewigen Jagdgründe?
Burri:
Ob man es ewige Jagdgründe oder Hades nennt, ist egal. Was aber sicher nicht stimmt, ist, dass da drüben ein Haufen Jungfrauen auf uns wartet. Da sind die islamischen Terroristen voll drauf reingefallen. Dort drüben ist alles zeitlos, solche Dinge zählen nicht mehr. Ich habe keine Angst vor dem Sterben.

Interview Barbara Inglin

* Der in Horw wohnhafte Angy Burri ist Leader der Band The Apaches, Künstler und meist mit seiner Harley-Davidson und im Indianeroutfit unterwegs.