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«Sich abgrenzen zu können, ist zentral»

Nachgefragt
Hartmut Schulze, Arbeitspsychologe (Bild: Caroline Minjolle)

Hartmut Schulze, Arbeitspsychologe (Bild: Caroline Minjolle)

Hartmut Schulze ist Arbeits- und Organisationspsychologe an der Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Hartmut Schulze, das Thema Grossraumbüro schlägt Wellen. Wie krank kann ein Grossraumbüro machen?

Es kommt drauf an, was man unter Grossraumbüro versteht. Einen Raum mit 80 Personen, die alle einen festen Platz haben und in dem es keine Ruhezonen gibt? Telefone klingeln, es ist laut, die Luftzirkulation ist schlecht? So ein Grossraumbüro ist erwiesenermassen ungesund.

Können Sie das näher erläutern?

Eine grosse schwedische Studie hat 2014 Ergebnisse einer Schweizer Befragung der HSLU bestätigt, dass in solchen Grossraumbüros kurzzeitige krankheitsbedingte Abwesenheiten signifikant höher sind. Die fehlende Privatheit, die vielen Unterbrechungen, die fehlende Kontrolle über die Situation belasten Psyche und Körper.

Besser sind also kleine Büros?

Sie schneiden in der Regel besser ab, obwohl es hier sehr darauf ankommt, wie gut man sich mit den Kollegen versteht. Zudem kann ein gleichmässiger Geräuschpegel in einem grösseren Büro weniger störend sein als das vollumfänglich mitangehörte Telefonat eines Kollegen. Und es kommt immer auf die Anzahl der Personen auf einer Fläche an.

Gibt es eine ideale Form von Büro?

Eine australische Studie ergab kürzlich, dass flexible Büros mit verschiedenen Zonen verträglicher sind als normale Grossraumbüros oder auch Viererbüros. Die Zonierung in Standardarbeitsplätze, häufig Homebase genannt, in teamorientierte Zonen, Ruhezonen und in solche für sozialen Austausch scheint ideal zu sein. Studien zeigen zudem, dass es auch sehr vom Komfort der Möbel abhängt, wie wohl sich die Mitarbeitenden ohne einen festen Platz fühlen können.

Können auch sensible Menschen in solch einem flexiblen Büro arbeiten?

Natürlich. In einem Zonenbüro ist das sehr wohl möglich. Da gibt es sogar Rückzugsräume mit vielen Pflanzen. Sich abgrenzen zu können, ist ein zentrales menschliches Bedürfnis. Dazu braucht es keinen festen Platz, wohl aber gute räumliche Angebote. (sh)

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