«SOLARIMPULSE»: Piccard präsentiert sein Solarflugzeug

Weltpremiere am Freitag auf dem Militärflugplatz in Dübendorf: Vor 900 Gästen präsentierte Bertrand Piccard in einem Hangar erstmals in Echtgrösse den Prototypen seines Solarflugzeuges «Solarimpulse».

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Bertrand Piccard, Fürst Albert von Monaco und André Borschberg (von links) präsentieren das Solarfluzeug Solarimpulse in Echtgrösse. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bertrand Piccard, Fürst Albert von Monaco und André Borschberg (von links) präsentieren das Solarfluzeug Solarimpulse in Echtgrösse. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Erst jetzt sieht man, wie imposant das neue Projekt des Psychiaters, Wissenschaftlers und Abenteurers aus Lausanne ist: «Solarimpulse» ist so breit wie der Super-Airbus 340 (Flügelspannweite: 63,4 Meter mit 12 000 Silizium-Zellen), so leicht wie ein Auto (1600 Kilogramm) und kommt ganz ohne fossile Brennstoffe aus. «Wenn das ein Flugzeug kann, soll niemand mehr behaupten, solche Lösungen seien nicht auch für Automobile, Heizungen, Klimaanlagen oder Computer möglich», rief der 51-jährige Piccard, der vor 10 Jahren als erster Mensch die Erde in einem Ballon umkreiste, der Menge nach der feierlichen Enthüllung des Solarflugzeuges freudig zu. «Dieses Projekt stützt unsere Überzeugung, dass Pioniergeist und politische Visionen der Gesellschaft verändern und das Ende unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen einläuten können.»

Prominenz beeindruckt
Stolz und «emotional bewegt» posierte Piccard dann mit Projekt-Mitbegründer André Borschberg, ebenfalls ein Waadtländer, vor dem fast mächtig breiten Prototypen. Mittendrin strahlte der Ehrengast des historischen Flugtages, Fürst Albert von Monaco, der eigens mit seinem Privatjet eingeflogen war. «Ich bewundere die innovativen Kräfte des Piccard-Teams», erklärte der Fürst. «Ich wollte einfach sehen, wie das Ding in Realität aussieht. Dankbar darf ich jetzt sagen: Ich bin tief beeindruckt!»

Das wiederum waren auch andere prominente Gäste. «Dies sind Flügel der Hoffnung», sagte Bundesrat Moritz Leuenberger. «Sie sind gewaltig. Ebenso gross wie die Herausforderungen, welche der Klimaschutz an uns stellt.» Und Deutsche Bank-Chef Joe Ackermann sagte: «Solarimpulse ist ein hervorragendes Symbol. Weil es zeigt, was Menschen gemeinsam erreichen können, wenn ein innovativer, unternehmerischer Geist herrscht.»

Weltumrundung 2012
Solcher Geist ist indes nicht ganz gratis zu haben: 70 Millionen Franken hat die 65-köpfige Piccard-Crew heute im Portemonnaie, 100 Millionen braucht es. «Das schaffen wir problemlos», zeigte sich der Sohn des legendären Meeresforschers Auguste Piccardüberzeugt. Noch dieses Jahr plant er in Dübendorf, später auch in Payerne VD, erste Testflüge. «Der erste vollständige Nachtflug ist im nächsten Jahr geplant», erklärte Bertrand Piccard. Die Erfahrungen aller Test würden dann ins zweite Solarflugzeug fliessen, mit der in der Jahren zur vollständig CO2-freien Weltumrundung gestartet wird. Dies in fünftägigen Etappen mit Zwischenlandungen auf allen fünf Kontinenten, abwechslungsweise mit den Piloten Piccard und Borschberg - und total nur 160 Kilogramm im engen Cockpit. Na dann, guten Flug!

André Häfliger