SONNTAGSAUSGABE: Freude herrscht: Das Sonntagsbaby ist da!

Freude herrschte am Sonntag im Herzen der Schweiz: Zum ersten Mal ist die Zentralschweiz am Sonntag, die neue Sonntags­zeitung der Neuen Luzerner Zeitung AG, erschienen. Über 230 Gäste feierten dies in Luzern.

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Chefredaktor Thomas Bornhauser, VR-Präsident Hans Kaufmann, CEO Erwin Bachmann und Geschäftsleiter Jürg Weber (von links) schneiden die Jubiläumstorte an. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Chefredaktor Thomas Bornhauser, VR-Präsident Hans Kaufmann, CEO Erwin Bachmann und Geschäftsleiter Jürg Weber (von links) schneiden die Jubiläumstorte an. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bei einem gemütlichen Apéro im Hotel Schweizerhof, wo VR-Präsident Hans Kaufmann und CEO Erwin Bachmann zusammen mit Chefredaktor Thomas Bornhauser und Geschäftsleiter Jürg Weber feierlich und mit kleinem Feuerwerk auf der Bühne die riesige Bachmann-Geburtstagstorte anschnitten, sprach Luzerns Regierungspräsident Markus Dürr bei zarten Klängen des «Upper Ocean Quartetts» der Musikhochschule Luzern ganz gelassen die Worte des Tages aus: «Die Zeitung wird so lange überleben, bis man mit Computern eine Fliege erschlagen kann.»

Er sei zwar «kein Freund von Monopolen oder monopolistischen Situationen», betonte Dürr und stellte die These auf, die Herausgeberin sei ein Lautsprecher mit Vorteilen: «Eine kraftvolle Zeitung mit Gewicht wird zum Lautsprecher der Region. Wenn nationale Auguren oder die Politik die Stimmungslage in der Zentralschweiz zu einem Thema abrufen wollen, dann ist die Neue Luzerner Zeitung ein verlässlicher Partner.» Dürr wünscht sich sogar, dass die «Lautstärke noch etwas angehoben wird», wie er sagte. «Für die Weiterentwicklung des Kantons im harten Kampf der Regionen» habe die Zeitung eine «hohe Verantwortung». Wer informiert sein wolle und eine Region verstehen wolle, müsse zu einer «anspruchsvollen Tageszeitung greifen» – oder nun eben auch zu einer «hintergründig wie unterhaltsamen» Sonntagszeitung.

Treu, wahr und einfach
Während Erwin Bachmann «allen am 385 Gramm schweren, neuen Produkt Beteiligten» seinen «herzlichen und aufrichtigen» Dank aussprach, versprach Hans Kaufmann im Jubiläumsjahr «175 Jahre Luzerner Zeitung»: «Wie 1833 die Gebrüder Räber versprechen wir auch heute, treu, wahr und einfach über Tatsachen und Begebenheiten zu berichten. Wir hoffen, dass Sie alle unser neu geborenes Kind mit Wohlwollen aufnehmen.» Professor Stephan Russ-Mohl schliesslich lobte den Tatkraft der Herausgeberin an: «Sie haben den Mut, zu einem schwierigen Zeitpunkt für die Branche etwas Neues zu beginnen, alle Achtung!»

Viel Lob der Prominenz
Und wie kommt denn das neue Produkt bei den vielen prominenten Gästen an? «Die neue Zeitung kommt frisch, informativ und sehr ausführlich daher», lobten zwei LZ-Verwaltungsräte, die beiden NZZ-Manager Alfred Hümmerich und Beat Lauber, unisono. «Die Zeitung ist in ihrer Bundaufteilung sehr leserfreundlich gestaltet, kommt eigenständig daher und ist grafisch trotzdem mit der täglichen Ausgabe eng verbunden», attestierte ein weiterer Verwaltungsrat, der Luzerner Ex-Korpskommandant Beat Fischer. Nicht ganz 100 war es, das neue Blatt: 96 Seiten zählte die erste Ausgabe und hatte satte 53 Seiten Inserate. Ist das durchzuhalten? «Ja», gab sich der Luzerner Werber Peter W. Ottiger überzeugt. «Die Marktlücke war da, jetzt ist sie hoch qualitativ gedeckt.»

Die Reaktionen der Frauen
Wie erleben Frauen die neue Zeitung? «Ich finde den unterhaltenden People-Einstieg auf Seite 2 amüsant und einladend, sich dann auch mit vertiefenden Themen der Aktualität einzudecken», erklärte die Luzerner Ständerätin Helen Leumann-Würsch. Die Luzerner Nationalrätin Yvette Estermann war sich mit Luzerner Kantonsrätin Heidy Lang einig: «Die neue Sonntagszeitung ist ganz klar regional verankert. Das bieten alle anderen bestehenden Zeitungen am Sonntag nicht annähernd.» Ruth von Rotz, die Ehefrau des Obwaldner Nationalrats Christoph von Rotz, war beeindruckt, wie «profund und ausführlich» berichtet wird: «Am Sonntag ist Lesestoff gefragt.»

Viel Eigenleistung
Ex-Verwaltungsrat und Spitzenruderer Hugo Waser nahm den Sportteil unter die Lupe. «Kompliment», sagte er. «Auch hier wird Wert gelegt auf die Regionen, im Fussball bis in die unteren Liegen. Und ich finde auch viel Eigenleistung, etwa den eigenen Mann am Fussball-Länderspiel in Israel. So muss es sein.» Klar, was Otto Ineichen am besten gefiel: «Der Kleber meiner Firma auf der Seite 1 der Startauflage», schmunzelte der Luzerner Nationalrat und Unternehmer, der locker in Jeans und Veston kam. Ratskollege Felix Müri würdigte die «ausführliche und eigenständige Polit-Berichterstattung». Der Stadtluzerner Baudirektor Kurt Bieder atmete indes – wohl mit allen am neuen, hübschen Baby Beteiligten – kurz tief ein: «Eine neue Sonntagszeitung bedeutet aber auch mehr 'Büetz' am Samstag?»

Partytime auf der «Stadt Luzern»
Die Feier ging weiter: Auch auf der stolzen «Stadt Luzern», dem schönsten Dampfschiff der Welt, wurde auf die «Zentralschweiz am Sonntag» angestossen – und zwischen Luzern, Küssnacht und Horw das feine «Tavolago»-Büffet genossen. Hoch oben im Steuerhaus gab es ein Gipfeltreffen: LZ-Ehrenpräsident Markus Kündig aus Zug, drei Lenzen jünger als das 80-jährige SGV-Flaggschiff, traf Kapitän Beat Kallenbach aus Beckenried, exakt gleich alt wie die im untersten Deck aufspielenden «Old Time Jungle Cats».

Gespannt nahmen sie die neue Zeitung zur Hand. «Das ist eine sehr gute Entwicklung», sagte Kündig. «Denn es bestand die Gefahr, dass wir von Sonntagszeitungen überschwemmt werden, welche die Zentralschweiz überhaupt nicht kennen.» Als ehemaliger «Vaterland»-Präsident hat Kündig seit 1975 alle Zeitungsfusionen durchgestanden und 2002 sein Amt an Hans Kaufmann weitergegeben.

Kein Orkan haut den «Kahn» um?
«Das war eine mitunter turbulente Zeit», lächelte Kündig seelenruhig. «Oh», schmunzelte Kapitän Kallenbach. «Dann sind sie auf diesem Schiff genau richtig. Es gibt nämlich keinen Sturm und auch keinen Orkan, der dieser Kahn, wie wir ihn liebevoll nennen, umhauen kann?» Na, also dann: Hoch sollen sie leben, die edle «Stadt Luzern» und die neue Sonntagsausgabe!

André Häfliger