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SONNTAGSKINDER: Ist Zeitung lesen für Kinder schwierig?

Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und sagen, wo’s beim Lesen wirklich schwierig geworden ist.
Jacqueline Schilling
Wenn der Vater mit dem Sohn Zeitung liest ... Papi, was heisst Reform? Und: was bedeutet virtuell? (Bild: George Rudy/Getty)

Wenn der Vater mit dem Sohn Zeitung liest ... Papi, was heisst Reform? Und: was bedeutet virtuell? (Bild: George Rudy/Getty)

Jacqueline Schilling

Ganz ehrlich, manchmal bleiben wir alle stecken beim Zeitunglesen: Ein Satz, den wir mehr als einmal lesen müssen, oder Wörter, die wir nachschlagen müssten – und statt dessen einfach überlesen. «Lysergsäurediäthylamidtartrat» zum Beispiel. Irgendetwas Chemisches, das ergibt sich aus dem Zusammenhang, zumal die erwähnte Substanz «synthetisiert», also künstlich hergestellt worden war. Später kommt dann die Auflösung des Rätsels: LSD. Die 12-jährige Testleserin hat auch dieses Wort angestrichen. LSD? Eben: Lysergsäurediäthylamidtartrat. Das ist eine Droge, die in den 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfunden worden war. In der Hippie-Zeit, rund zwanzig Jahre später, hatte sie ihren Höhepunkt. Die Hippies wehrten sich gegen Zwänge der Gesellschaft und wünschten sich ein freies, friedliches Leben, in dem jeder so leben kann, wie er es für richtig hält. LSD wirkt halluzinogen, das heisst, es löst Halluzinationen aus. Das sind eigentlich Sinnestäuschungen. Wer LSD nimmt, hört, sieht, spürt Dinge, die nicht da sind, er aber für wirklich hält. Das ist manchmal bunt und fröhlich – und manchmal grauenhaft. Dem LSD-Erfinder sind zum Beispiel «Dämonen», also Teufel, erschienen.

Wirtschaftsdelikte, Staatsanwälte und Verdunkelungsgefahr

Die Zeitungsseiten, die unsere Testleserin, eine Sechstklässlerin, gelesen hat, sind voll mit Markierungen. Alles lässt sich an dieser Stelle natürlich nicht erklären. Wir haben jene herausgepickt, die mit grosser Regelmässigkeit in der Zeitung stehen. Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Pierin Vinzenz, den ehemalige Raiffeisen-Chef, der in Untersuchungshaft sitzt, ist beispielsweise die Rede von Wirtschaftsdelikten und Wirtschaftsdelinquenten. Ein Delikt ist eine Handlung, die gegen das Gesetz verstösst und strafbar ist. Ein Delinquent ist jemand, der eine Straftat begangen hat. Das Wort «Wirtschafts-» davor bedeutet, dass die Straftat wirtschaftliche Bezüge, also im weiteren Sinn mit Geld zu tun hat. Im Zusammenhang mit Vincenz ist auch von «Verdunkelungsgefahr» die Rede. Gemeint ist die Gefahr, dass ein Delinquent, der nicht im Gefängnis sitzt, Beweise vernichten könnte oder Zeugen und Mitbeschuldigte beeinflusst. Mit dieser Verdunkelungsgefahr schlägt sich die «Staatsanwaltschaft» herum. Sie leitet nämlich die Untersuchung in einem solchen Verfahren und hat auch die Oberaufsicht über die Ermittlungen der Polizei. Bei Gericht vertritt der Staatsanwalt die Anklage. Sein Gegenspieler ist der Verteidiger, der sich für den Angeklagten einsetzt. Eine Vielzahl von Begriffen in der Zeitung wird in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. «Reform» ist so ein Beispiel. Reformieren bedeutet, etwas Bestehendes neu gestalten. Es gibt die «Bildungsreform», die mit Schule/Ausbildung zu tun hat, oder die Rechtschreibreform, die den Schülerinnen und Schülern das Leben einfacher machen sollte. «Virtuell» ist etwas, das nicht in Wirklichkeit vorhanden ist, aber echt scheint. Virtuell ist zum Beispiel die «Telemedizin». Die kommt dann zum Zug, wenn wir nicht unseren Hausarzt in der Praxis aufsuchen und stattdessen Hilfe über Telefon oder Videoberatung bekommen. Wenn vom Thema Gesundheit die Rede ist, fällt meist auch das Stichwort «Demografie». Sie befasst sich mit der zahlenmässigen Bevölkerungsentwicklung und findet zum Beispiel heraus, wie viele Menschen zwischen 8 und 12 Jahren 2030 in der Schweiz leben werden. Wie viele davon wohl Zeitung lesen?

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