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SPANIEN: Das Drama um die Galgos

Jedes Jahr werden nach Ablauf der Jagdsaison Tausende spanische Windhunde ausgesetzt oder gar getötet. Tierschützer fordern ein Ende dieser grausamen Praxis.
Ralph Schulze, Madrid
Diese Galgos hatten Glück. Sie werden in einem Tierheim in Malaga betreut. (Bild: Jorge Zapata/EPA (Alhaurin de la Torre, 22. April 2015))

Diese Galgos hatten Glück. Sie werden in einem Tierheim in Malaga betreut. (Bild: Jorge Zapata/EPA (Alhaurin de la Torre, 22. April 2015))

Ralph Schulze, Madrid

Wenn im Februar die Jagdsaison in Spanien zu Ende geht, haben Tierschützer besonders viel zu tun. Denn im Februar beginnt das Leiden für Tausende spanischer Windhunde, die Galgos, die von ihren Besitzern fortgejagt oder sogar getötet werden. Jedes Jahr erleiden rund 50000 dieser langbeinigen und sehr schnellen Hunde dieses Schicksal, schätzen Experten. Tierschutzorganisationen in ganz Europa protestieren gegen diese Misshandlungen. Sie fordern, die Jagd mit Galgos in Spanien zu verbieten.

«Spanien ist das einzige EU-Land, in dem die Jagd mit Galgos noch erlaubt ist», kritisiert David Rubio, der Sprecher der nationalen Plattform «No a la Caza con Galgos – Nein zur Jagd mit Galgos» (NAC). «In anderen europäischen Staaten ist dies schon vor Jahrzehnten verboten worden.» Die spanischen Tierheime seien überfüllt – mit Galgos, aber auch mit anderen Hunderassen. Weit mehr als 100 000 Vierbeiner würden jedes Jahr ausgesetzt.

Äusserst brutale Tötungsmethoden

Bei der Rettung spanischer Galgos helfen viele internationale Organisationen mit: «Viele Hunde, die in Spanien kein neues Zuhause finden, müssen ins Ausland vermittelt werden», erzählt Tierschützer Rubio. In der Tat werden Tausende Galgos jedes Jahr von ausländischen Tierfreunden nach Deutschland, ­Österreich, in die Schweiz oder auch in andere Länder geholt. Oft sind es Urlauber, die im Flugzeug oder im Auto auf der Heimfahrt einen Galgo mitbringen. Doch nicht alle Galgos, die bei der Jagd ausgedient haben, können von Tierschützern gerettet werden. Nicht wenige werden von den ­Jägern getötet, berichtet die Plattform NAC. Mit einem Schuss. Oder zuweilen auf brutalere ­Weise: Etwa indem sie lebend in Brunnen geworfen werden, wo sie qualvoll verenden. Oder indem sie an Bäumen aufgehängt werden. Wie viele Jagdhunde auf diese barbarische Weise umkommen, weiss niemand genau. Die meisten Fälle werden nicht bekannt. Spaniens Umweltpolizei Seprona registriert zwar jedes Jahr Hunderte Fälle von Galgo-Misshandlungen aller Art – doch die Dunkelziffer dürfte hoch sein.

Hetzjagd auf Hasen

Die Galgos werden in Spanien vor allem zur Hasenjagd eingesetzt. Dabei werden diese Windhunde, die bis zu 70 Stundenkilometer schnell sind, im offenen Gelände auf Hasen angesetzt. Eine Hetzjagd, bei der die Beute meist vom Galgo geschnappt und erlegt wird – also ohne, dass ein Schuss fällt. Nicht selten wird diese Hasenjagd auch in Form von Wettbewerben praktiziert, bei denen der schnellste oder eleganteste spanische Windhund prämiert wird.

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