SPANIEN: Elefanten auf der Autobahn

Bei einem Unfall eines Zirkuslastwagens sind ein Elefant getötet und zwei weitere verletzt worden. Aktivisten fordern das landesweite Ende von Wildtiershows.

Ralph Schulze, Madrid
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Ein verletzter Elefant wird mit Hilfe eines Krans in einen Transporter gehievt. (Bild: AP (Provinz Albacete, 2. April 2018))

Ein verletzter Elefant wird mit Hilfe eines Krans in einen Transporter gehievt. (Bild: AP (Provinz Albacete, 2. April 2018))

Ralph Schulze, Madrid

Es waren höchst ungewöhnliche Szenen, die sich am Montag in der zentralspanischen Provinz Albacete abspielten. Eine Elefantenherde trabte mitten im österlichen Feiertagsverkehr ziellos über eine Autobahn. Die Geschichte hatte einen dramatischen Hintergrund: Die tonnenschweren Tiere liefen gestern über die Schnellstrasse, nachdem ihr Transporter während voller Fahrt verunglückt war und sich dabei überschlagen hatte. Bei dem Unfall starb einer der fünf Elefanten, zwei weitere erlitten leichtere Verletzungen; der Fahrer blieb unverletzt. Die Tiere gehörten zu einem spanischen Zirkus.

Der spektakuläre Unfall ereignete sich auf der Autobahn A30, die von Albacete nach Murcia führt. Den ersten Ermittlungen zufolge geriet der Transporter, in dem die fünf Elefanten reisten, nach einem Überholmanöver ausser Kontrolle. Der Zirkuslastwagen überschlug sich auf der Höhe des Ortes Pozo Cañada und blieb schwer beschädigt quer auf der Fahrbahn liegen. Das Unglück verursachte einen Riesenstau.

Unfallursache ist noch ungeklärt

Die verletzten Tiere, die aus mehreren Wunden bluteten, konnten sich aus den Trümmern befreien und liefen dann orientierungslos über die Autobahn. Dort wurden sie später von Tierpflegern und der Polizei eingefangen. Um den verstorbenen Elefanten zu bergen, musste ein Schwerlastkran angefordert werden. Elefanten können fünf Tonnen oder sogar mehr wiegen. Nun wird die Polizei die genauere Unfallursache ermitteln müssen. Es blieb zunächst unklar, ob der Tiertransporter zu schnell gefahren war oder ob vielleicht eine plötzliche Gewichtsverlagerung der tonnenschweren Tiere den Lastwagen aus dem Gleichgewicht gebracht hatte.

Die Elefanten gehören zu einem spanischen Zirkus, der mit den Tieren auf Tournee war. Doch Zirkusunternehmen, die mit Wildtierdressuren versuchen, das Publikum zu unterhalten, haben es auch in Spanien immer schwerer. Hunderte von Dörfern und Städten haben inzwischen Wildtierspektakel in ihren Gebieten verboten.

Die Zirkusnummern mit Tigern, Löwen, Elefanten oder Krokodilen sind umstritten, weil Tierschützer in dieser Art von Shows eine Ausbeutung der Lebewesen sehen. Zudem wird beklagt, dass die Zirkustiere oftmals nicht artgerecht gehalten werden und ihr Leben in Käfigen verbringen müssen.

Heftige Reaktionen in sozialen Netzwerken

Spaniens Tierschutzpartei Pacma forderte nach dem tragischen Unfall, dass Wildtiershows in ganz Spanien verboten werden. «Wie lange soll die Versklavung der Zirkustiere noch weitergehen?», hiess es in einer Erklärung der Tierschutzbewegung. Auch in Spaniens sozialen Netzwerken brach eine heftige Debatte darüber aus, ob diese Shows, zu denen zum Beispiel auch Delfinspektakel gehören, noch zeitgemäss sind.